Radiotipps für den 11.7.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Aus Heimat und Sprache vertrieben“ Die Lange Nacht des Schreibens im Exil
Von Sieglinde Geisel Regie: Beate Ziegs
Mehr als 120 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht – ein trauriger Rekord. Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller unter ihnen kämpfen mit den gleichen existenziellen und bürokratischen Schwierigkeiten wie alle anderen. Zugleich befinden sie sich in einer besonderen Lage. Der Verlust der Sprache bedeutet für sie auch den Verlust ihres bisherigen Publikums. Und wer in seinem Land ein Literaturstar war, ist im Exilland oft völlig unbekannt. Hier ist er oder sie ein Außenseiter – doch gerade der Blick von außen kann für das Schreiben eine Ressource sein. Die Autorinnen und Autoren, die in dieser Langen Nacht ihre Geschichte erzählen, kommen aus Belarus, Russland, Iran, Syrien, Eritrea, der Türkei und dem Sudan. Sie leben in Deutschland. Während des Nationalsozialismus hat Deutschland eine halbe Million Menschen ins Exil gezwungen, heute ist es zu einem Zufluchtsort geworden für vertriebene Schriftsteller:innen aus aller Welt.
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
„Gustav Gründgens und die Nazis“ Er blieb in Deutschland
Von Ekkehart Rudolph Deutschlandfunk 1968
Vorgestellt von Isabella Kolar
Als Schauspieler, Regisseur und Intendant war Gustaf Gründgens legendär. Sein Verhalten in der NS-Zeit ist umstritten. Auf Hamburgs Bühnen begann und endete seine Karriere. Er ist eine der prominentesten und kontrovers diskutiertesten Theater- und Filmpersönlichkeiten der Weimarer Republik. Am 22. Dezember 1899 geboren, ist er der deutsche Mephisto. Mehr als 350-mal spielt er den Teufel, der danach trachtet, Goethes verzweifelten Gelehrten in Versuchung zu führen. Es ist seine Paraderolle.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Erinnerungsmaschine
Musik kann ein kultureller Speicher sein, in dem Sounds, Methoden und Betrachtungsweisen abgelegt sind – sei es ein altes Original oder eine neue Aufnahme, die sich historischer Referenzen bedient. Auch persönliche Erinnerungen können durch Musik heraufbeschworen werden: Es braucht nur drei Takte, und ein vergangener Moment ist auf einmal wieder da. Wir werden diese verschiedenen Varianten in der heutigen Golden-Glades-Ausgabe anklingen lassen. Mit dabei: Bedouine, The Mellons und Yea-Ming And The Rumours.
16:00 Uhr radio 3 Deep Doku
Agenten der Angst – Fereydoun und der iranische Geheimdienst
Folge 1/6: Aufbruch
Im August 1992 wird der iranische Künstler Fereydoun Farrokhzad tot in seiner Wohnung in Bonn aufgefunden. Ein Messer ragt aus seinem Mund. Bis heute ist der Mord nicht aufgeklärt. Was ist dran an den Gerüchten, dass der iranische Geheimdienst dahintersteckt? Dieser Frage geht Investigativ-Reporterin Patrizia Schlosser in ihrem Podcast nach und nimmt uns dabei mit in das unglaubliche Leben von Fereydoun Farrokhzad, die Geschichte Irans und die Welt der Geheimdienste.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„doku drops 13+14“ Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
Deutschlandfunk 2026
doku drops 13: Kollision
Moderation: Judith Geffert
Ton: Judith Geffert und die Autor*innen
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Maximilians Plüschgewitter beim 10. SWR Jazz College in Mannheim. Von Konrad Bott
Unser SWR Jazz College feiert am 2. Juni 2026 ein kleines Jubiläum! Zum 10. Mal organisieren wir mit den Musikhochschulen Mannheim, Mainz und Stuttgart einen Konzertabend mit Bands von Studierenden. Mit Monnemer Heimvorteil tritt in der Alten Feuerwache unter anderem die Band Plüschgewitter von Bassist Maximilian Preis auf. In dieser Sendung können Sie das Set noch einmal erleben. Beim Musikmachen fragen sich die vier gemeinschaftlich: „Wann ist es an der Zeit, sich aus dem Fenster zu lehnen und wie lange kann das gut gehen?“ Schalten Sie ein und lernen Sie das Plüschgewitter kennen!
