Musiktipps

Hank Williams zum 100. „Die Stimme der Einsamkeit“

Am Sonntag (17.9.2023) wäre Hank Williams 100 geworden. Seine Songs waren wie sein Leben: genial und tragisch. Ihre Präzision legte den Maßstab für alle Songwriter. Von Karl Fluch.

Wenn seine nächste Veröffentlichung kein Hit würde, wolle er alles hinschmeißen, scheiß auf die Musik. Jahrelang grundelte er schon herum, spielte in Juke-Joints hinter Hühnergittern, die die Bühne vor den Gläsern und Flaschen der Besoffenen schützten, und kassierte zur Gage mehr als einmal ein blaues Auge obendrauf.



Doch die im Februar 1949 veröffentlichte Single Lovesick Blues veränderte alles. Das Lied stand 16 Wochen an der Spitze der Charts, den Rest des Jahres nicht weit davon entfernt. Hank Williams wurde über Nacht ein Star, doch sein Glück konnte er buchstäblich nicht fassen. Zwar hatte er plötzlich Geld, doch das gaben er und seine Frau mit der Verve neureicher Deppen sofort wieder aus. Für Autos und alles, was glitzerte und funkelte. „Er führte sich auf wie ein Lottosieger, der nur noch einen Monat zu leben hat“, sagte ein Mitmusiker. Sehr viel länger blieb ihm tatsächlich nicht.



© Der Standard, Kultur, 17.9.2023

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