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„Fantasie beseelt die Luft!“ Die Lange Nacht der philippinischen Literatur

Von Stephanie von Oppen und Katharina Borchardt. Die Kolonialzeit bleibt ein Thema der philippinischen Literatur, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Auch Romane, die von der Marcos-Diktatur, den Overseas Filipino Workers und ausgeprägtem Klassismus im Land erzählen, sind von großem Interesse.

Über 7.000 Inseln – das sind die Philippinen. Deswegen spricht man dort auch 170 verschiedene Sprachen. Daran konnten weder die Spanier, die den Archipel 300 Jahre lang beherrschten, noch die Amerikaner etwas ändern, die die Philippinen weitere fünfzig Jahre besetzten. Seit 1946 ist das Land unabhängig und Filipino seit 1987 die Nationalsprache. Aktuelle Literatur wird vor allem auf Englisch und Filipino geschrieben. Einige dieser Bücher erscheinen dieses Jahr auch in deutscher Übersetzung, denn die Philippinen sind das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse. Tatsächlich spielt die Kolonialzeit bis heute eine Rolle in der philippinischen Literatur. Schon Nationalheld José Rizal schrieb Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Spanier an. Sein Roman „Noli me tangere“ wird bis heute hoch verehrt. Doch auch die Romane, die von der Marcos-Diktatur, von Oversea Filipino Workers und dem bis heute ausgeprägten Klassismus im Land erzählen, benennen Folgen des Kolonialismus. Aktuell werden in der Literatur auch vermehrt Naturkatastrophen aufgearbeitet. Wichtig sind zudem die vielen lokalen Geister, von denen vor allem die sehr lebendige Comicszene erzählt. Die Literatur der Philippinen blüht – vor allem im Großraum Manila, aber auch auf vielen großen und kleinen Inseln. Doch nicht jeder Filipino kann sich Bücher leisten. Deswegen gibt es vor allem in ländlichen Regionen so genannte „Book Nooks“, Büchernischen, in denen jeder kostenlos lesen kann. Von all dem erzählen wir in dieser Langen Nacht der philippinischen Literatur. Gehen Sie mit uns auf eine dreistündige Lesereise!

Fantasie beseelt die Luft!
Die Lange Nacht der philippinischen Literatur
Von Stephanie von Oppen und Katharina Borchardt
Regie: Philippe Brühl

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 11.10.2025

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