Die Radiotipps für den 2.11.2024
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1 und SRF 2.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Große Oper auf dem Vulkan“ Die Lange Nacht zum Musiktheater in der Weimarer Republik
Von Robert Sollich Regie: Beate Ziegs
Die Goldenen Zwanziger – für kaum einen Lebensbereich galt dieses Wort tatsächlich so uneingeschränkt wie für das hauptstädtische Musik- und Theaterleben. Ungezählte Schauspiel- und Operettenhäuser, Kleinkunstbühnen und Revuepaläste, dazu drei große Opernhäuser machten Berlin in den Jahren der Weimarer Republik zu einem künstlerischen Mekka, das Einheimische und Fremde gleichermaßen in seinen Bann zog. Hier lag man Fritzi Massary und Richard Tauber zu Füßen, lauschte fernen Klängen von Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold oder Ernst Krenek, bewunderte die Tiller Girls im Admiralspalast und schwelgte im Metropol-Theater oder am Radio in den Melodien von Oscar Straus oder Paul Abraham. Man machte aber auch Skandal wegen Alban Bergs „Wozzeck“, stritt sich über die Inszenierungen an Otto Klemperers Krolloper und tanzte zu den Songs von Kurt Weill und Bertolt Brecht im „Dreigroschen-Keller“. In einer „Langen Nacht” über das Musiktheater im Berlin der Weimarer Republik erstehen diese untergegangene Welt und ihre Geschichte von den wilden Anfängen in der Novemberrevolution bis zu ihrem jähen Ende 1933 wieder auf.
14:00 Uhr HR 2 Archivschätze
75 Jahre Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung / Ingeborg Bachmann 1964
„Ein Ort für Zufälle“ überschrieb sie ihre Rede, mit der sich Ingeborg Bachmann für den Büchnerpreis im Jahr 1964 bedankte.
Verliehen wurde er von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Und diese hat nun 75jähriges Jubiläum.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler
Musik: Fatima Dunn. Hörspielbearbeitung und Regie: Elisabeth Weilenmann (SRF/ORF 2019)
Es ist fast das ganze 20. Jahrhundert, das Robert Seethaler erzählt, wenn er von Andreas Egger erzählt.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Herbstkollektion
Passend zur Jahreszeit haben wir eine rötlich-goldene, quasi kürbisfarbene Sendung zusammengestellt. Eine tiefstehende, geradezu appetitlich warme Sonne durchstrahlt die musikalische Ernteeinfahrt mit hoffnungsfrohen Tönen, nur hier und da treten melancholische Zwischentiefs auf, bei denen die Palette ins Bräunlich-Matschige verrutscht. Vorgestellt werden die neuen Alben von 2nd Grade, Nap Eyes und Caroline Says.
16:00 Uhr radio 3 Feature
Alles Anders – Was mein Leben verändert hat. Folge 2: Christina von Braun
Christina von Braun arbeitete zunächst als Filmemacherin, bevor sie 1994 Gründungsdirektorin des ersten Studiengangs „Gender Studies“ an der Humboldt-Universität in Berlin wurde. Brauns Großmutter mütterlicherseits fiel den Nazis zum Opfer. Ihr Onkel väterlicherseits war Wernher von Braun, der in Peenemünde für Hitler Raketen baute. Ein Leben voller Wendepunkte, Brüche und Veränderungen. In der zweiten Folge der Gesprächsreihe “Alles Anders” erzählt sie dem Host Jana Simon, wie sie mit fünf Jahren nach Deutschland kam und kein deutsch sprach und mit neun Jahren auf eine englische Mädchenschule wechselte – ohne englisch zu sprechen.
Braun beschreibt wie sie mit der Depression und den Suizidversuchen ihrer Mutter umgegangen ist, und wie sie erst in ihrer Ehe zur Feministin wurde. Sie erzählt, gegen welche Widerstände sie den ersten Genderstudiengang in Deutschland eingeführt hat – und dass sie trotzdem das Gendersternchen scheußlich findet. Schließlich sagt Braun, was ihr in schweren Momenten geholfen hat: Reflexion und Psychoanalyse.
