Hörspiel: „Tell Me Something Good, Stockhausen!“ Digitale Gesänge von wittmann/zeitblom (in 3D Audio)
The Story goes like this: 1956 versuchte Karlheinz Stockhausen im „Gesang der Jünglinge“ Dystopie und Utopie zu vereinen. Eine der vielen Legenden um dieses Kunstwerk könnte lauten, dass der Komponist aus der Schwärze seiner eigenen Kindheit und den Flammen des Holocaust einen Lobgesang auf den Herrn erschaffen wollte und dazu die Unschuld des Knabengesangs mit elektronischer Musik verschmolz.
Doch, so betonte der Schöpfer des Kunstwerks selbst, ging es beim „Gesang der Jünglinge“ im Feuerofen nicht um den Inhalt, sondern um das rituelle Moment der Sprache. Sein selbst proklamiertes Ziel war, mit einer 5-Kanal-Klangmaschine die damaligen Mono-Hörgewohnheiten signifikant zu erweitern – und was könnte sich besser dazu eignen, als seine Installation im Kölner Dom zu Ehren Gottes erklingen zu lassen. Visionär, provokant, kalkuliert? Wie dem auch sei. Das Werk wurde seitens der Kirchengemeinde als „zu denaturiert“ abgelehnt. Auch diese Erfahrung dürfte Stockhausen 1971 zu einer seiner klügsten Thesen geführt haben: „Change the method! – New methods change the experience. New experiences change man.“
3D-für-Kopfhörer:
Normale Version:
„Tell Me Something Good, Stockhausen!“ Digitale Gesänge von wittmann/zeitblom
Sprecher: Alice Dwyer, Sabin Tambrea, PURE Vox Machine und Christian Wittmann
Gesang: Mika Bajinski und Sinclair Zedecks
Realisation: wittmann/zeitblom
Programmierung: zeitblom
Ton: Boris Wilsdorf
Regieassistenz: Magdalena Schnitzler
Produktion: NDR/DLF/BR 2020 l URSENDUNG l 61 min.
Redaktion: Michael Becker
© NDR Kultur, Hörspiel, 1.4.2020
schlicht großartig. frau wang (1) war begeistert, harari sofort heraus zu hören und endlich machten die ezählungen eines chinesischen podcasters, der den namen stockhausen in einer seiner sendungen über „das studio als instrument“ fallen ließ, sinn 😉
Ja dieses Hörspiel ist schon etwas besonderes! Auch die Umsetzung in 3D Audio ist sehr zu empfehlen.
ich bin ein bißchen irritiert, ich hatte das ja an dem abend beim dlf vor ner woche oder so mitgeschnitten. das war die 3D. oder die normalversion? der text auf der seite läßt mich denken, ersteres. mit „binaural“ aufnahmen bin ich leidlich vertraut, in den 80ern habe ich ein paar konzerte (ua. die von roman bunka) mit sennheiser binaural mikes aufgenommen – ich war wohl der, der die anderthalb stunden still stehen konnte … bei dem lebach konzert zb. geht ne freundin um mich herum und redet. eigentlich sind alle konzerte hier, fehlfarben, ax genrich, bunka, alexis korner oder burning spear binaural, sprich „3D“. lou reed hat auch damit auf „street hassle“ herumexperimentiert.
Verstehe. Die Ursendung war wirklich auf NDR Kultur und dort haben sie 2 Versionen angeboten. Auf Deutschlandfunk gab es nur die „normale Version“.