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Misterioso – auf den Spuren des Unbeschreiblichen

Er galt als Außenseiter und erweist sich im Rückblick als eine der Zentralgestalten des modernen Jazz: der Pianist Thelonious Monk.

Mit Bert Noglik

Bereits in den vierziger und fünfziger Jahren arbeitete er mit Akkordverbindungen und Formmodellen, die den Rahmen des Gewohnten sprengten. Und obwohl er alles umzukrempeln schien, entwickelte Monk seine Musik doch folgerichtig aus der Fortsetzung der Jazzgeschichte. Man nannte ihn den „Hohepriester des Bebop“. Doch seine Musik ist zu komplex und zu sperrig, um sich in einen Stilbegriff pressen zu lassen. „Misterioso“, so nannte er eines seiner kleinen Stücke, die als Konvolut von kompositorischen Miniaturen ein grandioses Opus konstruierten.

Einfach „Monkish“

Für seine eigenwilligen Ideen entwickelte er eine perfekte Spielweise, die mit einem begrenzten Repertoire von Mitteln ein Höchstmaß an Wirkung zu erzielen wusste. Vieles in der musikalischen Welt von Thelonious Monk, in der sich Kompositionen und Improvisationen auf das Engste miteinander verzahnen, besteht in der Kunst des Verrückens und des Weglassens. Kaum einer, der nach ihm die Tasten eines Jazzpianos zu meistern versucht, kommt an ihm vorbei. Thelonious Monk ist tausendfach kopiert worden. Was die Substanz seines Schaffens ausmacht, so bleibt er einzigartig. Zur Beschreibung seiner Musik, falls das denn überhaupt möglich ist, hat man ein neues Wort erfunden: „monkish“.

© NDRInfo, 17.2.2017

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