Radiotipps

Radiotipps für den 11.4.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht

„Der Chronist der Gefühle“ Eine Lange Nacht über Alexander Kluge
Von Jochen Rack Regie: der Autor (Wdh.v. 02./03.01.2010)
Aus Anlass des Todes von Alexander Kluge am 25. März nehmen wir diese Sendung neu ins Programm.

Im Jahr 2003 erhielt Alexander Kluge, geb. 1932, gestorben am 25. März 2026, den Georg-Büchner-Preis für sein umfangreiches literarisches Werk. In seinen Geschichtensammlungen „Chronik der Gefühle“ malt er ein weit gefächertes Panorama menschlichen Lebens und sucht die Lücken menschlicher Freiheit in einer diabolischen Geschichte: „Wohin fliehen? Was heißt Macht? Wem kann man trauen?“ Ereignissen des Zeitgeschehens wie dem 11.9.2001, dem Irakkrieg oder dem kapitalistischen Boom in China sinnt er ebenso nach wie privaten Geschichten von der Liebe, der Familie oder seiner Herkunft aus Halberstadt. In den 60er- bis 80er-Jahren drehte Kluge 23 Filme, darunter so bekannte wie „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ (1968) und „Deutschland im Herbst“ (1978). Mit dem Soziologen Oskar Negt schrieb er „Geschichte und Eigensinn“; fürs Fernsehen produziert er regelmäßig Kulturmagazine. Mit Sicherheit ist Kluge nicht nur einer der produktivsten, sondern auch gelehrtesten und engagiertesten Intellektuellen Deutschlands. In der Langen Nacht gibt er Auskunft über die Rolle der Gefühle im Geschichtsprozess, die Globalisierung wie die jüngsten Kriege, gewährt aber auch Einblicke in seinen Familienroman und den privaten Hintergrund seines Schaffens. (Wdh.v. 02./03.01.2010)


05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven

„Eine historische Radio-Revue“ Rundfunk machen von 1956 bis 1961
Von Lionel van der Meuylen Deutschlandfunk 1989
Vorgestellt von Isabella Kolar

Elvis singt, Bill Haley auch, Strauß redet, Adenauer auch, und auch Anne Frank und der Ungarn-Aufstand finden ihren Platz – Historie im Radio, Musik durchwebt die Politik und umgekehrt. Die Geschichte des Rundfunks exemplarisch abgebildet am praktischen Output des Radioapparates in den 50er- und 60er-Jahren.


14:00 Uhr Ö1 Hörspiel

Ö1 Hörspiel-Preis: „Bestes Sound Design“ für „Antwort auf den Brief von Helga“ von Bergsveinn Birgisson
„Antwort auf den Brief von Helga“. Von Bergsveinn Birgisson.

Übersetzung aus dem Isländischen: Eleonore Gudmundsson.
Komposition und Gesang: Ragnheiður Erla Björnsóttir
Tongestaltung: Anna Kuncio und Manuel Radinger
Regieassistenz: Daniela Gassner, Bearbeitung und Regie: Ursula Scheidle (ORF 2025)


18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature

„Die Frau mit dem Auge“ Krankheit erzählen – Krankheit politisieren. Von Barbara Eisenmann
Regie: die Autorin Mit: Anja Schneider und Constanze Becker
Ton: Alexander Brennecke
Deutschlandfunk Kultur 20 25
Am Anfang steht ein krankes Auge, das nicht heilen will. Dann kommen die Fragen: Wie verändert Krankheit die Menschen, die damit umgehen müssen? Lässt sich Krankheit erzählen? Und kann man sie politisieren, also als politische Erfahrung begreifen?


18:20 Uhr SWR Kultur Jazz

From Bebop to Nowtime – Die Geschichte der Rundfunk-Bigbands (4/4). Von Henry Altmann
Die Geschichte der deutschen Rundfunk-Bigbands ist der Weg aus dem Schatten der un-jazzigen Nazi-Zeit hinaus ins Licht, mit US-Swing in den Zwang des deutschen Unterhaltungsgeschäfts und von dort wieder in den international-zeitgenössischen Jazz. In dieser letzten Folge: Die verbliebenen vier deutschen Rundfunk-Bigbands sind heute so was wie die letzte Bastion aufwändiger Jazzproduktionen. Keine zusammengerufenen „Telephone Bands“, sondern etablierte öffentlich-rechtliche Klangkörper von Weltruf, die Woche für Woche neue, zeitgenössische Musik erarbeiten, aufnehmen und live präsentieren.


