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„Franziska Linkerhand“ Nach einem Roman von Brigitte Reimann

Der Roman Franziska Linkerhand, „drüben im Westen“ an erster Stelle auf den Bestsellerlisten, ist ihre Hinterlassenschaft. Brigitte Reimann schildert das Schicksal einer Frau, die bei Kriegsende zehn Jahre alt ist.

Sie stammt aus einer großbürgerlichen Verlegerfamilie. Als sie kaum erwachsen ist, gehen die Eltern nach Westdeutschland. Zurück bleiben Franziska und ihr Bruder, denen westliche Wertvorstellungen fremd sind. Sie wird Architektin, der Bruder Naturwissenschaftler. Die Ehe zwischen ihr und einem Arbeiter geht rasch auseinander. Franziska flieht nach Neustadt an der polnischen Grenze und hilft − unermüdlich dagegen protestierend − mit, „Fernsehhöhlen“, Schlafstädte ohne Leben aus dem Boden zu stampfen. Sie verliebt sich in einen Intellektuellen, der aus politischen Gründen im Gefängnis war und jetzt als Kipperfahrer arbeitet. Als sie ihn verlässt, versucht sie, die Kluft zwischen ihm und ihr schreibend zu überbrücken. Der Roman, der autobiografische Züge trägt, beschreibt ein Stück DDR, wie es für uns weitgehend unbekannt ist.



Franziska Linkerhand
Von Brigitte Reimann
Mit Hildegard Schmahl, Gottfried John Wilhelm, Bernd Herberger, Alexander May, Marlis Schoenau, Felix von Manteuffel, Henning Schlüter, Gert Haucke, Angela Hillebrecht, Katrin Simon, Rita Russek, Karl Renar, Karin Kernke, Michael Degen, Helga Anders, Marlis Compère und anderen
Bearbeitung: Martha Meuffels
Regie: Ulrich Gerhardt
BR/RIAS Berlin 1976

© Bayern2, Hörspiel, 8.10.2022

Brigitte Reimann (1933−73), deutsche Schriftstellerin, Auszeichnung u.a. Heinrich-Mann-Preis (1965), Werke u.a. Katja. Eine Liebesgeschichte aus unseren Tagen (1953), Ankunft im Alter (1961), Franziska Linkerhand (unvollendet, 1974). Weitere Hörspiele u.a. (mit Siegfried Pitschmann) Ein Mann steht vor der Tür (Radio DDR, 1960), Sieben Scheffel Salz (Rundfunk der DDR 1960).

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