Erroll Garners „Concert by the Sea“
„Einige glauben, schönen Jazz gäbe es nicht. Es gibt ihn.“ Erroll Garner lieferte den fröhlichen Kontrapunkt zu einer zunehmend akademisch klingenden Musik. Ein bes(ch)wingter Heiligabend mit „the most happy piano“.
Mit Karsten Mützelfeldt
Berühmt für humorvolle Einleitungen und ein begleitendes Grunzen, kannte sein tönender Frohsinn keine Grenzen, auch keine institutionellen: Kaum eine Konzerthalle, deren steife Atmosphäre nicht seinem Charme erlag, selbst einen Kirchenauftritt vor andächtig lauschenden Nonnen eröffnete er lächelnd mit „Love for Sale„, einem Lied über käufliche Liebe. Einer von Garners Spitznamen war Little Elfie – eine Anspielung auf sein schelmisches Grinsen und seine Körpergröße. Die ließ ihn anfangs noch auf Cola-Kisten sitzen, später legte er sich ein Telefonbuch auf den Klavierhocker. WDR 3 Jazz & World an Heiligabend eröffnet mit einem Auftritt im kalifornischen Künstlerort Carmel. Der Mitschnitt von 1955 sollte Erroll Garners berühmtestes Album werden – und eine der meistverkauften LPs der Jazzgeschichte: „Concert by the Sea“.
The Most Happy Piano – Erroll Garners „Concert by the Sea“
Aufnahme vom 9. September 1955 in Carmel-by-the-Sea, Kalifornien
Erroll Garner – Klavier
Eddie Calhoun – Bass
Denzil Best – Schlagzeug
© WDR 3, Jazz & World, 24.12.2018