Radiotipps

Radiotipps für den 14.6.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht

Klassiker, neue Alben und Live-Musik
Mit Marcus A. Woelfle


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik

„Verstehen Sie mich?“ Lecture Performances in zeitgenössischer Musik
Von Karl Ludwig (Wdh. v. 09.06.2026)

Lecture Performances brechen die Grenzen zwischen Kunst, Theorie und Alltag auf, um neue Formen des Denkens und Wahrnehmens zu eröffnen und zugleich kritisch zu reflektieren.


01:03 Uhr Ö1 Jazznacht-Stunden aus dem Archiv

Lili Mae Quartett im Studio 3 des ORF RadioKulturhauses 2023
Im Fokus steht das Lili Mae Quartett im Studio 3 des ORF RadioKulturhauses in Wien. Am 25. April 2023 gab die Sängerin und Komponistin mit ihrem Ensemble ihr Debüt und präsentierte Songs aus dem „Great American Songbook“. Pianist Danny Grissett, Kontrabassist Milos Colovic und Schlagzeuger Joris Dudli begleiteten die Sängerin, die schon früh ihre Liebe zur Musik entdeckte: mit 7 Jahren begann Lili Mae Klavier zu spielen, mit 11 Jahren war der Weg in Richtung Profi-Karriere klar.
Mittlerweile ist die Sängerin auch als Komponistin tätig – einige ihrer Werke wurden auch im Rahmen des Konzerts aufgeführt.


13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne

Musik und Fragen zur Person: Der Schriftsteller Dinçer Güçyeter im Gespräch mit Marietta Schwarz
Er ist gelernter Werkzeugmacher und finanzierte sich als Gabelstapler seine Anfänge im Literaturbetrieb. 2023 wurde sein Roman „Mein Deutschlandmärchen“ mit dem Leipziger Buchpreis geehrt. Heute ist Dinçer Güçyeter Lyriker, Romanautor und Verleger.


14:04 Uhr SWR Kultur Feature

Es war noch nie populär, für Juden einzustehen – Antisemitismus seit dem 7. Oktober
Von Janina Böck-Koroschitz

Seit dem 7. Oktober 2023 und der Reaktion Israels auf das Massaker der Hamas steigt die Anzahl antisemitischer Straftaten in Deutschland rapide. Janina Böck-Koroschitz lässt sich Geschichten aus dem Leben in Deutschland lebender Juden und Jüdinnen erzählen, die der Kriegsführung der israelischen Regierung durchaus kritisch gegenüberstehen.Geschichten, die sprachlos machen. Häuser mit jüdischen Einwohnern werden markiert, Kindern in der Kita der Tod gewünscht. Eine Stimmensammlung.


15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie

Robert Schumann – Die innere Stimme: Völkerfrühling
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (7/10)


15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature

Der Klang der Vielfalt – Ein Trans-Chor findet seine Stimmen
Von Nele Dehnenkamp und Tilo Stukenberg

Wenn Menschen ihr Geschlecht angleichen, verändern sie häufig auch ihre Stimme. Für den ausgebildeten Sänger Marius Bernard war dieser Prozess so herausfordernd, dass er während seiner Transition beinahe aufgehört hätte zu singen. Um anderen diese Erfahrung zu ersparen, gründete er das „Berliner Transemble“ – einen der wenigen Chöre für trans Menschen in Deutschland.


15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel

„Die Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler
Komposition: Roderik Vanderstraeten Regie: Katja Langenbach BR 2018

Glaubst du an die Treue? Warum? Warum nicht? Glaubst du, dass du deinen Partner wirklich kennst? Ist es legitim, in einer Beziehung Geheimnisse vor dem anderen zu haben? Ein Maskenball ist in Schnitzlers 1926 erschienener „Traumnovelle“ der Auslöser für Fragen, Ängste und Zweifel. Zurückgehaltene sexuelle Wünsche drängen unvermittelt ans Tageslicht und zeigen die existentielle Krise in der Lebensmitte zweier Menschen. Das Hörspiel erweitert die Perspektive mit Antworten von Paaren, die über ihre Beziehung befragt wurden.