19:00 Uhr Bremen 2 Sounds

Live wächst das eigentliche Solo-Projekt Ghost Funk Orchestra von Seth Applebaum zu einer mitreißenden Band mit Bläsern, Sängerinnen, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Außerdem: Die 38-Jährige australischer Singer-Songwriterin Courtney Barnett gehört zu den klügsten wie humorvollsten Musikerinnen der aktuellen Alternative Rock Szene. Und: Wie aus dem Nichts hat das kanadische Duo Angine de Poitrine die Timelines vieler Musikfans auf youtube & Co erobert.


19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots – Blue Notes in vielen Farben

Tribute aus Neuseeland – Darren Watson Sings John Hiatt | Nach sechs Jahren Pause wieder da – Sugar Ray And The Bluetones mit „Blues From Sibculo“ | Sängerin und Saxophonistin mit jeder Menge (Lebens-) Erfahrung – Pat Pepins neues Album „What More Can I Do“


19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk

„Zündfunk“-Gästemix von und mit Michael Reinboth
Der Labelchef von „Compost Records“ präsentiert hybride Musik
Wiederholung vom 6. April 2026. Mit Ralf Summer

Hybride Musik? Dahinter verbergen sich Sounds, die sich nicht eindeutig in ein Genre pressen lassen. Das ist das Motto dieser Stunde. Michael Reinboth führt seit über 30 Jahren das Label Compost Records in München. Es ist eines der renommiertesten Labels in Deutschland. Seit den frühen 90ern veröffentlicht er und sein Team Musik, die zwischen den Stühlen sitzt. Dabei handelt es sich oft um einen Mix aus elektronischen Sounds mit viel Soul und Jazz. Aber meist spannend und weltweit gehört. Er buchte etwa als Erster in Deutschland das DJ-Duo Kruder & Dorfmeister. Sein Standing in Europa ist mit dem von Radio-Legende Gilles Peterson in England vergleichbar. Für diesen Gästemix packt er zum Teil unveröffentlichte und schwer erhältliche Tracks aus. Wie „The Grand Master Lover“, für dessen US-Maxi-Single mit Proto-Electro-HipHop aus den 80ern er mehrere Hundert Euro hinlegen musste. Mit dabei sind auch die Düsseldorf Düsterboys, Little Dragon und Sophie Hunger (alle im Remix) oder Max Herres Band Web Web. Sie covern Klaus Doldinger, bei dem Web-Web-Chef Roberto di Goia spielte. Den Compost-Fans sei schon verraten: Sie können sich auf einen neuen Sampler „Future Sounds Of Jazz“ freuen, auf dem Reinboth alle paar Jahre seine Perlen versammelt. Ausgabe Nr. 16 wird noch in deisem Jahr erscheinen.


20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel

„Lichtspiel (1+2/4)“ Hörspielserie nach dem Roman von Daniel Kehlmann
Komposition: Markus Lehmann-Horn
Eingespielt vom: Leopold-Mozart-Quartett
Klavier: Katrin Isabel Klein
Regieassistenz und dramaturgische Mitarbeit: Simon Hastreiter
Ton und Technik: Alexander Brennecke und Eugenie Kleesattel
Bearbeitung und Regie: Sebastian Stern
Dramaturgie: Christine Grimm
Deutschlandfunk 2026 (Ursendung)
Die Hörspielserie „Lichtspiel“ nach Daniel Kehlmanns Roman erzählt die Geschichte des berühmten Filmregisseurs G.W. Pabst. Nach einem enttäuschenden Hollywood-Exil kehrt er wegen seiner kranken Mutter nach Österreich zurück. Ein Fehler: Mit Kriegsbeginn schließen sich die Grenzen. Das NS-Regime zwingt den Regisseur durch perfide Erpressung, wieder für Deutschland Filme zu drehen. Pabst redet sich ein, als Künstler vollkommen unpolitisch bleiben zu können. Doch während er inmitten des Krieges obsessiv an seinem Meisterwerk „Der Fall Molander“ arbeitet, verstrickt er sich unweigerlich in moralische Schuld. Ein fesselndes Drama über Opportunismus und den wahren Preis der Kunst.


