Klaus Walter über das neue Album „Professional People“ von Fehler Kuti

Fehler Kutis Album „Professional People“ mischt Jazz, Soul und Postpunk. Er besingt Herkunft und Klasse – und denkt darüber in einem Buch nach.

Achtung! „Ihr werdet diese Musik nicht auf eurer hippen Post-Pandemie-Party spielen! Sie wird nicht gut ankommen bei euren woken Freunden.“ So warnt Fehler Kuti im Begleitschreiben vor dem Genuss seines neuen Albums. Dabei ist er selber woke. „Wir sind woke Yuppies“, sagt er im Gespräch. Aufklärung folgt.



Es ist nicht einfach mit Fehler Kuti, eher mehrfach. Unter seinem Geburtsnamen Julian Warner hat er gerade das Buch „After Europe – Beiträge zur dekolonialen Kritik“ veröffentlicht, als Fehler Kuti das Album „Professional People“. Das sei keineswegs der „Sound der Dekolonisierung“, den ein Kritiker beim Fehler-Kuti-Debütalbum gehört haben wollte. Und keine Feier der Black-Lives-Matter-Kämpfe.

Aber was dann? Man könnte jetzt Entwarnung geben. Ja, die Musik funktioniere auch ohne Überbau, ohne die politischen (Sub-)Texte, ohne das Buch zum Album. Aber stimmt das und wenn ja, wäre das Gut? Nein, die Musik von Fehler Kuti ist nicht zu haben ohne die Begleitmusik und je mehr du davon kapierst, desto größer der Genuss.



© TAZ, Kultur, 22.8.2021

Fehler Kuti: „Professional People“ (Alien Transistor/Morr Music)

Julian Warner (Hg.): „After Europe. Beiträge zur dekolonialen Kritik“. Verbrecher Verlag, Berlin, 104 Seiten, 12 Euro

https://youtu.be/5GCIfYqdIbo

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