„Große Oper auf dem Vulkan“ Die Lange Nacht zum Musiktheater in der Weimarer Republik
Von Robert Sollich. Golden waren die 1920er vor allem für das Musik- und Theaterleben. Viele Schauspiel- und Operettenhäuser, Kleinkunstbühnen und Revuepaläste, dazu drei große Opernhäuser machten das Berlin der Weimarer Republik zu einer künstlerischen Hauptstadt.
Die Goldenen Zwanziger – für kaum einen Lebensbereich galt dieses Wort tatsächlich so uneingeschränkt wie für das hauptstädtische Musik- und Theaterleben. Ungezählte Schauspiel- und Operettenhäuser, Kleinkunstbühnen und Revuepaläste, dazu drei große Opernhäuser machten Berlin in den Jahren der Weimarer Republik zu einem künstlerischen Mekka, das Einheimische und Fremde gleichermaßen in seinen Bann zog. Hier lag man Fritzi Massary und Richard Tauber zu Füßen, lauschte fernen Klängen von Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold oder Ernst Krenek, bewunderte die Tiller Girls im Admiralspalast und schwelgte im Metropol-Theater oder am Radio in den Melodien von Oscar Straus oder Paul Abraham. Man machte aber auch Skandal wegen Alban Bergs „Wozzeck“, stritt sich über die Inszenierungen an Otto Klemperers Krolloper und tanzte zu den Songs von Kurt Weill und Bertolt Brecht im „Dreigroschen-Keller“. In einer „Langen Nacht” über das Musiktheater im Berlin der Weimarer Republik erstehen diese untergegangene Welt und ihre Geschichte von den wilden Anfängen in der Novemberrevolution bis zu ihrem jähen Ende 1933 wieder auf.
Große Oper auf dem Vulkan
Die Lange Nacht zum Musiktheater in der Weimarer Republik
Von Robert Sollich
Regie: Beate Ziegs
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 2.11.2024