15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera

„Herzschmerz und leise Dramatik“ Die US-amerikanische Indierock-Band Death Cab for Cutie
Von Anke Behlert

Mit „Transatlanticism“ veröffentlichte Death Cab for Cutie 2003 eines der wichtigsten Alben der „Goldenen Ära“ des Indierock Anfang der 2000er-Jahre. Die Platte verhalf nicht nur der Band um Sänger Ben Gibbard zum internationalen Durchbruch. Death Cab for Cutie war neben Gruppen wie Interpol oder Nada Surf dafür verantwortlich, dass „Indie“ von der DIY-Nische zum Mainstream wurde. Mit melancholischen Texten, immer leicht wehmütiger Stimmung und hymnischen Refrains bespielte die Band aus dem US-amerikanischen Nordwesten danach große Bühnen, war mehrfach für einen Grammy nominiert, ihre Songs wurden in Filmen und Serien eingesetzt. Bei ausverkauften Großtourneen zum 20-jährigen Jubiläum von „Transatlanticism“ entstanden in den letzten Jahren neue Songs für das elfte Studioalbum „I Built You A Tower“, das im Juni erscheint.


17:10 Uhr Spielräume Spezial

„Ella Fitzgerald – The greatest of them all“ Zum 30. Todestag von Ella Fitzgerald
Ihre Herkunft ist bescheiden, ihre Jugend hart: Nach dem frühen Tod ihrer Mutter kommt Ella Fitzgerald ins Heim, läuft weg, lebt auf der Straße. Und träumt davon, Tänzerin zu werden. Mit 17 nimmt sie an einem Talentwettbewerb im Apollo Theatre in Harlem teil, sie entscheidet sich in letzter Minute, zu singen statt zu tanzen. Der Erfolg gibt ihr recht, und schon ihre erst Single verkauft sich über eine Million mal – da ist Ella gerade einmal 21. Trotz ihrer ebenso raketenhaften wie stabilen Karriere behält sie ihr eher schüchternes Wesen; sie produziert auch keine Skandale, ihr ganzes Leben kreist ausschließlich um Musik. Fast sechs Jahrzehnte steht Ella Fitzgerald auf der Bühne, und man wird den Eindruck nicht los, sie habe in der ganzen Zeit keinen einzigen falschen oder auch nur unsauberen Ton gesungen. Und das bei allerhöchster Virtuosität. Und immer mit Leichtigkeit und einem Lächeln. Eine kleine Hommage an die größte von allen …


18:00 Uhr HR 2 Feature

Von Braunvieh, Ziegenmist und Bergkartoffeln – Bäuerliches Leben in den Alpen
von Maike Hildebrand

Im bayerischen Oberallgäu bewirtschaftet eine Familie ihren Bauernhof mit 25 Milchkühen. Der Alpsee liegt vor der Tür und die Berglandschaft lockt viele Touristen an. Direkt gegenüber vom Hof will die Gemeinde ein Wohngebiet mit Seepanorama erschließen, sie droht den Bauern mit Enteignung ihrer besten Weide. Doch die wissen sich zu wehren, schließlich steht die Zukunft ihres Hofes auf dem Spiel.


18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel

„Blue Mountains“ Originalhörspiel von Juli Zeh
Komposition: Frank Bretschneider Regie: Alice Elstner (Produktion: SWR 2010)


18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel

„Unser Deutschlandmärchen“ Hörspiel nach dem Roman von Dinçer Güçyeter
Bearbeitung: Negar Foroughanfar
Besetzung: Kathi Bonjour Komposition: Sinem Altan
Musik: Sinem Altan, Begüm Tüzemen, Özgür Ersoy und Axel Maier
Ton und Technik: Alexander Brennecke, Hermann Leppich und Julian Kretschel
Regieassistenz: Marie Permantier Regie: Beatrix Ackers Dramaturgie: Julia Tieke Deutschlandfunk 2026
Fatma ist Gastarbeiterin. Sie verdient das Geld, sie hält die Familie zusammen. Ihr Sohn Dinçer entwickelt sich zwischen Elternhaus, Ausbildung und Theater zum Autor. Und die Gesellschaft kommentiert als Chor.


