Die Radiotipps für den 7.6.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Weltkunst in der Provinz.“ Eine Lange Nacht über 70 Jahre documenta (in Kassel)
Von Ludger Fittkau Regie: Susanne Krings
Die Idee war kühn: in den Ruinen einer Stadt der Rüstungsindustrie alle fünf Jahre eine aktuelle Kunstausstellung mit internationaler Ausstrahlung veranstalten! Geht das? Bereits nach der ersten documenta vor 70 Jahren zeigt sich: Ja, es geht! Und spätestens nach drei documenta- Ausgaben Mitte der 1960er Jahre ist die Ausstellung ein internationales Ereignis mit großer Strahlkraft: Die Kunst in Kassel glänzt, zumindest alle fünf Jahre einmal, und sie greift in der Provinz die künstlerischen Themen Deutschlands, Europas und der Welt auf: Die 68er-Zeit, der Post-Kolonialismus, die Globalisierung und Kommerzialisierung des Kunst-betriebs – all das spiegelt sich in den bisherigen fünfzehn „Museen der 100 Tage“.
9:04 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Jazz global – Rund ums Mittelmeer. Mit Babette Michel
Mehr als 20 Länder säumen das „Mare Mediterraneum“, das Europa, Asien und Afrika verbindet. Wenn Jazz auf mediterrane Musikstile wie Flamenco, griechische Volksmusik, sardische Polyphonie oder auf nordafrikanische Rhythmen und Mikrotöne der arabischen Musik trifft, einstehen einzigartige Klänge. Wir begegnen Musiker*innen mit Wurzeln in Griechenland (Tania Giannouli, Petros Klampanis), Libanon (Rabih Lahoud), Frankreich (Sissoko-Segal-Parisien-Peirani), Italien (Paolo Fresu), Tunesien (Dhafer Youssef) und anderen Ländern, Inseln und Regionen dies- und jenseits des Mittelmeeres.
13:00 Uhr HR 2 Hörbar
Die grenzenlose Musikreise (Teil 1)
Uns zieht es in die Ferne an diesem Pfingstwochenende. Auch musikalisch. Die Reiselust ist ausgebrochen, etwa bei der französischen Combo Les Ogres de Barback: Die vier Geschwister erzählen uns, wie sie zu Reisenden geworden sind („Comment je suis devenu voyageur“).
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Frei weg!“ Von der Liebe zum Rudern
Von Jörn Klare Regie: Friederike Wigger
Ton: Hermann Leppich Deutschlandfunk Kultur 2021
Ich quäle mich bis zur Erschöpfung. Ich lasse mich herumkommandieren. Ich werde, was ich nie mehr sein wollte: Vereinsmitglied. Ich bin Mitte fünfzig und will einfach nur rudern. Warum? Ich weiß es nicht.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Piano Voices – Sängerinnen an den Tasten (2/2) Von Odilo Clausnitzer
Stimme plus Klavier, und manchmal auch noch ein selbstkomponiertes Repertoire dazu: Sängerinnen an den Tasten haben das künstlerische Gesamtpaket im Angebot. Manche von ihnen sind damit über die Jazz-Bubble hinaus bekannt geworden, wie Diana Krall, Jamie Cullum oder Kandace Springs. Die Isländerin Laufey ist mir ihren swingenden Songs bei einer jungen Generation überraschend populär. In diesem zweiten Teil von „Piano Voices“ stellen wir sie und andere zeitgenössische Künstlerinnen vor.
19:00 Uhr Bremen 2 Sounds
Die Umsonst & Draußen Festivalsaison ist bereits erfolgreich gestartet. Auf der Breminale, die vom 9. – 13. Juli wie gewohnt am Osterdeich stattfindet macht mit einer eigenen Bühne direkt am ersten Tag den Auftakt: Holler My Dear, Jesper Munk sowie die Schweizer Indiefolk-Gruppe Black Sea Dahu. Außerdem bietet der Kultursommer Oldenburg vom 11. – 20. Juli erneut ein vielfältiges Programm. Weiteres: Eine ganze Reihe an interessanten Acts hat derzeit neue Alben veröffentlicht.
