„Montauk“ Hörspiel in 2 Teilen nach Max Frisch
Während einer Lesereise lernt der Schriftsteller in New York die halb so alte Verlagsangestellte Lynn kennen. Sie verbringen ein Wochenende im Mai 1974 in Montauk, an der Nordspitze von Long Island.
Doch ist ihnen beiden von Anfang an klar, dass er am darauffolgenden Dienstag zurück nach Europa fliegen wird, um dort seinen 63. Geburtstag zu feiern. Für die Zeit nach dem Abschied vereinbaren sie, sich weder anzurufen, noch zu schreiben, allenfalls eine Ansichtskarte zum Jahrestag ihrer Begegnung soll erlaubt sein.
Schon durch das einleitende Montaigne-Zitat erklärt Max Frisch seine Absicht, dieses Wochenende „aufrichtig“ in Worte fassen und beschreiben zu wollen, „ohne etwas dabei zu erfinden“. Doch seine Vergangenheit und die damit verbunden Erfahrungen und Erinnerungen drängen sich immer wieder in den Vordergrund.
In einer Collage aus Erinnerungen, Tagebuchauszügen, Selbstreflexionen und anderem autobiographischen Material seziert Frisch hier sein Lebens- und Liebesbild. Die Hörspielfassung greift diese Kaleidoskopstruktur auf und erweitert sie um zusätzliches biographisches Material, u.a. Frischs „Entwürfe zu einem dritten Tagebuch“, die 2010 aus dem Nachlass veröffentlicht wurden. Durch diese Erweiterung wird der Versuch unternommen, die Problematik eines „aufrichtigen“ Schreibens im Werk selbst zu spiegeln.
Max Frisch: Montauk (1/2). Overlook
Max Frisch: Montauk (2/2). My life as a man
„Montauk“ Hörspiel in 2 Teilen nach Max Frisch
Nach der gleichnamigen Erzählung von Max Frisch
Ergänzt durch Briefe von Uwe Johnson, Marianne Frisch und Max Frisch
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
Mit: Ueli Jäggi, Monica Gillette, Thomas Sarbacher, Susanne-Marie Wrage u. a.
Musik: Fritz Hauser
SWR/DRS 2011
© SWR Kultur, Hörspiel, 20.-21.4.2025/