19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband

Schwärmen – cresc… Biennale für aktuelle Musik (2)
hr-Bigband feat. Trondheim Voices, cond. by John Hollenbeck, cresc… Biennale für aktuelle Musik, Centralstation Darmstadt, Februar 2026, Teil 2


19:05 Uhr WDR 3 Jazz

„The Sound“ – Der Saxofonist Stan Getz
Ob in Bop, Cool oder der durch ihn bekannt gewordenen Bossa Nova – Stan Getz war einer der größten Melodiker. Mit seinem eleganten Ton kreiert er jenen schwerelosen Sound, der sein Markenzeichen wird.


20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Patrick Ziegelmüller

Choreografien, Rock ’n’ Roll und Laurel-Canyon-Songwriting
Hinter Gener8ion steckt der französische Musiker Benoit Heitz, einigen vielleicht auch unter dem Künstlernamen Surkin bekannt. Die erste Single „Storm” seines Albums „Love & Tears“ sorgt vor allem durch das dazugehörige Video für Furore und ging vor Kurzem viral. Darin spielt der schwedische Rapper Yung Lean einen unantastbaren Schulschläger, der es in einem reinen Jungeninternat in Leeds auf rothaarige Mitschüler abgesehen hat. Die anschließende Choreo aller Schüler auf einer Treppe ist schlicht atemberaubend. Die scheinbar ungelenken Bewegungen der Einzeltänzer entwickeln in der Masse eine weiche und doch urgewaltige Dynamik. Yung Lean steht dazu unbeteiligt in der Mitte und raucht entspannt eine Zigarette. Der Clip wurde dem französischen Regisseur Romain Gavras gedreht, die eindrucksvolle Massen-Choreografie hat der Star-Choreograf Damien Jalet umgesetzt.


20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert

Konzertsaal Gera, Theater Altenburg-Gera
Aziza Sadikova: Konzert für zwei Kontrabässe und Kammerorchester (Uraufführung)
Richard Wagner: Siegfried-Idyll
Giovanni Bottesini: Konzert für Kontrabass und Orchester h-Moll
Anton Arensky: Quartett „Dem Andenken an Peter Tschaikowsky“ für Streichorchester
Franziska Rau, Vincent Paul Jehudin Petersheim, Kontrabass
Reußisches Kammerorchester des Theaters Altenburg-Gera
Leitung: Ruben Gazarian
Aufzeichnung vom 22.04.2026


20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton

„Im Grenzland zwischen Musik und Sprache“ Jörg Piringer im Porträt
Als „sound visual interactive electronic poetry“ beschreibt Jörg Piringer seine künstlerische Arbeit. Seit über 30 Jahren bereits forscht Piringer an der Schnittstelle von Musik und Sprache und nutzt dafür eine breite Palette an Instrumenten und Ausdrucksformen, von elektronischer Musik und Klanginstallationen über Radiokunst bis hin zu selbst entwickelten Poesie Apps. Und so erwartet die Besucher:innen von Jörg Piringers Website statt der klassischen Biographie ein kleines Vorstellungsvideo. „Ich strebe danach Problemfelder im Kontinuum zwischen Text, Schrift, Laut, Form und Inhalt zu erschließen“, hört man den Künstler darin sagen, während zu elektronischen Klängen Buchstaben über den Bildschirm rattern, die sich immer wieder zu konkreten Formen verdichten, bevor sie im nächsten Moment auch schon wieder auseinanderfallen.


