Die Radiotipps für den 15.12.2024
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1 und SRF 2.
00:05 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
„Klangvolle Partnerschaft“: zum 90. Geburtstag von Curtis Fuller.
Eine Hommage an seine harmonische Zusammenarbeit mit Benny Golson. Mit Marcus A. Woelfle
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Zum 70. Geburtstag von Rudi Berger
Violinist Rudi Berger im Interview, die Marvin Scondo Band beim Vienna Blues Spring 2024
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Zirkusdirektor Bernhard Paul im Gespräch mit Maja Ellmenreich
Am Eingang regnet es Konfetti. Denn Bernhard Paul wünscht sich ein Publikum, das fühlt und träumt. Vor bald 50 Jahren hat er den „Circus Roncalli“ gegründet. Seinen Beruf als Graphiker kündigte er dafür, weil er schon als Kind Clown werden wollte.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Garou-Garou“ von Marcel Aymé
Bearbeitung: Hellmut von Cube Komposition: Mark Lothar
Regie: Walter Ohm BR 1954
Der Mann, der eines Tages nahezu erschüttert entdeckt, dass er durch die Wand gehen kann, ist ein braver Finanzbeamter. Zunächst sucht er Heilung beim Arzt, doch bald schon reizt es ihn, Grenzen zu überschreiten. Ganz Paris wird von seinen Taten als Gentleman-Einbrecher belustigt oder erschreckt. Doch als er auf dem Höhepunkt seiner Karriere von einem Besuch bei seiner Freundin zurückkehren will, bleibt Garou-Garou in der Hausmauer stecken. Das Liebesglück hat ihm seine Fähigkeit genommen.
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Mächtige Schreie und kühles Bier“ Die nächste Ära der schwedischen Prog-Metal Band Opeth. Von Kai Löffler
Die schwedische Band Opeth hat eine lange Reise hinter sich – was in den frühen 90ern als Death Metal mit Black-Metal-Anleihen begann, hat sich im Lauf der Jahre zunehmend zu Progressive Metal mit starkem Siebziger-Einschlag gewandelt; seit 2011 ohne die für den Death Metal typischen Growls und Schreie. Auf dem aktuellen Album „The Last Will and Testament“ hat die Band aber nicht nur einen neuen Schlagzeuger, Sänger und Gitarrist Mikael Åkerfeldt hat auch den extremen Gesang wieder ins Sound-Arsenal der Band zurückgeholt. Trotzdem blickt Opeth nach vorne, hat also nicht die Uhr zurückgedreht zu alten Alben wie „Blackwater Park“ oder „Ghost Reveries“. Zumindest nicht ganz.
17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial
Der vielseitige John Abercrombie
John Abercrombie war einer der wichtigsten Saitenkünstler des Modern Jazz und musikalisch definitiv auf demselben Level wie seine etwas jüngeren Kollegen John Scofield und Pat Metheny. Im Gegensatz zu den beiden wirkte er aber auf Konzertbühnen optisch wenig spektakulär, für theatralische Mimik oder Gestik war der Mann aus Port Chester, New York nicht zu haben. Von akustischen Jazzstandards über Jazzrock hin bis zu freien Exkursionen mit dem Pianisten Paul Bley musizierte Abercrombie jegliche Stilistik auf einem sehr hohen Niveau und brachte dabei immer seine sehr persönliche Sprache am Instrument zum Ausdruck. Am 16. Dezember wäre der 2017 verstorbene Musiker 80 Jahre alt geworden. Die Spielräume erinnern an das vielseitige Oeuvre dieses „Poeten und Sensibilisierers der zeitgenössischen Jazzgitarre“, wie Musikjournalist Joachim-Ernst Behrendt ihn einmal bezeichnete.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
1984 (4/4) Nach dem Roman von George Orwell
Übersetzung aus dem Englischen: Michael Walther
Bearbeitung, Komposition und Regie: Klaus Buhlert
Ton und Technik: Martin Eichberg, Philipp Adelmann, Andreas Meinetsberger
Produktion: BR / Deutschlandfunk Kultur 2021
In Orwells Schreckensvision ist die gesamte Zivilisation dem Kontrollwahnsinn von „Big Brother“ ausgesetzt. Die Welt verwandelt sich in ein einziges großes Gefängnis, ohne Freiheit, ohne Wahrheit und ohne Individualität.
Anschließend: Die Wirklichkeit des Eisschranks. George Orwells „1984“ und die Folgen
Von Jochen Meißner Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021
19:45 Uhr Ö1 Konzert
Klangspuren Schwaz 2024. Von sterbenden Motten und Septemberklängen
Münchner Kammerorchester in Schwaz
Nach vielen Jahren war das Münchener Kammerorchester wieder zu Gast bei den Klangspuren Schwaz. Im Konzert am 18. September 2024 im Silbersaal in Schwaz stand eine Uraufführung des Tiroler Komponisten Johannes Maria Staud, der dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, auf dem Programm. „September Music für Streichorchester“ ist, so Staud, eine Musik der Scheidewege und der Abschweifungen. Als österreichische Erstaufführung stand „Moths of Hunger and Awe“ von Chaya Czernowin auf dem Programm. Die israelisch-amerikanische Komponistin hat das Werk dem Geiger Ilya Gringolts in den Bogen geschrieben. Es ist eine sehr poetische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Drang nach Zerstörung.
