Pantheon der Neuen Musik [02]: Lachenmann
Von Von Anja Renczikowski (WDR 3). Hörgewohnheiten hinterfragen und neu entdecken Musik trägt ein historisches Erbe, aufgeladen mit symbolischen und ideologischen Konnotationen. Jene möchte Helmut Lachenmann aufbrechen, um kulturelle und gesellschaftliche Bedingungen des Komponierens und des Hörens zu reflektieren.
In Lachenmanns Vorstellung einer „musique concrète instrumentale“ ist die Entstehung eines Klangereignisses ebenso wichtig ist wie das akustische Resultat. Immer wieder erfindet er Instrumente neu, entlockt ihnen ungeahnte Klänge, überrascht mit unkonventionellen Spielanweisungen und bezieht auch Geräusche in sein Werk ein. Dabei geht es ihm um eine radikale Schärfung der Hörwahrnehmung, durch die Ausführende und Hörende gleichsam einen neuen Klangkosmos entdecken können.
Helmut Lachenmann
Pression für einen Cellisten (1970)
Lucas Fels – Violoncello
Mouvement (- vor der Erstarrung) für Ensemble (1984)
Ensemble Modern, Peter Eötvös
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Musik mit Bildern (1988-96)
Elizabeth Keusch, Sarah Leonard (Sopran); Staatsopernchor und Staatsorchester Stuttgart, Lothar Zagrosek
Ein Kinderspiel. Schattentanz (1980)
Helmut Lachenmann – Klavier
© WDR 3, Studio Neue Musik, 28.09.2025