Plattensammlung von Klaus Ronneberger „Im besten Sinne eklektisch“
Von Robert Mießner (TAZ). Klaus Ronneberger war Stadtsoziologe und Vinylliebhaber. Das Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Uni Berlin stellte seine Sammlung vor.
Nutzen und Nachteil des Plattensammelns für das Leben betrachtend, fangen wir mit den Nachteilen an: Der Vinylfetisch fordert Platz und Zeit, auch lässt er sich nicht für lau ausleben. Das war es dann aber auch schon und unterscheidet sich nur graduell von anderen Hobbys. Gehen wir zu den nützlichen Aspekten über. Plattensammeln, oft als Zeitvertreib für Einzelgänger imaginiert, fördert die Geselligkeit, ist Ausgangspunkt für ein individuelles Koordinatensystem und kann zur Theoriebildung beitragen.
Der 2025 verstorbene Stadtsoziologe Klaus Ronneberger lud offenbar gerne dazu ein, gemeinsam Musik zu hören. So kam man ins Gespräch, und das nicht, ohne dabei anständig zu essen. Diese Verknüpfung denkerischer Arbeit mit sinnlichem Erleben hat im Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Uni kurz vor Pfingsten bei einer öffentlichen Archivwerkstatt ein Reenactment erfahren – und es wäre schön, wenn es nicht eine einmalige Veranstaltung bliebe. Der Wille ist auf jeden Fall vorhanden.
© TAZ, Kultur, Musik, 27.5.2026