R.I.P. Richie Beirach (1947-2026)
Als Professor in Leipzig prägte er eine ganze Generation junger Musiker: Am 26. Januar ist Richie Beirach ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Pianist gehörte zu den prägenden Figuren des internationalen Jazz.
Spielen aus dem Hinterkopf: Zum Tod des Jazzpianisten Richie Beirach
Von Gregor Dotzauer
Aus Brooklyn nach Leipzig und in die Pfalz: Richie Beirach hat als Virtuose und Pädagoge die amerikanische wie die deutsche Jazzszene seit den 1970er Jahren mitbestimmt. Jetzt ist er im Alter von 78 Jahren gestorben.
Unter den stillen Hits, die noch Generationen von Jazzern nach ihm spielen werden, ist „Leaving“ der betörendste. Richie Beirach hat diese Ballade ein halbes Jahrhundert lang am Klavier immer wieder selbst unter die Finger genommen, und für seine Erfindungsgabe spricht, dass sie kein einziges Mal wie zuvor klang.
Das sehnsuchtsvolle Thema geht einem auch deshalb nicht aus dem Kopf, weil es zwar ein harmonisches Gravitationszentrum in A-Moll gibt, die Modulationsbewegungen aber nie ganz zum Stillstand kommen.
© Tagesspiegel, Kultur, Musik, 28.1.2026