Radiotipps für den 16.5.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Wiedersehen mit Hogwarts“ Eine Lange Nacht mit Harry Potter
Von Markus Metz und Georg Seeßlen. Regie: Giuseppe Maio
Wenn es eine Erfolgsgeschichte aus der populären Kultur gibt, die für die Generation prägend wurde, die ins neue Jahrtausend hinein aufwuchs, dann ist es „Harry Potter“. Dabei schien die britische Autorin Joanne K. Rowling zunächst einmal einer einfachen Formel zu folgen: Die mehr als erfolgreiche Reihe „Harry Potter“ – ab 1997 Roman, dann Kino, bald auch Streaming-Serie – verbindet zwei Genres der Kinder- und Jugendliteratur miteinander, Fantasy und Internatsgeschichte. Natürlich geht es in beiden Genres um das Abenteuer, an der Schwelle von Kindheit und Jugend zu erfahren, wer man eigentlich ist. Versteckt in Nostalgie und magischem Effekt fragt „Harry Potter“: Was ist Autorität und wo liegen ihre Grenzen? Und „Harry Potter“ traut sich an die Frage: Was ist das Böse in der Welt? Und wieviel davon steckt in jedem Menschen, in jedem Ort, in jeder Institution? Das Zauber-Internat Hogwarts ist nicht, wie eine Burg Schreckenstein, ein Bollwerk gegen eine schlimme (Erwachsenen-)Welt, das Böse ist hier mittendrin, im Lehrkörper wie in den Familien. Was „Harry Potter“ so revolutionär macht, ist der Schritt von einer behütenden und beschwichtigenden zu einer erregenden und „analytischen“ Erzählweise. Einfach gesagt: Die Geschichte nimmt ihre Subjekte ebenso wie ihre Adressaten ernst. Mit „Harry Potter“ wird das kindliche Fantasy-Epos vom Anhängsel zum kulturellen Leit-(Multi)-Medium. Mythisch, semantisch und nicht zuletzt kommerziell.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
Das Verhör des Lukullus“. Von Bertolt Brecht
Brechts „episches Theater“ als Hörspiel
Musik: Norbert Pawlicki, Regie: Friedrich Langer (ORF-W 1965)
Brechts von ihm als „Radiostück“ konzipiertes „Verhör des Lukullus“ ist ein Beispiel für das von ihm geprägte „Epische Theater“. Wie schon in dem Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“ aus dem Jahre 1935 findet sich auch in „Das Verhör des Lukullus“ die Grundidee Brechts, dass Geschichte aus der Sicht der Menschen und nicht aus der Sicht der Herrschenden geschrieben und bewertet werden müsse. „Das Verhör des Lukullus“ wurde 1965 von Radio Wien produziert und in der Radioreihe mit dem Titel „Funkstudio für das literarische Experiment“ gesendet.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Nabelschau
Im neunzehnten Jahr dieser Sendereihe soll zum ersten (und einzigen) Mal die Musik der Gastgeberin im Mittelpunkt stehen. Aus Anlass der Renaissance ihres Soloprojekts blickt Sandra Zettpunkt zurück auf gut drei Jahrzehnte tönender Extravaganzen. Kommt ziemlich was zusammen.
18:00 Uhr radio 3 Orte und Worte
Mit Matthias Nawrat in der Freien Universität
Die junge polnische Wissenschaftlerin Wanda bekommt 1983 die Erlaubnis, von Krakau nach Venedig zu reisen, um den Systemtheoretiker Mrugalski für ihre Forschung zu befragen. Aber schon bald wird klar, dass es um mehr geht. Sie scheint eine persönliche Rechnung mit dem Landsmann im Exil offen zu haben, die weit in die brutale europäische Vergangenheit führt, in den Zweiten Weltkrieg, sowjetische Gulags und Foltergefängnisse im sowjetisch kontrollierten Nachkriegs-Krakau und ins westeuropäische Exil.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Jewrofeeling“ 100 Dezibel Judentum. Von Nele Dehnenkamp
Mit Jugendlichen und Trainerinnen des Jugendzentrums Olam Berlin
Regie: Nele Dehnenkamp Ton und Technik: Michael Kube
Deutschlandfunk 2026
Beim Songcontest “Jewrovision” kommen jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland zusammen, um gegeneinander anzutreten. Dabei lernen sie auch, laut und selbstbewusst zu sein.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
French Darlings – Verträumt in Paris. Von Maxi Broecking
Wir hören einige der schönsten Aufnahmen des französischen Jazz und Aufnahmen, die in Paris entstanden sind. Mit Django Reinhardt und Stephane Grappelli, Yves Montand, Miles Davis und Juliette Greco, Barney Wilen, Madeleine Peyroux oder Ibrahim Maalouf. Lassen Sie sich verzaubern.
