Jazzfest Berlin 2025: Makaya McCraven & Band
Mit Thomas Loewner (DLK). Der Chicagoer Schlagzeuger und Bandleader Makaya McCraven gehört zu den Schlüsselfiguren einer neuen musikalischen Bewegung, die ihre Wurzeln im Jazz hat und doch weit über dessen Grenzen hinausgeht. Im Zentrum seiner breit gefächerten Ästhetik stehen Konzepte wie die Improvisation und die Echtzeitkomposition, doch verweigert er sich jedweder Kategorisierung.
Sein Aufstieg ist eng mit dem des Chicagoer Labels International Anthem verbunden, das in seiner Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Künstler*innen ebenfalls eine ganzheitliche Sensibilität dem bloßen Purismus vorzieht. Auf McCravens jüngstem Album für das Label, „In These Times“, nutzte er das Studio für eine Auseinandersetzung mit der Geschichte Schwarzer Musik und insbesondere den symphonischen Arbeiten von Figuren wie Charles Stepney für Chess Records oder Curtis Mayfield. Er verschmolz den Jazz und R&B der 1970er-Jahre mit orchestraler Vielschichtigkeit und verlieh dem Ganzen einen frischen, vom Hip-Hop beeinflussten rhythmischen Schub.
Seinen Durchbruch erlebte der Schlagzeuger im Jahr 2015 mit dem Album „In The Moment“, auf dem er mit groove-orientierten Improvisationen arbeitete. Diese fügte er als Produzent zu komplexen Gebilden zusammen und ließ dabei moderne Studiotechniken mit fieberhaften Live-Sessions kollidieren. Diese Vorgehensweise hat ihm eine Vielzahl von musikalischen Möglichkeiten eröffnet, die von der reinen Improvisation bis hin zu ausgefeilten Arrangements von im Studio entworfenen Blaupausen reicht. Das Publikum darf gespannt darauf sein, welches Programm McCravens agiles Quartett mit dem Trompeter Marquis Hill, dem Gitarristen Matt Gold und dem Bassisten Junius Paul in den drei Jahren seit der Veröffentlichung von „In These Times“ für die Bühne entwickelt hat. © Alle Texte: Jazzfest Berlin 2025
Makaya McCraven & Band:
Makaya McCraven, Schlagzeug und Elektronik
Junius Paul, E-Bass
Matt Gold, E-Gitarre
Marquis Hill, Trompete
© Deutschlandfunk Kultur, In Concert, 14.4.2026