20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature

„Tic Tac Toe“ Die Girlband, die rebellierte
Von Meret Reh BR 2026

Drei junge Frauen aus dem Ruhrgebiet werden Mitte der 90er zur ersten Girlband Deutschlands. Lee, Jazzy und Ricky brechen mit Konventionen, sprechen über Sexismus und Rassismus – und treffen auf eine Öffentlichkeit, die darauf nicht vorbereitet ist. Tic Tac Toe gaben einer ganzen Generation eine Stimme und wurden doch von manchen Medien zur Lachnummer auf der Titelseite gemacht. Meret Reh ihre Geschichte und ordnet neu ein, was die Band geleistet hat. Das Feature ist die einstündige Version des Podcasts „Reclaim: Tic Tac Toe“.


20:03 SWR Kultur Abendkonzert – LIVE

Festivalauftakt RheinVokal: Mythenklänge
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Tuuli Takala (Sopran); Leitung: Pietari Inkinen
Jean Sibelius: „Pohjolas Tochter“, Sinfonische Fantasie op. 49
Lieder für Sopran und Orchester
„Luonnotar“, Tondichtung für Sopran und Orchester op. 70
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur
(Liveübertragung aus der Rhein-Mosel-Halle, Koblenz)


20:03 Uhr WDR 3 Konzert

Klänge aus der Westsahara
Musik ist für die Sängerin Aziza Brahim aus der Westsahara ein Weg, Stärke zu finden. Ihr Land ist geteilt, sie wurde in einem Flüchtlingslager der Sahraouis geboren. Die Musik der Wüstenbewohner:innen verknüpft sie mit Klängen aus dem Melting Pot Barcelona, wo sie jetzt lebt. In ihren Liedern thematisiert Aziza Brahim Exil und Identität und singt davon, wie Musik Menschen verbindet.
Aziza Brahim, Gesang, T‘bal
Ignasi Cussó, E-Gitarre
Guillem Aguilar, Bass
Andreu Moreno, Schlagzeug
Aufnahme vom 13. März 2026 aus dem Reinoldihaus, Dortmund


20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature

„Westsahara“ Heißer Sand und ein verlorenes Land
Von Olivia Wimmer Regie: die Autorin ORF 2025

Seit einem halben Jahrhundert leben die Sahrawi in Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste, abgeschnitten von ihrer Heimat, der Westsahara. Ein Feature über ein vergessenes Volk und seinen verzweifelten Kampf um Unabhängigkeit.


20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton

Dunkle Töne mit dem ensemble xxi. jahrhundert
Uraufführungen von Jana Kmitová und Petra Stump-Linshalm sowie Christian Ofenbauers „fancies (fancy-papers)“ von 1997

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten“, gibt Bert Brecht in den 1930ern in „An die Nachgeborenen“ zu Protokoll. „Wahrlich, es waren finstere Zeiten, in denen ein kluger Mann sich genötigt sah, Dinge zu denken, die zueinander im Widerspruch standen“, ruft denn auch in auffälligem Gleichklang Adson von Melk aus, der Ich-Erzähler von Umberto Ecos Mittelalterroman „Der Name der Rose“ – je nach Sichtweise Jahrhunderte vor Brecht oder Jahrzehnte nach ihm. Strahlt uns heute mehr Licht über die Schultern? Erblicken wir es am Ende des Tunnels? Oder geht es uns langsam aber sicher aus?


21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche

Billy Childs: Konzert für Saxofon und Orchester „Diaspora“
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 7 C-Dur, op. 60 „Leningrader“
Steven Banks, Saxofon; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Rafael Payare
Aufnahme vom 7.6.2026 aus der Philharmonie Berlin
Am Mikrofon: Uwe Friedrich
Den Schrecken von Sklaverei und Krieg verleiht dieses Konzert Ausdruck mit Musik von Billy Childs und Dmitri Schostakowitsch.
Das neue Saxofonkonzert des afroamerikanischen Komponisten Billy Childs verbindet Elemente der klassischen Musik mit Jazz, Spirituals und zeitgenössischen Kompositionstechniken. Dieses Werk des Gedenkens an die Sklaverei gehört zum Saisonschwerpunkt des Deutsches Symphonie-Orchesters Berlin „Afrodiaspora – Composing while black“. Vom Elend des Zweiten Weltkriegs kündet die siebte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die während der Belagerung Leningrads durch die deutsche Wehrmacht entstand. Als Nachfolger von Kent Nagano übernahm der junge venezolanische Dirigent Rafael Payare im Herbst 2021 mit dem Orchestre symphonique de Montréal das renommierteste Orchester Kanadas. Kürzlich wurde sein Vertrag verlängert. Beim Deutschen Symphonieorchester Berlin kann er seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen.


