Musiktipps

Prestomusic Jazz Release Tipp: Ineza with Alex Webb & The Copasetics – Women’s Words – Sisters‘ Stories

Von Matt Groom. Ineza Kerschkamp (bekannt unter dem Künstlernamen Ineza), die ursprünglich aus Ruanda stammt und in Belgien aufgewachsen ist, bringt eine unverwechselbare Stimme und Perspektive in dieses neueste Alex-Webb-Projekt ein und verbindet technische Präzision mit tiefgreifender emotionaler Resonanz.

Ineza, die am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance studiert hat, ist für ihren warmen Klang und ihre nuancierte Erzählweise bekannt, die auf ihrem multikulturellen Hintergrund beruht. Ihr Stil zeichnet sich durch Klarheit und Tiefe aus und verbindet sich mit dem Publikum durch Erzählungen, die sowohl auf persönlicher als auch auf universeller Ebene Anklang finden. Als Sängerin und Gesangslehrerin legt sie bei ihrer Arbeit Wert auf Authentizität, und diese Grundlage ist in „Women’s Words – Sisters‘ Stories“ überall zu spüren.




Women’s Words – Sisters‘ Stories – Ineza with Alex Webb & The Copasetics


Was die Produktion angeht, so überzeugt „Women’s Words – Sisters‘ Stories“ auf ganzer Linie. Dieses Album ist nicht auf Exzess oder Effekthascherei aus. Die zurückhaltende Produktion unterstreicht den intimen Erzählstil des Albums und lässt jedes Instrument und jede Stimmfärbung für sich allein stehen und nachhallen. Diese Entscheidung verleiht dem Album eine subtile Kraft; es ist ein offener Raum, in dem die Entscheidungen jedes Musikers bewusst getroffen werden. In „Good Morning Heartache“ dient die minimalistische Rhythmusgruppe als ruhiges Fundament für eine schwelende, introspektive Erkundung der inneren Stärke. Inezas Gesangsdarbietung, die an manchen Stellen fast wie ein Gespräch wirkt, wird von einer Instrumentierung umgeben, die gerade ausreicht, um den Zuhörer gefangenzuhalten, wobei ihre Stimme wie eine Glut ist, die leise im Dunkeln glüht. Bei dem großartigen „Tell Me More“ erinnerten mich Inezas Tonfälle gelegentlich an Amy Winehouse in ihren herzzerreißendsten Momenten. Abbey Lincolns „Throw it Away“ fungiert als passender Abschluss, das J.A.M. String Collective rundet das Arrangement tadellos ab.

Dieses Album will nicht auf konventionelle Weise beeindrucken, sondern vertraut darauf, dass sich der Zuhörer intensiv darauf einlässt, genau hinhört und Jazz als Mittel zur menschlichen Verbindung und Verständigung schätzt. Es ist ein nachhallendes Werk, voller zurückhaltender Schönheit.

© Texte: Matt Groom, Prestomusic, Recording of the Week, 1.11.2024

(Visited 46 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.