19:00 Uhr HR 2 Jazz and More
Heute u. a. mit einem spontanen Klanguniversum und der Vertonung einer Episode amerikanischer Geschichte
Miho Hazama feat. The Danish Radio Big Band: Frames | Antonio Faraó & Stéphane Belmondo: Do it! | Chris Potter: Alive with ghosts today | Immanuel Wilkins Quartet: Live at the Village Vanguard Vol 1.
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel
„Sinn“ Von Anja Hilling
Regie: Susanne Krings Produktion: WDR 2010
Die erste große Liebe ist ein radikaler Einschnitt im Leben. Sie kann romantisch, dramatisch oder unerfüllt sein. Aber eins ist sie immer: existenziell. Sechs von der Liebe Befallene erzählen von ihren neuen starken und widerstreitenden Gefühlen.
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk Playback
Discu:theque mit Markus Kavka Wo Musik auf Geschichten trifft. Mit Angie Portmann
Discu:theque – wo Musik auf Geschichten trifft. So lautet das Motto einer vom „Zündfunk“ präsentierten Talk- und DJ-Reihe in Ingolstadt in der Neuen Welt. Musikschaffende jeden Alters präsentieren hier Songs, die ihnen ganz besonders wichtig sind und erzählen auch weshalb. Im Anschluss wird aufgelegt. DJ Hell hat hier schon das Wasser von der Decke der Neuen Welt tropfen lassen. Aber auch der Moderator, Podcaster und Autor Markus Kavka hat ein ganz wunderbares DJ-Set abgeliefert. Davor hat er in einer Stunde Talk über seine musikalische Sozialisation gesprochen, seine Liebe zum Musik-Entdecken und wie er dadurch zum bekanntesten MTV-Gesicht überhaupt geworden ist. Durch diesen besonderen „Zündfunk“ auf Bayern 2 führt Angie Portmann. Nachhören lässt sich dieses Gespräch auch in ARD Sounds.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Kreissingen im Singkreisel!
Da kommt ja wieder einiges zusammen: Hartes Zeug, weiche Sounds – und fanatische Kreissänger! Alles weitere in der Sendung! Mit dabei: Lowtopic, Mittekill, Lucile Cordova und viele andere. Schwindelgefahr!
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
Unruhe um einen Friedfertigen (1/2). Nach dem Roman von Oskar-Maria Graf
Bearbeitung: Sebastian Goy Regie: Ulrich Heising
Komposition: Biermösl Blosn
Ton und Technik: Hans Schmid, Günter Heß, Gertrud Koch
BR/SWF 1984
Zwischen dem Ersten Weltkrieg und Hitlers Machtergreifung ändert sich für die Bewohner von Auffing und Umgebung alles: In ihre ländliche Welt dringt die Ideologie des Hasses und der Gewalt ein.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Keb‘ Mo‘
Keb‘ Mo‘ ist eine prägende Figur der aktuellen Bluesszene. Der mittlerweile 73 Jahre alte Musiker aus Los Angeles trägt die Tradition weiter und braucht nicht mehr als seine Gitarre und markante Stimme.
