Neben dem Trio ist das Solo-Konzert Fred Herschs bevorzugtes Format. Einer der weltweit besten Jazz-Pianisten präsentierte sich diesmal nicht im Club, sondern in einem außergewöhnlichen Ambiente, dem prachtvollen Ludwigsburger Residenzschloss.
Mit Karsten Mützelfeldt
Fred Hersch spielte in jungen Jahren unter anderem mit Joe Henderson, Stan Getz, Art Farmer, Charlie Haden, Sonny Rollins und Toots Thielemans. Inzwischen konzentriert sich der heute 63-Jährige auf eigene Projekte und wird nach längerer krankheitsbedingter Pause international gefeiert. Bekannt für seine nuancenreiche Anschlagskultur, folgt er bei Solo-Auftritten einer wohlkalkulierten Dramaturgie: Auf einen Jazz-Standard folgt ein Joni-Mitchell-Song, ein Titel von Thelonious Monk und ein Stück seines Lieblingskomponisten Antonio Carlos Jobim. Immer wieder nachhaltigen Eindruck hinterlässt das Finale seiner Konzerte – so auch bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen: Am Ende spielte er ,Valentine’, Fred Herschs Hommage an die Liebe und das Leben – sowie eine unter die Haut gehende Interpretation von Billy Joels Pop-Ballade ,And So It Goes’.
Er sei der «vielleicht durchdringendste, klarste, intelligenteste und radikalste Klaviervirtuose des modernen Jazz», schrieb die Wochenzeitung «Die Zeit» über den…