19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots
Blue Notes in vielen Farben „Auf zu neuen Ufern!“
Blues-Musiker und -Songs unterwegs – auf den Crossroads, der Route 66 oder als Hobo auf dem Güterzug.
Mit Rory Block, The Doors, Muddy Waters.
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel – Kunstpalast
Triple Trauma – Drei Monster (1/3) Von Walter Filz
Regie: der Autor Produktion: WDR 2001
King Kong, Godzilla und der Weiße Hai: Drei Filme. Drei Monster. Aus drei Epochen. Sie alle sind Personifizierungen der Fortschrittsangst. Das Hörspiel rekonstruiert aus hunderten O-Tönen die Spuren, die sie hinterlassen.
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk Playback
Frisches Grün im Garten – Neue Krautrocker braucht das Land (Teil 2) Mit Wolfram Hanke
Heute geht es im „Zündfunk“ Playback noch einmal um eine Gruppe von Bands, die sich dem Krautrock verschrieben haben. Krautrock, das war kein fest definiertes Genre, aber vielleicht die einflussreichste und auch freieste Musik, die jemals aus deutschen Landen kam. Da gab es elektronische, experimentelle oder jazzige Bands und Bands, die den Grundstein für das legten, was man heute Weltmusik nennt. Sie alle haben gemeinsam, dass sie in den Seventies ihre Blütezeit hatten. Und jetzt, über 50 Jahre später, gibt es wieder eine Menge Musker*Innen, die sich auf diese Pfade begeben. Denen will unser Autor Wolfram Hanke nachspüren.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel des Monats
„LÉLÉ“ von Sathyan Ramesh
Regie: Leonhard Koppelmann
Ton & Technik: Alexander Nottny, Peter Harrsch Redaktion: Arne Salasse Produktion: hr 2024
Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:
Es gibt ihn noch, den Briefroman. Wir glaubten, wir hätten zu diesem Thema schon alles gesehen und gehört, und siehe, da kommt doch etwas Neues. Und zugleich etwas ganz Altes. In „Lélé“ schreiben sich beide Protagonisten tatsächlich Briefe. Und das wirkt nicht überholt oder antiquiert, sondern ganz natürlich. Denn einer der beiden sitzt im Knast. Der andere ist draußen.
Es ist die Umkehrung des Klassikers „Frau verliebt sich in Kriminellen, der im Gefängnis sitzt“. Hier nimmt der Mann Kontakt zu einer weiblichen Inhaftierten auf. Aus purer Höflichkeit. Gerhard bedankt sich postalisch für ein besonders schönes Hundehalsband, das er auf einer Website erworben hat, die handgefertigte Waren von Häftlingen vertreibt. Helene, genannt Lélé, die das Halsband hergestellt hat, antwortet. Ebenfalls schriftlich. Daraus wird mehr. Ein Briefwechsel.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
„Young Gun Silver Fox“ Mitschnitt vom 16. Juni 2023, Music Hall, Worpswede
Jede kleine Bewegung hinterm Bühnenvorhang wurde schon mit erstem Applaus belohnt: Es herrschte eine große Vorfreude in der Musichall Worpswede und das Publikum konnte es gar nicht erwarten, dass Young Gun Silver Fox endlich ihr Konzert beginnen. Und die Band löste sämtliche Erwartungen ein, groovte und spielte sich mit viel Humor und positiver Ausstrahlung noch tiefer in die Herzen des Publikums.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Revisited Forum neuer Musik 2022 „Nacido en valle, el río y la montaña“
Boris Alvarao: Txenca (Ausschnitt)
Eduardo Caceres: Cantos ceremoniales para aprendíz de Machi (Ausschnitt)
Rafael Diaz: Kyrie Mwono – Kyrie Eleison
Ramón Gorigoitia: Firnamento estelar II (Ausschnitt)
AuditivVokal Dresden; Ensemble Iberoamericano
Ltg: Joan Pagés
Carlos Andrés Rico: Nacido en valle, el río y la montaña (Ausschnitt)
Jorge Gregorio Garcia: Un amor, puro e incondicional (Ausschnitt)
Eva Zöllner, Akkordeon
Aufnahmen vom Oktober 2022 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal und in der „Alten Feuerwache“ Köln
Am Mikrofon: Frank Kämpfer
In Kolumbien artikuliert sich ein südamerikanischer Blick auf die Welt, der uns ungewohnt ist. Akkordeonistin Eva Zöllner, die das Land regelmäßig bereist, bemerkt solches auch im zeitgenössischen Komponieren. In ihrem Soloprojekt beim Forum neuer Musik 2022 „Con doble mirada – mit doppeltem Blick“ verdeutlichte sie, wie sich etwa Strukturen von Volksmusik mit Elektronik und politischem Denken verzahnen und wie ihr Instrument zugleich aus dem Populärmusikalischen kommt. Die Dresdner Formation AuditivVokal ging einen anderen Weg: In ihrem Konzertprogramm „Ecos Australes“ erklangen Arbeiten von Komponisten aus dem Umfeld der Katholischen Universität von Santiago de Chile, die sich mit Überlieferungen indigener Kulturen ihres Landes künstlerisch auseinandergesetzt haben und folglich Fragen aufwarfen.
