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Navigator durch den Underground: „Die Nurse With Wound-Liste“

ABBA nein, Zappa ja! Für Fans experimenteller, progressiver oder obskurer Musik aller Art fungiert die sogenannte Nurse With Wound-Liste seit Jahrzehnten als Navigator durch den Underground.

Mit Olaf Karnik

Die Industrial-Gruppe Nurse With Wound legte ihrem Debut-Album „Chance Meeting on a Dissecting Table of a Sewing Machine and an Umbrella“ (1979) eine unkommentierte Liste mit Namen von Bands, Musikern und Komponisten bei, die auf ihrem zweiten Album „To the Quiet Men from a Tiny Girl“ (1980) um weitere Namen und Details ergänzt wurde. Von den NWW-Mitgliedern Steven Stapleton, John Fothergill und Heman Pathak als eine Hommage an Musiker erstellt, die ihr Projekt inspiriert haben, gilt die 291 Einträge umfassende und alphabetisch geordnete Liste seitdem als Referenz für Fans und Sammler außergewöhnlicher Musik der 1960er und 70er Jahre.

Hier finden sich Avantgarde-Komponisten wie Karlheinz Stockhausen oder Iannis Xenakis und Außenseiter wie Basil Kirchin und Costin Miereanu, Krautrock-Acts wie Can und Kraftwerk, aber auch Wolfgang Dauner und Floh de Cologne, französischer, italienischer oder japanischer Prog Rock, Post Punk vonThe Flying Lizards oder This Heat, früher Industrial von Dome oder Throbbing Gristle, Künstler wie Jean Dubuffet und Improvisateure wie AMM oder MEV, Jazz-Rock, obskurer Brit Folk und Rock aus Tschechien, aber auch Nico, La Monte Young und die Stooges. Ein Streifzug durch die NWW-Liste mit David Cunningham (Flying Lizards, London), Frank Dommert (A-Musik; Reihe M, Köln), Markus Detmer (Staubgold Records, Perpignan), Till Kniola (Autor; Pop-Referent der Stadt Köln).

Playlist

© WDR 3, Open Sounds, 19.11.2016

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