Hörspiel: „Lila und Fred“ Frei nach Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ Von Cristin König

Fred, Sohn eines Industriellen, soll den Vater durch eine Geldheirat vor der Pleite retten. Lila, die Tochter eines Musikers, der jetzt als Firmen-Hausmeister arbeitet, sorgt sich um den erkrankten Vater. Sie wird umworben von dem Assistenten des Chefs. Mit dessen Zustimmung und in eigenem Interesse will er dem Sohn die Freundin ausspannen.

Aus der Jurybegründung zum Hörspiel des Monats August 2016:
„Erstaunlich, wie gut dieses Experiment funktioniert: Cristin König hat Friedrich Schillers Jugenddrama „Kabale und Liebe“ auf den Prüfstand des 21. Jahrhunderts gestellt – und siehe da, der Klassiker hält phantastisch stand. Schillers Rhetorik hat die Autorin in ein eigenwillig atemloses Stammeln übersetzt. Diese Kunstsprache entspricht exakt den Zumutungen eines moralisch korrupten Geldadels, die einem die natürliche Sprache verschlagen können. Mit der Zuspitzung der Ereignisse wandelt sie sich zum puren Angstdiskurs: Ihr steht akustisch sozusagen der Schweiß auf der Stirn. Mit sparsamen, aber extrem wirkungsvollen klanglichen Mitteln wird die Dramatik der Handlung geschärft. Kurze Phrasen, manchmal beiläufig gespielt im Hintergrund, manchmal als Interpunktion explodierend eingesetzt. Eine großartige Leistung von Friederike Bernhardt und der Regie.“

Lila und Fred
Frei nach Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“
Von Cristin König
Regie: die Autorin
Mit: Claudia Eisinger, Sebastian Schwarz, Jenny Schily, Jörg Hartmann, Arnd Klawitter
Komposition: Friederike Bernhardt
Ton: Thomas Monnerjahn
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 3.5.2020

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