Max Andrzejewski „Wagner gesprengt“

Der Berliner Jazzdrummer Max Andrzejewski dekonstruiert den „Ring des Nibelungen“ bis zur Unkenntlichkeit. Wozu ist dieses Projekt gut? Von Sophie Emilie Beha.

Wenn das Werk von Richard Wagner nicht auf den Scheiterhaufen gehört, dann zumindest in einen Steinbruch. So oder so ähnlich muss sich das der Berliner Schlagzeuger und Komponist Max Andrzejewski gedacht haben, als er sich vergangenes Jahr an „Mythos“ gewagt hat. Beauftragt vom Thea­ter­re­gis­seur Ersan Mondtag, komponierte der 35-jährige Andrzejewski vier neue Ouvertüren für „wagner – der ring des nibelungen (a piece like fresh chopped wood)“.

Die Originalwerke dienen nicht für eine Bearbeitung, sondern bestenfalls für eine Sprengung. Aus den Trümmern hat sich Andrzejewski dann einige wenige ausgesucht, die er eingeschmolzen, verfestigt und verformt hat, bis hin zur Unkenntlichkeit. Selbst glü­hends­te Wag­ne­ria­ne­r:In­nen erkennen in seinen Mythos-Ouvertüren die Originale nicht wieder, nicht mal ein Leitmotiv!


© TAZ, Kultur, 30.3.2022


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