London Jazz News: 3 neue Jazz Releases vorgestellt.
Bei Wadada Leo Smith und Amina Claudine Myers, sowie Mal Waldron & Steve Lacy werde ich immer sehr hellhörig, dazu noch Daniel Humair, Samuel Blaser und Heiri Känzig. Was will man mehr?! Es folgen die Links zu den Reviews usw.
Wadada Leo Smith and Amina Claudine Myers – Central Park’s Mosaics of Reservoir, Lake, Paths, and Gardens
(Red Hook Records RH 1005. CD review by Jon Turney)
Improvisierende Duos stellen besondere Anforderungen und versprechen besondere Vorteile. Jeder Partner ist in gewisser Weise exponiert, kann sich aber voll und ganz dem anderen widmen, während der Zuhörer jedes Detail ihrer Interaktion verfolgen kann. Duos aus Trompete und Klavier sind relativ selten, obwohl es schöne Exemplare gibt, zum Beispiel von Dave Douglas und Uri Caine, Enrico Rava und Fred Hersch, Kirk Knuffke mit Jesse Stacken, Paolo Fresu und Omar Sosa und – vor nicht allzu langer Zeit – Smith selbst mit Vijay Iyer. Dieser späte Beitrag von zwei Musikern, die ihre lebenslange Erfahrung mit einfachen Mitteln in wunderbare gemeinsame Kreationen umsetzen, nutzt Raum und Stille mit seltenem Geschick, um eine würdige Ergänzung zu dieser Liste zu schaffen.
Mal Waldron/Steve Lacy – The Mighty Warriors: Live in Antwerp
(Elemental, 5990446. Review by Olie Brice)
Für die Begleitung von Waldron und Lacy konnte man sich keine bessere Kombination aus Bass und Schlagzeug wünschen als Workman und Cyrille. Zwei Giganten der Musik, die zu diesem Zeitpunkt bereits mit Coleman Hawkins, John Coltrane, Mary Lou Williams und Cecil Taylor sowie Hunderten von anderen zusammengearbeitet haben. Sie sind beide Meister der Tradition und gleichzeitig ständig auf der Suche nach neuen, zukunftsweisenden Ideen. Im Quartett harmonieren sie wunderbar miteinander und finden Raum für herrlich verspielte, ausgedehnte Soli.
Helveticus (Daniel Humair, Samuel Blaser and Heiri Känzig) – Our Way
(Blaser Music BM012CD, album review by Frank Graham)
Es ist immer ein Vergnügen, Blaser in einer solch offenen Umgebung zu hören, und oft erinnert mich diese Musik an die großartigen Trios von Albert Mangelsdorff aus der Mitte der 70er Jahre (knurrende Multiphonics, glatte „Doodle“-Zungen-Legatos und all das). In vielerlei Hinsicht ist Blaser der geistige Erbe des Deutschen, und der Einfluss ist auch in den beiden Kompositionen zu hören, die er zu diesem Set beisteuert. „Root Beer Rag“ ist die Art von verspieltem Blues, den sich Mangelsdorff einst zu eigen gemacht hat (man denke an „I Mo‘ Take You To My Hospital And Cut Your Liver Out“ oder „Ant Steps On Elephant’s Toe“), während das explosivere „Hook“ vor freudiger Lebensfreude sprüht.
© London Jazz News, 05/2024