Mit Claude Viviers „Zipangu für 13 Streichinstrumente“ nahm das Münchener Kammerorchester einen Geheimtipp mit ins Programm – der Komponist, der mit 34 Jahren ein gewaltsames Ende fand, ist es wert, auf den großen Podien wiederentdeckt zu werden. Die zweite Komponistin im Konzert war Justè Janulytè – deren „Elongation of Nights für Streichorchester“ von den langen Herbstnächten in ihrer Heimatsstadt Vilinus erzählt – womit sich der Kreis zur „September Music“ schließt.
20:00 Uhr radio3 Konzert
Live: Robin Ticciati dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin
Uraufführung von Mark Simpsons „Hold Your Heart in Your Teeth“ mit Timothy Ridout, Viola
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Christian Tjaben
Die ByteFM Alben der Woche 2024 (Teil 2)
Heute spielt Christian Tjaben noch mal Höhepunkte der ByteFM Alben der Woche aus der zweiten Jahreshälfte 2024. Unter anderem mit dabei: Tyler, The Creator, Brijean, Meshell Ndgeocello, Amyl And The Sniffers, Jamie xx, International Music und Nilüfer Yanya.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Ich heiße Ayşe“ Wie Namen das Leben von Menschen prägen
Ein Feature von Nabila Abdel Aziz BR/SWR 2023
Ein Mensch wird geboren – das Erste, was er bekommt, ist einen Namen. Das Einzige, was von ihm bleibt, ist ein Name. Ob jemand Ayşe, Marie oder Rahel heißt, beeinflusst welche Chancen diese Person auf einen Job oder eine Wohnung hat, ob sie die Mehrheitsgesellschaft annimmt oder sie ausgrenzt. In der Debatte um Rassismus wird oft unterschätzt, welche große Rolle Namen dabei spielen. Und doch sind Geschichten von Namen oft beides: Dunkel und Licht. Wenn man Menschen nach den Geschichten ihrer Namen fragt, erzählen sie oft Geschichten von Liebe: von Herkunft, Gemeinschaft und Familie.
20:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Wigmore Hall, London
Franz Schubert: Allegro a-Moll D 947 „Lebensstürme“ / Rondo A-Dur D 951
Robert Schumann: Sechs Studien für den Pedalflügel in kanonischer Form op. 56 (Fassung für Klavier zu vier Händen)
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56b
Franz Schubert: Sonate in C-Dur D 812 „Grand Duo“
Paul Lewis, Klavier + Stephen Osborne, Klavier
Aufzeichnung vom 10.10.2024
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Die Kunst, sich zum Affen zu machen“ Von Julia Tieke
Regie: die Autorin Ton: Jean-Boris Szymczak
Dramaturgie: Jenny Marrenbach Produktion: Deutschlandradio Kultur 2017
Hat der Mensch die Fähigkeit zu Veränderung? Ist eine andere Gesellschaft möglich? Ausgerechnet am scheußlichsten aller Orte – so Raza Kazim über Pakistan – gründete er ein einzigartiges Institut, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Das Klangforum Wien beim Musikprotokoll 2023 in Graz
Kristine Tjøgersen (1982) – Piano Concerto Madli Marje Gildemann (1994) – Nocturnal Migrants
Karen Power (1977) – …if left to soar on winds wings… Sandeep Bhagwati (1963) – L’animal que donc je suis
Ellen Ugelvik, Klavier; Klangforum Wien
Lin Liao, Leitung
Aufnahme vom 6.10.2023 aus der Helmut List Halle, Graz
Naturphänomene, Flora und Fauna faszinieren Musikschaffende seit Jahrhunderten. Vielleicht, weil die Natur voller Metaphern steckt, die Prozesse in unserem Innersten widerspiegeln. Vielleicht auch, weil wir mehr und mehr erkennen, welch wertvolles, fragiles Gut in der Tier- und Pflanzenwelt steckt, das zu beschützen uns ebenso wichtig ist wie es uns schwerfällt. Im Konzert des Klangforums Wien beim Grazer Musikprotokoll 2023 setzten sich vier Komponistinnen und Komponisten mit der Natur und den Spuren menschlichen Handelns auseinander. Madli Marje Gildemanns Werk ist gedanklich inspiriert vom Phänomen der Anziehungskraft des Lichts auf nachtaktive Vögel, während sich Karen Powers Musik aus Field Recordings von Wind speist. Kristine Tjøgersen richtet ihren Blick auf die akustische Landschaft eines Fichtenwaldes und das unterirdische Kommunikationsnetz der Bäume; und Sandeep Bhagwati setzt sich mit Gefühlen der Entfremdung des Menschen von der Welt auseinander.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
Gast: Eva Mattes, Schauspielerin
Das Wort facettenreich beschreibt die Schauspielerin Eva Mattes wohl treffend. Schon als Kind war sie die deutsche Stimme von Pippi Langstrumpf, und auch als Jazz-Sängerin hat sie sich einen Namen gemacht. Zu ihrem 70. Geburtstag am 14. Dezember wiederholen wir ein Gespräch aus dem Jahr 2011.