„Hongkong Airport, 23.45h“ Hörspiel von Sibylle Berg

Schließlich sind es auch die Kunststoffschalensitze, die den Absprung leichter machen. Orange, kirschrot oder Business-grau. Abschiedsmöblierung auf jedem Flughafen dieser Welt. Auch Sibylle Bergs Helden, drei Glücksritter, lassen sich von diesen Sitzen aus in die Welt schleudern, fort aus einer Heimat, die ihr Versprechen auf Glück nicht gehalten hat.

Die ihre Definition eingebüßt hat, weil sie Wärme und Halt verweigert. Wie die Schalensitze am Flughafen. Irgendwo auf dieser Erde zieht man dann Zwischenbilanz, Exotik und Elend im Reisegepäck. „Bleiben und Stille bewahren?“ Dafür ist es jetzt zu spät. In jedem Fall für Andreas, Gudrun und Nele. Andreas, ein ehemaliger Hippie, ehemaliger Hotelbesitzer, ehemaliger fast im Tsunami Ertrunkener. Gudrun war in beinahe allen Ländern, über die es einen „Lonely Planet“ gibt. Sicher ist allein, dass sie sich immer verliebt – und das immer unglücklich. Nele ist durch viele Zufälle in der Filmindustrie gelandet und hat durch einen noch größeren Zufall 20 Millionen geerbt. Die drei begegnen sich in Hongkong, Airport, 23.45h.



Hongkong Airport, 23.45h
Von Sibylle Berg
Regie: Claudia Johanna Leist
Mit: Christian Redl, Angelika Bartsch, Anna Thalbach, Zhang Danhong, Sibylle Berg
Ton und Technik: Günther Kasper
Produktion: WDR 2007

Sibylle Berg, geb. 1962 in Weimar, lebt als Buchautorin, Essayistin und Dramatikerin in Zürich. Texte unter anderem „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ (1997), „Sex II“ (1998), „Das Unerfreuliche zuerst“ (2001), „GRM. Brainfuck.“ (2019), „Nerds retten die Welt“ (2020).

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 11.4.2021

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