Essay: 55 Voices for Democracy (7) – Demokratie und Freiheit
Für „55 Voices for Democracy“ lädt das Thomas Mann House in Los Angeles intellektuelle Stimmen ein, um über Demokratie nachzudenken, etwa den Journalisten Mohamed Amjahid, die Philosophin Rahel Jaeggi und die Rechtswissenschaftlerin Susanne Baer.
Das Projekt knüpft an die 55 BBC-Radioansprachen an, in denen sich Thomas Mann während der Kriegsjahre an Hörer und Hörerinnen in Deutschland, der Schweiz, Schweden, den besetzen Niederlanden und Tschechien wandte.
Den Begriff der Freiheit umkreisen jeweils Mohamed Amjahid, Susanne Baer und Rahel Jaeggi in ihren Reden. So geht der Autor und Journalist Amjahid einem falsch verstandenen Begriff von Liberalismus nach. Susanne Baer macht klar, warum es mithilfe des Rechts darum gehen muss, Freiheit in Bahnen zu lenken. Für die Rechtswissenschaftlerin und ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichtes wird das politische Wirken von Erika Mann – auch auf ihren Vater Thomas Mann – zum Vorbild und zur Inspirationsquelle. Dass der aktuelle Vertrauensverlust gegenüber der Demokratie darin begründet liegt, dass es immer noch Sphären gibt, die von demokratischen Entscheidungen ausgeschlossen bleiben, verdeutlicht die Philosophin Rahel Jaeggi. Bürgerinnen und Bürger einer demokratischen Gesellschaft brauchen erst einmal die Freiheit, Einfluss nehmen zu können.
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 10.8.2025