RB-Mitschnitt vom 31. August 2022, Kulturzentrum Schlachthof, Bremen
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Produziert im Deutschlandfunk: Teil 11: Komponierende aus Ostasien
Von Hanno Ehrler
Komponistinnen und Komponisten aus Korea, Japan und China gehören ab den 1960er-Jahren zunehmend zur europäischen Szene der Neuen Musik. Viele von ihnen leb(t)en in Deutschland oder haben hier einen Teil ihrer Ausbildung absolviert. Das beleuchten verschiedenste CD-Koproduktionen auch des Deutschlandfunks aus den letzten 20 Jahren. Sie präsentieren kompositorisches Schaffen von mittlerweile drei Generationen – begonnen mit Isang Yun und Younghi Pagh-Paan über Jo Kondo und Toshio Hosokawa bis hin zu Misato Mochizuki, Jin-Ah Ahn oder Ying Wang. Diese Aufnahmen führen vor Ohren, auf welche (auch verschiedene) Weise diese Tonsetzerinnen und Tonsetzer asiatische und europäische Musikkulturen zusammendenken.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Ausbruch der Klänge (1/2) Das Ensemble für intuitive Musik Weimar (EFIM)
Die Mauer steht noch, als sich1980 in Weimar das Ensemble für intuitive Musik (EFIM) gründet, eine Musik, die in der DDR beargwöhnt wird: zu esoterisch, zu sehr vom Westen beeinflusst.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Singer-Songwriter: UnderCover – Wenn Musiker zu Klangarchäologen werden.
Mit Tristan Reiling
Covern, Umschreiben, Neuinterpretieren ist in der Musik eine gängige Praxis. Gerade im Pop und Jazz bauen viele auf den Erfolg bekannter Melodien. Doch abseits davon gibt es eine andere Bewegung: Musikerinnen und Musiker wenden sich vergessenen, übersehenen oder kaum bekannten Stücken zu und werden so zu Klangarchäologen, die verborgene musikalische Schätze freilegen und bewahren. Wir folgen ihnen und hören spirituelle Musik aus Brasilien, Filmmusik aus Frankreich und Deutschland oder alte Lieder aus der Türkei.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Elektronische Musik
techné [69] Klangsynthesen [1] Pionierzeit
Spätestens um das Jahr 1900 begegnen uns die ersten elektronischen Musikinstrumente. Ihre Evolution zu höchst differenzieren Klangmaschinen vollzieht sich durch das 20. Jahrhundert an unterschiedlichsten Schauplätzen und in immer wieder neuen Kontexten.
Ingenieure, Forscher oder Komponisten trugen über die Jahre stets mit individueller Energie zu ihrer Fortentwicklung bei. Hier wird die Geschichte der Klangerzeugung mit elektronischen Mitteln im Lichte eben jener Konzepte erzählt, die sie vorantrieben.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Wiedersehen mit Hogwarts“ Eine Lange Nacht mit Harry Potter
Von Markus Metz und Georg Seeßlen. Regie: Giuseppe Maio
Wenn es eine Erfolgsgeschichte aus der populären Kultur gibt, die für die Generation prägend wurde, die ins neue Jahrtausend hinein aufwuchs, dann ist es „Harry Potter“. Dabei schien die britische Autorin Joanne K. Rowling zunächst einmal einer einfachen Formel zu folgen: Die mehr als erfolgreiche Reihe „Harry Potter“ – ab 1997 Roman, dann Kino, bald auch Streaming-Serie – verbindet zwei Genres der Kinder- und Jugendliteratur miteinander, Fantasy und Internatsgeschichte. Natürlich geht es in beiden Genres um das Abenteuer, an der Schwelle von Kindheit und Jugend zu erfahren, wer man eigentlich ist. Versteckt in Nostalgie und magischem Effekt fragt „Harry Potter“: Was ist Autorität und wo liegen ihre Grenzen? Und „Harry Potter“ traut sich an die Frage: Was ist das Böse in der Welt? Und wieviel davon steckt in jedem Menschen, in jedem Ort, in jeder Institution? Das Zauber-Internat Hogwarts ist nicht, wie eine Burg Schreckenstein, ein Bollwerk gegen eine schlimme (Erwachsenen-)Welt, das Böse ist hier mittendrin, im Lehrkörper wie in den Familien. Was „Harry Potter“ so revolutionär macht, ist der Schritt von einer behütenden und beschwichtigenden zu einer erregenden und „analytischen“ Erzählweise. Einfach gesagt: Die Geschichte nimmt ihre Subjekte ebenso wie ihre Adressaten ernst. Mit „Harry Potter“ wird das kindliche Fantasy-Epos vom Anhängsel zum kulturellen Leit-(Multi)-Medium. Mythisch, semantisch und nicht zuletzt kommerziell.