Omer Klein Trio : „Blaue Noten aus Tel Aviv“
Woran liegt es, dass plötzlich so viel Jazz aus Israel kommt? Wir haben das Omer Klein Trio eine Woche lang durch sein Heimatland begleitet.
Von Ulrich Stock
Israelis rau und hart – wird das auch für den Pianisten Omer Klein gelten, der mich draußen am Zaun von Radio 88FM in der Leonardo da Vinci Street erwartet? Es ist ein Montagabend kurz vor zehn, drinnen wird er gleich seine neue Platte vorstellen, und ich darf mitkommen, um umstandslos einzutauchen in das lokale Musik- und Medienleben. Wir begegnen uns zum ersten Mal: hier der aufstrebende Jazzmusiker aus Netanja, Israel, vor seiner großen Deutschlandtour, die von Bayreuth bis in die Elbphilharmonie und nach Sylt führt, da der deutsche Reporter, der in den letzten paar Jahren so viele grandiose Jazzmusiker aus Israel gehört hat, dass er nun am Ort herausfinden will, was das Geheimnis ihrer Klasse ist. Avishai Cohen, der Trompeter. Omer Avital, der Bassist. Yonathan Avishai, der Pianist. Yaron Herman, der Pianist. Gilad Hekselman, der Gitarrist. Yotam Silberstein, der Gitarrist. Und es gibt noch etliche mehr. Alle binnen kurzer Zeit aus diesem jazzfernen Fleckchen Israel ins Licht getreten, umjubelt auf den Bühnen Europas. Wie ist das möglich?
© DIE ZEIT Nr. 12/2017, 16. März 2017