„Little Giant“ Das Johnny Griffin Quartet Aufnahme vom 21. Mai 1969 aus Székesfehérvár mit Karl Lippegaus
Höher, schneller, weiter. Mit schier unglaublicher Virtuosität bahnte sich der heute vor 90 Jahren in Chicago geborene Johnny Griffin seinen Weg in die Spitzengruppe der Tenorsaxofonisten.
Mit Karl Lippegaus
„Thelonious In Action“ hieß das berühmte Album, das ihn 1958 an der Seite von Thelonious Monk zeigte, als der kleine unscheinbar wirkende Mann die Stücke Monks vor Ideen überschäumend interpretierte, so als sei dies alles ein Kinderspiel.
Als 17-jähriger hatte Johnny Griffin im Orchester von Lionel Hampton seine Karriere begonnen. Dann wurde der Talentscout Art Blakey auf ihn aufmerksam, bevor Griffin mit Eddie „Lockjaw“ Davis eine aufregende Band der zwei Tenöre ins Leben rief. 1963 kam er nach Europa, lebte in den Niederlanden, in Frankreich und später in der Schweiz. Omnipräsent fungierte er gleichsam als Fackelträger in der großen Tradition von Hawkins, Webster und Young. Auch in Deutschland war Johnny Griffin viele Jahre häufig in den Clubs zu erleben. Von Köln aus tourte er mit der fulminanten Clarke Boland Big Band und schraubte das Intensitätslevel der Großformation höher und höher. In dieser Sendung ist er u.a. zu erleben in einem historischen Mitschnitt von 1969 aus Ungarn.
© WDR 3, Jazz & World, 24.4.2018