23:00 Uhr HR2 The Artist’s Corner
„Zwischen Himmel und Erde: Wind und Stille (1)“ Musik von Erhard Grosskopf (1934-2025)
Das innerlich hörende Niederschreiben seiner Klangideen begriff Erhard Grosskopf als fortwährende Entwicklung. Das Ergebnis ist für den Berliner Komponisten “Prozessmusik“. Mit Stefan Fricke.
23:03 Uhr SWR Kultur Ohne Limit
„Trieb. (Punkt) Krieg“ Hörspiel von Luise Voigt mit Texten von August Stramm
Musik: Friederike Bernhardt Regie: Luise Voigt (Produktion: SWR 2023)
Der promovierte Postsekretär August Stramm zählt zu den radikalsten Dichtern des Frühexpressionismus. Geboren 1874, fing er erst im Alter von Ende 30 an zu schreiben. Den Beginn des I. Weltkriegs begrüßte er. Er fiel am 1. September 1915 an der Ostfront. In Stramms schmalem Werk geht es um Sex, Verführung und Kampf, Krieg, Verzweiflung, Tod. Seine Sprache hat nichts mit linker Erlösungsmetaphorik der „Oh Mensch!“-Dichtung der 1920er Jahre zu tun. Auch noch heute bleibt sie modern, wirkt wie von den grellen Jazz-Synkopen vorangetrieben, arbeitet mit der Auflösung syntaktischer, grammatischer und semantischer Strukturen, verwendet verkürzte Wörter, Neologismen und Ein-Wort-Zeilen. Ist ekstatisch, weiß um den Blues.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst
‹Breath_IN_OUT› von INVERT
Die neue Produktion von Natascha Nikeprelevic und F.X. Randomiz aka. INVERT ist der zweite Teil ihrer Trilogie ‹Innenschau›, die sich künstlerisch mit der Pandemie auseinandersetzt. Breath_IN_OUT fächert ein Kaleidoskop von albtraumartigen Sequenzen auf, die mittels penetranter Fokussierung auf das (scheinbar) simple Moment des Atmens eine geradezu manische Ausdrucksform generieren.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Weltkunst in der Provinz.“ Eine Lange Nacht über 70 Jahre documenta (in Kassel)
Von Ludger Fittkau Regie: Susanne Krings
Die Idee war kühn: in den Ruinen einer Stadt der Rüstungsindustrie alle fünf Jahre eine aktuelle Kunstausstellung mit internationaler Ausstrahlung veranstalten! Geht das? Bereits nach der ersten documenta vor 70 Jahren zeigt sich: Ja, es geht! Und spätestens nach drei documenta- Ausgaben Mitte der 1960er Jahre ist die Ausstellung ein internationales Ereignis mit großer Strahlkraft: Die Kunst in Kassel glänzt, zumindest alle fünf Jahre einmal, und sie greift in der Provinz die künstlerischen Themen Deutschlands, Europas und der Welt auf: Die 68er-Zeit, der Post-Kolonialismus, die Globalisierung und Kommerzialisierung des Kunst-betriebs – all das spiegelt sich in den bisherigen fünfzehn „Museen der 100 Tage“.