Musiktipps

Nachruf auf Elza Soares „Samba mit Soul“ von Detlef Diederichsen / TAZ

Die Sängerin vom Planeten Hunger: Elza Soares kam aus der Favela und wurde mit jazzigem Samba ein Star. Nun ist sie mit 91 Jahren gestorben.

Samba? Fußball? Brasilien! Auch das Leben von Elza Soares könnte man als Bestätigung des alten Klischees lesen. Es ging aber auch noch um ein paar andere Dinge. Beispielsweise die Umkehr der klassischen Karrierechronologie: jung und heiß in die Kunst eintauchen, Erfolge genießen, privates Glück und Krisen, Afterlife.

Elza, geboren 1930, wuchs in bitterer Armut mit neun Geschwistern in der Favela Moça Bonita in Rio de Janeiro auf. Sie empfand ihre Kindheit im Nachhinein als schön, auch wenn sie schon früh mit dazu verdienen musste, etwa indem sie ihrer Mutter bei Putzjobs half. Die schöne Zeit war jedoch spätestens vorbei, als sie 12-jährig verheiratet wurde und mit 13 ihr erstes Kind gebar.

Als sie mit 21 Witwe wurde, hatte sie fünf weitere Kinder geboren und immerhin einen Gesangswettbewerb gewonnen, den sie aus der Not heraus mitgemacht hatte, die ärztliche Behandlung eines ihrer Kinder bezahlen zu müssen.



© TAZ, Kultur, 25.1.2022


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