„Euphorie und Rausch in den Künsten“ Von Gordon Kampe
Vor fast 10 Jahren gewann die schwedische Sängerin Loreen mit „Euphoria“ den eurovison-song-contest in Baku und stürmte mit ihrem Dance-Hit die Charts. „Euphoria, an everlasting piece of art“ – heißt es in ihrem Text.
Wie steht es heute um den Begriff der Euphorie, des Hochgefühls, der übersteigerten Begeisterung in der Kunst der Gegenwart?
Euphorie – heute und damals
Nach vielen, oft womöglich „freudlosen“ Monaten der Pandemie, wie ist es da um die Stimmung etwa von Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Genres bestellt, die nicht selten mit unterschiedlichen Stimmungen arbeiten? Was an der Kunst ist es, das Menschen euphorisch werden lässt?
Plötzlich brachen die Viertausend, Hörer wie Ausführende, los, und dieser Sturm währte fast eine halbe Stunde. Man wich nicht, und Mahler mußte kommen, immer wieder kommen. (…) Draußen warteten die Wagen; aber als Mahler kam, ein kaum je verkostetes Glück auf dem Antlitz, fand sich nur langsam ein Weg für ihn durch die immer noch erregten Scharen.
Bericht eines Augen- und Ohrenzeugen von der euphorisch aufgenommenen Uraufführung von Mahlers Achter Symphonie 1910
Diese Sendung habe ich leider selber nicht mehr!
© SWR 2, Thema Musik, 19.1.2022
Gustav Mahler:
Finale aus der Sinfonie Nr. 8
Philadelphia Orchestra mit Yannick Nézet-Séguin
Ottorino Respighi:
La befana, aus: Feste romane
Boston Symphony Orchestra mit Seji Ozawa
Arcangelo Corelli:
Follia
Jordi Savall
Hespèrion XXI
Johann Strauß:
Evviva Caramello, aus: Eine Nacht in Venedig
Grazer Philharmoniker mit Marius Burkert
Olivier Messiaen:
Finale der Turangalîla-Symphony
Sinfonieorchester des SWF Baden-Baden mit Yvonne Loriod
Claudio Monteverdi:
Pur ti miro, aus L’incoronazione di Poppea
Christina Pluhar
Richard Wagner:
Mild und leise, aus: Tristan und Isolde
Margret Price, Staatskapelle Dresden, Carlos Kleiber
Alexander Skrjabin:
Le Poème de l’Extase
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko
Gustav Mahler:
Finale Sinfonie Nr. 2
Berliner Philharmoniker
Simon Rattle
Alexander Schubert:
convergence, UA
Thomas Adés:
Ecstasio, aus: Asyla
London Symphony Orchestra, Thomas Adés
Gordon Kampe:
Atemarie, Musik zu Ben Riepes Choreographie »Geschöpfe«
Peter Boström, Thomas Gustafsson:
Euphoria
Loreen, Ensemble
Gordon Kampe wurde 1976 in Herne geboren. Nach einer Ausbildung zum Elektriker absolvierte er ein Kompositionsstudium bei Hans-Joachim Hespos, Adriana Hölszky und Nicolaus A. Huber. Seit 2017 ist er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Kampe ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und Autor von kulturpolitischen Kolumnen.