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„Jenseits der Exotik“Die Koto-Spielerin Miya Masaoka

Von Harry Lachner

Bereits im Instrument selbst spiegelt sich der Ansatz Miya Masaokas: die Auseinandersetzung mit einem traditionellen, ja geradezu Jazz-fremden Klang – und der Wille zur Erkundung des Fremden und Befremdlichen. „Als Komponistin, die sich mit neuen Klängen, Kontexten, Strukturen und Wirklichkeiten beschäftigt, habe ich keine andere Wahl als meine eigene musikalische Wirklichkeit zu schaffen“, sagte die Kotospielerin in einem Interview. Geprägt ist Masaokas persönliche Realität von der Musiktradition Japans ebenso stark wie von der Entwicklung des freien Jazz. Mit ihrem Album „Monk’s Japanese Folk Song“ befreite Masaoka 1997 einige Kompositionen Thelonious Monks von jedem Anflug des Klischierten und Vertrauten. In ihrer Absicht, das Unwägbare zu wagen, konzentrierte sie sich in vielen Projekten in erster Linie auf die freie Improvisation – mit Musikern wie Andrew Cyrille, Jon Rose, Henry Kaiser oder George Lewis. Sie erweitert in ihrer Ästhetik nicht nur die Sprache der Koto, sondern ringt den Vorstellungen eines aktuellen Jazz ganz neue Aspekte ab.

© SWR 2, SWR2 NOWJazz, 18.12.2015,

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