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel
„Oops, wrong planet“ Von Gesine Schmidt
Regie: Walter Adler Produktion: DLF/WDR 2013
Sie fühlen sich in der Welt fremd. Wie Außerirdische beobachten sie die Menschen. Wie Forschende vom anderen Stern analysieren sie ihre Rituale. Menschen mit Autismus finden in diesem Hör-Portrait ihre eigene Sprache.
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk Playback
Ein Déjà-vu mit der Band „Spliff“
Wiederholung vom 4. Dezember 2024
Mit Michael Bartle
Es ist nicht oft so bei deutschen Alben, dass man nach Jahren oder sogar nach Jahrzehnten noch nahezu jede Zeile von jedem Song mitsingen kann – und das obwohl oder vielleicht, weil die Lyrics etwas surrealistisch sind:
„Scusi, Singorina, willst du auch ‘n Spliff. Oder stehst du mehr auf Männer mit Schlips? Amaretto ist ein geiles Zeug, ich bin schon lull und lall“.
So kocht Carbonara bei Spliff: Die deutsche Band, die trotz oder wegen ihrer Dada-Texte zeitlos war. Die Band trennte sich schon vor 40 Jahren, nun wurden alle vier Alben der Band Spliff wiederveröffentlicht, womit die Musik von Spliff, dieser genre-sprengenden deutschen Band, eine nächste, eine neue Generation erreicht. Immerhin waren Spliff mit ihrem zweiten Album „85555“ knapp 60 Wochen in den deutschen Charts und haben Gold und Platin kassiert! Spliff waren also für viele Kids aus den 80ies der Soundtrack ihrer Jugend, auch weil sie zuvor mit Nina Hagen für Furore gesorgt haben. Und diesen Soundtrack lassen wir heute in diesem Playback nochmal auferstehen. Wir sprechen mit Reinhold Heil, der nach dem Ende von Spliff für Tom Tykwer Soundtracks gebastelt hat und dessen Soloalbum „The Electric Heidiland“ nach Jahren in der Schublade nun endlich veröffentlicht wird. Wir reden mit Bernhard „Potsch“ Potschka, dem Würzburger Mitglied von Spliff. Er war schon an Bord, als Spliff noch eine Polit-Rock-Gruppe war und sich Lokomotive Kreuzberg nannten, am Ende aber nur durch die Unterstützung der Gewerkschaft überleben konnte. Wir werden alte Interviews hören, die Herwig Mitteregger meinem Kollegen Norbert Joa bei 1:1 der Talk gegeben hat, wir werden sogar kurz Thomas Gottschalk hören, der mit der Band 1981 vor ihrem Auftritt im Dortmunder Westfalenstadion geklönt hat. Dieses seltene Fundstück haben wir in einer Spliff-Gruppe gefunden, die es auf Facebook gibt. Die Spliff-Radioshow: Ein Déjà-vu mit einer wegwesenden deutschen Band.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
No Time To Talk!
Nicht viel reden, so das Motto dieser Ausgabe von Electro Royale. Aber natürlich kommt dann doch vieles anders, was unter anderem an Görl liegt, an Lostopic, an Sofia Kourtesis und vielen anderen.
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert – LIVE
Klassik am Odeonsplatz
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Kirill Gerstein (Klavier); Leitung: Simon Rattle
George Gershwin:
Ouvertüre zu „Let ‚Em Eat Cake“
Klavierkonzert F-Dur
„Porgy and Bess: A Symphonic Picture“
„Ein Amerikaner in Paris“
(Liveübertragung vom Odeonsplatz München)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
Hologrammatica (1-3/9) Nach dem Roman von Tom Hillenbrand
Bearbeitung und Regie: Janine Lüttmann
Komposition und Sounddesign: Andreas Bick
Ton und Technik: Lukas Wilke, Frank Klein und Gunda Herke
Regieassistenz: Delia Lang und Simon Hastreiter
Dramaturgie: Sebastian Klauke, Felix Lehmann und Jakob Schumann
Deutschlandfunk 2026
Folge 1: Der Auftrag
Privatdetektiv Singh wird beauftragt, Juliette Perotte zu finden. Die verschwundene Programmiererin war für die Verschlüsselung digitalisierter Gehirne verantwortlich und einem großen Geheimnis auf der Spur.