17:05 Uhr Bayern 2 Der politische Podcast
(4b/4) Die Angst | Die US-Wahl, Trump und die Demokratie
Schon seit dem Vietnamkrieg ist Politik ein Dauer-Streitthema in der Familie der amerikanischen Politikwissenschaftlerin Joyce Mushaben. Aber als Donald Trump die politische Bildfläche betritt, erreicht dieser Streit ein neues Level, wie in so vielen Familien in den USA. Wie hat Trump die USA verändert? Warum hören Menschen wie Joyce Mushaben und ihr Vater wochenlang auf, miteinander zu sprechen? Darauf blicken wir in der letzten Folge dieser Staffel – genau wie auf die Szenarien nach dieser Wahl. Nachdem Donald Trump seinen Anhängern über Jahre erzählt hat, dass Wahlen gestohlen wurden und das ganze System kaputt sei: Was passiert, wenn Trump – der nicht verlieren kann – nochmal verliert? Und was, wenn er gewinnt?
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Lone Star (1/2)“ All empires must crumble. Von Sonya Schönberger Regie: Anouschka Trocker
Komposition / Musik: Aaron Snyder alias Big Daddy Muggelstone
Ton: Hermann Leppich Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2024 (Ursendung)
Fast 60 Lebensgeschichten hat die Autorin in einem anonym bleibenden Ort in Texas gesammelt. Haltungen und Meinungen über Waffen, Verteidigung und Sicherheit schälen sich als dominante Themen heraus. Darum dreht sich der erste Teil von Lone Star.
18:20 Uhr SWR2 Kultur Jazz
Me and My Music – Michael Griener. Von Franziska Buhre
Er ist einer der vielseitigsten und virtuosesten Jazzschlagzeuger hierzulande – und einer, der die Jazzhistorie so genau kennt wie kaum ein anderer. Wie Michael Griener sein Wissen auch im Spiel nutzt – unter anderem im Trio „Oùat“ mit dem Bassisten Joel Grip und dem Pianisten Simon Sieger oder dem Quintett „Die Enttäuschung“ – warum das Schlagzeug sein Instrument geworden ist und ob er lieber kollaborativ oder als Sideman arbeitet – darüber berichtet der Wahlberliner im Zwiegespräch mit seiner eigenen Musik.
19:00 Uhr HR 2 Live Jazz
Mark Guiliana | Pori Jazz Festival, Juli 2023
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel – Kunstpalast
„Tod. Traum. Liebe“ Von Manuela Reichert
Regie: Ulrich Lampen Produktion: SWR 2023
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
Playlist 1974 – Musik aus dem Gründungs-Jahr des Zündfunks
Ein Geburtstagsgruß von Ralf Summer
Am 1. Januar 1974 wurden wir gegründet – der Zündfunk – das sogenannte Szene-Magazin des Bayerischen Rundfunks, im Hörfunk. Das ganze Jahr über senden wir zum 50. Geburtstag aus größeren Städten im Freistaat und hören von Leuten, die sich damals und heute um Pop & Politik vor Ort kümmer(te)n. Und am Samstag, den 2. November schmeißen wir in den Münchner Kammerspielen das hoffentlich rauschende Fest zum Jubiläum. In dieser Sendung beamen wir zurück zu den Anfängen und spielen eine Stunde lange Musik aus dem Jahr 1974 – also LPs, die den Sound des Zündfunks von Anfang (bzw. vielleicht nur damals) mitdefinierten. Gegründet wurden z.B. Blondie, Cameo, Half Japanese, Japan, Mink DeVille, Nits, Ramones, Salsoul Orchestra, The Stranglers, Talking Heads und Zupfgeigenhansel.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
„Poquito Mas!“ Ein kleines bisschen mehr gibt es in der neuen Ausgabe von Electro Royale. Mehr Gefühl, mehr Wumms, mehr Atmo. Schuld daran sind unter anderem Leo Pol, Acid At The Mall, HVOB und La Fleur.
20:00 Uhr SRF 2 Hörspiel
„Die Hochzeit“ von Marc Carnal
Marc Carnal erzählt in seinem satirischen Hörspiel die Chronik eines katastrophalen Abends – und zwar durchgehend in Paarreimen. Mit Christoph Grissemann als Erzähler.
20:03 – 06:00 Uhr ARD Konzert Jazzfest Berlin 2024
Jazzfest Berlin 2024 – LIVE. Von Nabil Atassi
Gegründet 1964 feiert das Jazzfest Berlin in diesem Jahr seinen runden Geburtstag mit altbekannten musikalischen Gästen und neuen Entdeckungen – mit einem sehr vielfältigen Programm. Aus dem Haus der Berliner Festspiele werden wir am 3. Festivalabend in der Liveübertragung den Pianisten Joachim Kühn mit seinem French Trio hören, danach das legendäre Sun Ra Arkestra und außerdem die Europapremiere des neuen Projekts „Letters to George“ von Schlagzeuger John Hollenbeck.
