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Die „Sphinx von Delft“ Eine Lange Nacht über den Maler Johannes Vermeer

Von Berit Hempel. „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ ist Johannes Vermeers berühmtestes Werk. Nur wenige seiner Bilder sind überliefert, über den 1632 in Delft geborenen Maler ist nur wenig bekannt. Aber was es über ihn zu erzählen gibt, ist spannend wie ein Krimi.

Für seine Geburtsstadt Delft ist Johannes Vermeer ein Touristenmagnet, nicht nur wegen des berühmten Mädchens mit dem Perlenohrring. Der Protestant Johannes Vermeer wurde 1632 in Delft geboren und verbrachte dort bis zu seinem Tod 1675 die meiste Zeit seines Lebens. Auch wenn das Haus nicht mehr steht, in dem der Künstler lebte, hat er seine Spuren hinterlassen zwischen schmalen Grachten, engen Gassen und auf dem weiten Marktplatz. Weniger als 40 Gemälde von ihm sind erhalten, Skizzen existieren nicht, wer ihn ausbildete weiß niemand. Er gilt auch als die Sphinx von Delft, weil so wenig über ihn bekannt ist. Und doch gibt es viel über ihn zu erzählen – über seine einzigartigen Gemälde, seine Zeit im niederländischen Delft, über falsche Zuschreibungen Suchgräben im Ölgemälde, übermalte Motive. Manche Geschichten gleichen einem Krimi, in dem eine Schmutzschicht zur Lösung eines Rätsels beiträgt. Was er selbst zu erzählen hatte, erzählte er in seinen unnachahmlichen Gemälden. Musizieren wird zum Liebensbekenntnis, Prostituierte werden bei der Kupplerin bezahlt. Besondere Bedeutung maß der Künstler dem Licht bei. Der Sonnenschein spiegelt sich bei ihm in Perlen und Gläsern. Im Laufe der Jahrhunderte kann sich die Interpretation eines Bildes auch völlig ändern, indem in seinem Hintergrund ein neues Motiv auftaucht. Beim „Brieflesenden Mädchen am offenen Fenster“ wurde vor wenigen Jahren ein Liebesgott freigelegt, der von einer fremden Person übermalt worden war und der den Text in den Händen des Mädchens in einen Liebesbrief verwandelte. Leben und Werk von Vermeer sind Stoff für Bücher, Filme – und für Lange Nächte.

Die „Sphinx von Delft“
Eine Lange Nacht über den Maler Johannes Vermeer
Autorin: Berit Hempel
Regie: Jan Tengeler

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 6.12.2025

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