Pop oder was (2/3) „Music is the basic drug“ Über die Rauschkultur in Religion, Club und Technik
Rainald Goetz feiert den Exzess in seinem Buch „Rave“, für Ernst Jünger könne die Industriegesellschaft der „Euphorie nicht entbehren“ und mithilfe der repetitiven Beats der Gamelanmusik können Schamanen mit der Ober- als auch mit der Unterwelt kommunizieren. Im Westen verbinden wir mit Trance und Ekstase meist Drogen, aber viele Religionen haben vorgemacht, es geht auch ohne.
Von Julia Vorkefeld
Raves können profane Gottesdienste sein. Auch wenn der Dortmunder MayDay längst zu einer Feier des Konsums geworden ist, wie die Autorin enttäuscht feststellen musste. Auch die Visionen der Technikevangelikalen, die in den virtuellen Welten das LSD des 21. Jahrhunderts sehen, machen ihr eher Angst.
„Musik ist Rausch. Man muss sich nur die ganzen afrikanischen Stammestänze angucken, wo Leute stundenlang vor sich hintrommeln, immer wieder monotone Rhythmen und was bei denen dann so abgeht nach einer gewissen Zeit im Kopf. Also als rationales Handeln würde ich das nicht mehr bezeichnen. Das sind körpereigene Drogen, die da wirken.“
Dr. Thorsten Jeck vom Drogen-Präventions-Verein ‚eve&rave Münster e.V.‘
Ein Erkenntnistrip durch Rausch und Ekstase, der sich im Zweifel morgens um vier lieber am trüben Rot des Rücklichts eines vorausfahrenden LKWs erfreut, als an den Stroboskopgewittern eines Clubs.
„Muisc is the basic drug“
Von Julia Vorkefeld
Mit Carsten Fabien, Sabine Gietzelt, Kathrin von Steinburg
Regie: Julia Vorkefeld
BR 2016, 51’29