Folge 2: Das Erwachen
Warum ist die Programmiererin Juliette Perotte verschwunden? Galahad macht einen verstörenden Fund, deckt ein gut gehütetes Familiengeheimnis auf und sehnt sich nach einem zweiten Date mit Fran. Auf einer fernen Insel erwacht eine junge Frau.
Folge 3: Deather
Auf der Suche nach der verschwundenen Programmiererin Juliette hat Fran einen heißen Tipp. Galahad steht ein schwieriger Besuch bei seinem Vater bevor. Und auf der Insel gibt es ein zweites Erwachen.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Jazzahead 2026 (IV): Laura Jurd / Nine Sparks Riots / Daniel Karlsson Trio / Sorvina
In dieser Ausgabe die britische Trompeterin Laura Jurd, die schwedische Gruppe Nine Sparks Riots, das ebenfalls schwedische Daniel Karlsson Trio sowie die US-amerikanisch-deutsche Jazz-Rapperin Sorvina.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Visitenkarten für den komponierenden Nachwuchs. 40 Jahre „Edition Zeitgenössische Musik“
Am Mikrofon: Leonie Reineke
„Edition Zeitgenössische Musik“ – so heißt die Reihe der Porträt-CDs des Deutschen Musikrats für junge Komponistinnen und Komponisten. Vor 40 Jahren gegründet, dokumentiert sie bis heute vielversprechende individuelle Wege der jeweils nächsten Generation. Zugleich versammelt sie namhafte und neue Spezialformationen. Bis ein Album fertiggestellt ist, greifen verschiedenste Berufe, Vorbereitungen und Produktionsprozesse ineinander, von denen sich viele im Kammermusiksaal des Kölner Deutschlandfunks abgespielt haben. Der namhafte Aufnahmeort war und ist zugleich Zeuge für die heute bemerkenswerte Vielheit der Handschriften, Herkünfte und Entwicklungen in der hiesigen Szene der Neuen Musik. Tonträger von Turgut Ercetin, Milica Djordjevic, Farzia Fallah oder Annesley Black stehen dafür.
23:03 Uhr ARD Radiofestival. Jazz
João Bosco & NDR Bigband live in São Paulo. Von Henry Altmann
Im März 2026 spielte die NDR Bigband gemeinsam mit João Bosco und Lenine in Brasilien. Sie begeisterten mit brasilianischen Rhythmen, jazzige Einflüsse und dem unverwechselbaren Klang der NDR Bigband.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Aus Heimat und Sprache vertrieben“ Die Lange Nacht des Schreibens im Exil
Von Sieglinde Geisel Regie: Beate Ziegs
Mehr als 120 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht – ein trauriger Rekord. Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller unter ihnen kämpfen mit den gleichen existenziellen und bürokratischen Schwierigkeiten wie alle anderen. Zugleich befinden sie sich in einer besonderen Lage. Der Verlust der Sprache bedeutet für sie auch den Verlust ihres bisherigen Publikums. Und wer in seinem Land ein Literaturstar war, ist im Exilland oft völlig unbekannt. Hier ist er oder sie ein Außenseiter – doch gerade der Blick von außen kann für das Schreiben eine Ressource sein. Die Autorinnen und Autoren, die in dieser Langen Nacht ihre Geschichte erzählen, kommen aus Belarus, Russland, Iran, Syrien, Eritrea, der Türkei und dem Sudan. Sie leben in Deutschland. Während des Nationalsozialismus hat Deutschland eine halbe Million Menschen ins Exil gezwungen, heute ist es zu einem Zufluchtsort geworden für vertriebene Schriftsteller:innen aus aller Welt.