Joachim Kühn French Trio
Sylvain Darrifourcq – Schlagzeug
Thibault Cellier – Kontrabass
Joachim Kühn – Klavier
Su Ra Arkestra
Knoel Scott – Alt- und Baritonsaxofon, Kongas
Anthony Nelson – Klarinette, Baritonsaxofon
James Stewart – Flöte, Tenorsaxofon
Chris Hemingway – Altsaxofon
Michael Ray – Trompete
Cecil Brooks – Trompete
Robert Stringer – Posaune
Elson Nascimento – Surdo, Perkussion
Tyler Mitchell – Kontrabass
George Gray – Schlagzeug
Tara Middleton – Gesang
Farid Barron – Klavier, Keyboards
John Hollenbeck: GEORGE
Anna Webber – Tenorsaxofon
Sarah Rossy – Gesang, Keyboards
Chiquita Magic – Keyboards, Gesang
John Hollenbeck – Schlagzeug, Komposition
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel des Monats August 2024
Mein Sohn, Nephew and Bácsi! – Ephraim Kishon und Friedrich Torberg
Von Ephraim Kishon und Friedrich Torberg
Übersetzung: Dagmar Roth und David Axmann
Bearbeitung: Christian Papke und Leonhard Koppelmann
Regie: Leonhard Koppelmann Produktion: ORF 2024
Anschließend: Hauptsache Hörspiel – Folge 25
Von Hanna Steger und Max von Malotki
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Forum neuer Musik 2024“ Istanbul in Cologne – Feldforschungen zum Hochschulprojek „Postmigrantische Kulturen in Köln“ Von Anna Chernomordik
Die Radioausgabe des Forums neuer Musik „The Middle East in myself“ beginnt in der Kölner Musikhochschule. Historische Musikwissenschaft und Musikethnologie agieren hier erstmals gemeinsam, um das türkische Musikleben der Stadt für sich zu erschließen und zu kartografieren. Sabine Meine aus Köln und Erol Koymen aus Chicago, die akademischen Köpfe dafür, begegnen ihrem Gegenstand auch methodisch mit großer Offenheit. Für die beteiligten Studierenden ist die Feldforschung Neuland. Sie begann konkret in der Weidengasse, einer durch die türkische Arbeitsmigration geprägte Straße, nur 500 Meter vom Hochschulgebäude entfernt. Köln birgt viele Orte, die etwas wie „Istanbul“ im öffentlichen Leben beschwören. Auch die Lehreinrichtung selbst ist Teil der Untersuchung geworden, denn ab Herbst 2024 kann man hier das türkische Instrument Baðlama im Hauptfach studieren.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
„Hessen hören 8 – Marc Behrens“ 20 Zonen – Darmstadt
Schon als Jugendlicher hatte der (Klang-)Künstler Marc Behrens versucht, sein Darmstadt, in dem er 1970 geboren wurde, und besonders den Stadtteil Kranichstein akustisch zu fotografieren.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Große Oper auf dem Vulkan“ Die Lange Nacht zum Musiktheater in der Weimarer Republik
Von Robert Sollich Regie: Beate Ziegs
Die Goldenen Zwanziger – für kaum einen Lebensbereich galt dieses Wort tatsächlich so uneingeschränkt wie für das hauptstädtische Musik- und Theaterleben. Ungezählte Schauspiel- und Operettenhäuser, Kleinkunstbühnen und Revuepaläste, dazu drei große Opernhäuser machten Berlin in den Jahren der Weimarer Republik zu einem künstlerischen Mekka, das Einheimische und Fremde gleichermaßen in seinen Bann zog. Hier lag man Fritzi Massary und Richard Tauber zu Füßen, lauschte fernen Klängen von Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold oder Ernst Krenek, bewunderte die Tiller Girls im Admiralspalast und schwelgte im Metropol-Theater oder am Radio in den Melodien von Oscar Straus oder Paul Abraham. Man machte aber auch Skandal wegen Alban Bergs „Wozzeck“, stritt sich über die Inszenierungen an Otto Klemperers Krolloper und tanzte zu den Songs von Kurt Weill und Bertolt Brecht im „Dreigroschen-Keller“. In einer „Langen Nacht“ über das Musiktheater im Berlin der Weimarer Republik ersteht diese untergegangene Welt und ihre Geschichte von den wilden Anfängen in der Novemberrevolution bis zu ihrem jähen Ende 1933 wieder auf.