Jazz-Saxofonist David Murray „Bebop in der Hinterhand“
Von Maxi Broecking (TAZ). Der New Yorker David Murray ist eine wichtige Figur der Downtown-Loftszene. Nun kommt der politische Künstler zum Berliner Jazzfest. Ein Portrait.
Es ist 11 Uhr morgens in Harlem, als sich David Murray in New York zum Zoom dazuschaltet. Er ist guter Dinge. Am Tag zuvor war er mit vielen anderen bei den „No Kings“-Demonstrationen, landesweiten Protesten gegen Donald Trump und seinen autokratischen Herrschaftsstil. Sieben Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner sind im ganzen Land gegen Trumps Politik auf die Straße gegangen.
„Dieser Präsident ist das Schlimmste, das dem Land je passiert ist“, erklärt der 70-jährige Künstler ernst. In seinen Kompositionen und Improvisationen reflektiert er die aktuellen Ereignisse und sieht ein Land am Niedergang. „Ich spiegele die Gesellschaft in meiner Musik, ich kann nicht anders, das ist wie Treibstoff für meine Kunst.“
© TAZ, Kultur, Musik, 29.10.2025