22:30 Uhr SWR Kultur NOWJazz

Sonic Wilderness Vol. 86
Von Julia Neupert


23:00 Uhr radio 3 The Voice

Joy Oladokun. Mit Susanne Papawassiliu
Die Singer Songwriterin aus den USA macht Musik, die zwischen Folk, R&B und Country zuhause ist. Inspiration waren für sie Bob Marley… aber auch Country. Mit ihrer Musik setzt sich die queere Künstlerin auch dafür ein, dass „Queer“-sein nicht in eine Ecke gestellt wird.


23:03 Uhr SWR Kultur ars acustica

Longyearbyen – Leben am Rande von Industrie und Wildnis
Soundscape von James Welburn

Komposition und Realisation: James Welburn (Produktion: ORF 2025)
Ich musste durch die gespenstische Einöde alter Bergbaumaschinen wandern, den arktischen Wind spüren und das Rasseln verlassener Industrieanlagen hören. Hunde bellten durch den Nebel, Schneemobile hallten durchs Tal, das Eis knirschte unter meinen Füßen. Erst dort konnte ich Klänge schaffen, die auf die Landschaft reagierten.


23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik

Chaya Czernowin: Musiktheater in Witten. Mit Friedemann Dupelius
Sechs Musiker:innen erzählen einander absurde Geschichten — in einer komplexen Klangwelt, die mal bedrohlich, mal poetisch tönt. Friedemann Dupelius stellt Chaya Czernowins „The Redheaded Man“ vor.
The Redheaded Man
Ensemble hand werk
Komposition: Chaya Czernowin
Live-Aufnahme von den Wittener Tagen für neue Kammermusik, 25. April 2026


23:03 Uhr BR Klassik Musik der Welt

„Die Meisterin des Ghazal“ Die afghanische Sängerin Farida Mahwash
Von und mit Michaela Fridrich

In der Schule sei sie nicht sehr gut gewesen, bekennt Farida Mahwash. Grund dafür war aber nicht fehlendes Verständnis. Das Mädchen hatte schlicht nur Musik im Kopf. Dass sie später einmal nicht nur als Sängerin Karriere machen würde, sondern als erste weibliche Musikerin überhaupt mit dem Ustad-Titel, der höchsten aller Auszeichnungen in der indo-persischen Musik, geehrt werden würde – davon konnte Mahwash damals noch nicht einmal träumen. Denn in dem konservativen Milieu, in dem sie aufwuchs, war für eine Frau das Musikmachen als Beruf keine Option. In Mahwashs Fall trugen zwei Dinge wesentlich dazu bei, die familiären sowie gesellschaftlichen Widerstände zu überwinden. Zum einen ihre außergewöhnliche musikalische Begabung und stimmliche Qualität. Kaum weniger wichtig war allerdings ein kluger Ehemann, der das Potenzial seiner Frau nicht nur tolerierte, sondern es in dem Streben nach Entfaltung bestärkte und unterstützte. So wurde Farida Mahwash zu einer prägenden Stimme in der Musikszene Afghanistans, bevor sie 1991 mit ihrer Familie in die USA floh. Seither trägt sie als Botschafterin der Liebe und des Friedens die Musikkultur ihrer Heimat in die Welt und leistet damit ihren Beitrag zum Erhalt des musikalischen Erbes Afghanistans.


(Visited 78 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.