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„Die Sprache aber bleibt Treibsand“ Eine Spurensuche mit dem Schriftsteller und Totengräber Mario Schlembach

„Nicht genügend, Themenverfehlung!“, hieß der handschriftliche Vermerk unter der ersten Deutschschularbeit, die Mario Schlembach fehlerfrei abgab. Er hatte – anstelle der geforderten klassischen Erörterung – einen inneren Monolog verfasst.

Mit Johannes Silberschneider und Irina Wanka. Feature von Nikolaus Scholz

Auch sein erster Roman „Dichtersgattin“ ist quasi ein innerer Monolog, der Ende November 2019 am Innsbrucker Kellertheater uraufgeführt wurde. Im Mittelpunkt des Stückes steht die kunstsinnige und ins Burgtheater vernarrte Hedwig, die sich in den Kopf gesetzt hat, als Muse ihres Gatten zu reüssieren, wie einst Alma Mahler-Werfel.

In den zwei Jahrzehnten, die zwischen diesen beiden inneren Monologen vergangen sind, liegen ein Sommerjob als Postler, eine dreimonatige Weltreise, der Grundwehrdienst beim Bundesheer und Studien der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie der Philosophie und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien.

Auch hatte Mario Schlembach seinem Vater – den Totengräber von Sommerein – seit der Kindheit bei der Arbeit assistiert und während des Studiums als Bestattungshelfer auf verschiedenen Friedhöfen Wiens gearbeitet. Den pragmatischen Umgang mit dem Tod verarbeitete der auf einem Aussiedlerhof aufgewachsene Bauernsohn in seinem zweiten Roman „Nebel“, in dem Mario Schlembach in die Untiefen des menschlichen Lebens führt.

© Ö1, Tonspuren, 26.1.2020

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