Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason im Interview: „Wir fühlen uns alle hilflos“

Der Musiker spricht über seine neue Band und alte Zeiten, erzählt von seiner Sportwagensammlung – und davon, was im Leben wirklich wichtig ist. Ein Interview von Andrew Müller.

taz am wochenende: Herr Mason, gerade sind Sie auf Tour mit Ihrer 2018 gegründeten Band „Nick Mason ’s Saucerful of Secrets“ – benannt nach dem zweiten Pink-Floyd-Album. Die Songs aus jener Zeit spielen Sie nun mit Musikern wie Guy Pratt und Gary Kemp – und es wirkt, als hätten Sie dabei viel Spaß. Weil Sie nicht mehr auf die strikten Konzepte und Eitelkeiten Ihrer Pink-Floyd-Kollegen David Gilmour und Roger Waters achten müssen?

Nick Mason: Live zu spielen macht mir tatsächlich großen Spaß. Aber ich habe es auch geliebt, mit Roger und David aufzutreten, und blicke sehr gern auf alles zurück, was wir zusammen auf die Bühne gebracht haben. Was immer bei Pink Floyd im Laufe der Jahre an Differenzen auftrat, auf der Bühne gab es komischerweise nie irgendwelche Probleme. Das hat immer Spaß gemacht.

Trotzdem haben Sie seit Juli 2005 nicht mehr in dieser Besetzung gespielt …

… ja. Das Wesen der frühen Musik von Pink Floyd ist vielleicht entspannter. Da erwartet keiner von dir, es sklavisch genau wie auf der Platte klingen zu lassen. Als wir „The Dark Side of the Moon“ oder „The Wall“ spielten, war das hingegen meistens der Anspruch, weil die Albumversion sozusagen die finale war.



Sie haben Ihre neue Band also durchaus gegründet, um ein bisschen freier zu sein?

Ja, absolut. Mit den Jahren wurde es immer ernster bei Pink Floyd: größeres Publikum, aufwendigere Inszenierung, Beleuchtung und so weiter. Man verliert da ein bisschen was vom Spaß. Diese neue Band war aber gar nicht meine Idee, sondern die von unserem Gitarristen Lee Harris.




© TAZ, Kultur, Musik, 20.6.2022

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