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Dokumentarfilm zum Klavier „Wie man Hämmer hauchen lässt“

Von Max Nyffeler (FAZ). Wie wird aus einem Möbelstück ein lebendiges Wesen? In einem Dokumentarfilm von Jan Schmidt-Garre erkundet der Pianist Francesco Piemontesi „Die Alchemie des Klaviers“.

Aus Sicht des Publikums ist die Sache einfach: Der Pianist setzt sich ans Klavier, greift in die Tasten und bringt ein Werk zum Erklingen. Doch was sich hinter der Wahrnehmungsoberfläche abspielt, welche komplexen Vorgänge der klanglichen Realisierung vorangehen, bleibt dem Hörer verborgen.

Der Film „Die Alchemie des Klaviers“ von Jan Schmidt-Garre leuchtet die Hintergründe aus und findet dabei in Francesco Piemontesi, einem führenden Pianisten der mittleren Generation, einen erstklassigen Gewährsmann. In locker geführten, aber punktgenau fokussierten Werkstattgesprächen mit befreundeten Musikern legt Piemontesi den innersten Kern des pianistischen Handwerks frei, und je tiefer der Film in die Materie hineintaucht, je subtiler die Erkenntnis ausfällt, desto klarer wird: Es bleibt ein Rest, der sich dem begrifflichen Verständnis und bewussten Wollen entzieht. Oder, wie es im Zitat von Sergej Rachmaninow heißt, das am Schluss auf Schwarzfilm eingeblendet wird: „In jedem guten Klavierspiel gibt es einen Lebensfunken, der aus der Aufführung eines Werks eine lebendige Gestalt macht. Er existiert nur im Augenblick und ist unerklärlich.“



© FAZ, Feuilleton, 17.11.2024

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