22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert

Lynne Hanson & The Good Intentions
Mitschnitt vom 11. März 2020, KITO, Bremen

Guter Americana kommt selbstverständlich nicht nur aus den USA. Sehr gutes Beispiel dafür ist die kanadische Musikerin Lynne Hanson mit ihrer Band The Good Intentions. Kurz vorm Lockdown haben sie 2020 noch beim women in (e)motion-Festival gespielt.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik

„Klima-Ton“ Ein multifunktionales Instrument der Klimakommunikation. Von Gisela Nauck
Oftmals dargeboten durch Klangkunst und instrumentale Performances, ist klar, dass das Anthropozän eine auditive Dimension hat.
Die Naturwissenschaften nutzen die auditive Ebene von Umwelt und Klima, ebenso werden heute Komposition und Klangkunst durch die Akustik von Ökosystemen inspiriert. Mit ihrem „Klimaton“ aber haben der Medienkünstler Adnan Softiæ und die Modedesignerin Nina Softiæ nicht nur ein Musikinstrument geschaffen, das wissenschaftliche Daten sonifiziert. Vielmehr entwickelten sie ein interdisziplinäres Projekt, um wissenschaftliche Erkenntnisse in kulturell-künstlerische Praxis umzusetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Klang und Performance. Beispiele dafür sind das sechskanalige Klimaton-Artic, eine Hörstation oder modulare Workshop-Formate in der Landschaft. Im Gespräch mit Autorin Gisela Nauck berichtet das Künstlerduo von der Entstehung und den Eigenarten des Instruments sowie ihrem kunstübergreifenden Anliegen.


23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner

Mangelsdorff-Momente 4
Hommage an Albert Mangelsdorff (1928-2005) | Elektroakustische Miniaturen. Radiopremieren

Er war eine der außergewöhnlichsten Stimmen Frankfurts: der Jazz-Posaunist Albert Mangelsdorff (1928-2005). Seinem Instrument entlockte er ungeahnte Zwischentöne und magische Mehrklänge, verzückte damit die internationale Szene und begeisterte sie mit weiteren Einfällen: solistisch und in vielen kleinen wie größeren Formationen.


23:03 – 06:00 Uhr SWR Kultur Hörbuch

„Das Game“ Von Joseph Incardona
Gelesen von Lou Strenger
Regie: Irene Schuck Verlag: Lenos Verlag 2025
(Produktion: BR/MDR/SWR 2025)
Anna lebt bescheiden mit ihrem 13-jährigen Sohn Léo am Atlantik: Brathähnchenverkauf, Wellenreiten, irgendwie durchkommen. Doch als ihr alter Hähnchenwagen den Geist aufgibt, geraten Mutter und Sohn in einen Strudel aus Schulden und Existenzangst.


23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst

Lucinda Guy: Der Feentempel
Eine seltsame, unheimliche und zugleich bezaubernde Feen-Zeremonie

Text: Robert Herrick
Musik: Lucinda Guy
Übersetzung: Tarcisius Schelbert
Mit den Stimmen von: Tarcisius Schelbert und Ella Dangerfield
Gesang: Ems Coombes, Lucinda Guy, Ergo Phizmiz, Lottie Bowater, Mick Avis, Kerry Priest, Ella Dangerfield, Chris Booth
Drehleier: Rowan Gatherer
Realisation: Lucinda Guy


23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht

„Der Chronist der Gefühle“ Eine Lange Nacht über Alexander Kluge
Von Jochen Rack Regie: der Autor ((Wdh.v. 02./03.01.2010)
Aus Anlass des Todes von Alexander Kluge am 25. März 2026 nehmen wir diese Sendung neu ins Programm.

Im Jahr 2003 erhielt Alexander Kluge, geb. 1932, gestorben am 25. März 2026, den Georg-Büchner-Preis für sein umfangreiches literarisches Werk. In seinen Geschichtensammlungen „Chronik der Gefühle“ malt er ein weit gefächertes Panorama menschlichen Lebens und sucht die Lücken menschlicher Freiheit in einer diabolischen Geschichte: „Wohin fliehen? Was heißt Macht? Wem kann man trauen?“ Ereignissen des Zeitgeschehens wie dem 11.9.2001, dem Irakkrieg oder dem kapitalistischen Boom in China sinnt er ebenso nach wie privaten Geschichten von der Liebe, der Familie oder seiner Herkunft aus Halberstadt. In den 60er- bis 80er-Jahren drehte Kluge 23 Filme, darunter so bekannte wie „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ (1968) und „Deutschland im Herbst“ (1978). Mit dem Soziologen Oskar Negt schrieb er „Geschichte und Eigensinn“; fürs Fernsehen produziert er regelmäßig Kulturmagazine. Mit Sicherheit ist Kluge nicht nur einer der produktivsten, sondern auch gelehrtesten und engagiertesten Intellektuellen Deutschlands. In der „Langen Nacht“ gibt er Auskunft über die Rolle der Gefühle im Geschichtsprozess, die Globalisierung wie die jüngsten Kriege, gewährt aber auch Einblicke in seinen Familienroman und den privaten Hintergrund seines Schaffens.

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