Radiotipps für den 26.3.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Festival Time:Spans“ Di Menna Center, New York
Chaya Czernowin: „the divine thawing of the core“ (2025)
Für 6 Flöten, 6 Oboen, 6 Trompeten, Posaune, Tuba, Klaviert, Schlagzeug und 3 Violoncelli
Claire Chase, Kontrabassflöte
Talea Ensemble; Leitung.: James Baker
Vorgestellt von Carolin Naujocks
Aufzeichnung vom 19.08.2025
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Rock
Moderation: Carsten Rochow
Mit „Everything All The Time“ sind Band Of Horses Mitte der Nullerjahre durch die Indieszene galoppiert – zwischen wehmütigem Americana, hymnischem Gitarrenrock und einem deutlichen Nachhall des Seattle-Sounds. Das Debüt der Band um Frontmann Ben Bridwell, erschienen beim Kultlabel Sub Pop, feiert in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. Anlass genug für eine Tour mit vier Herbstterminen in Deutschland, eine Wiederauflage mit Bonustracks – und für uns für einen Rückblick auf ein Album, das Melancholie, wie im Hit „The Funeral“, mit kraftvoll-dynamischem Indierock in eine fast schwerelose Form gebracht hat. Ein Sound, der bis heute nachwirkt – und von Millionen Fans weitergetragen wird.
19:00 Uhr radio 3 Literatur
Siri Hustvedt: „Ghost Stories“ Live aus dem Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks
Am Mikrofon: Thomas Böhm
Sie waren das wohl berühmteste Liebespaar der Gegenwartsliteratur: Siri Hustvedt und Paul Auster. Als Auster im Sterben lag, sprach er den Wunsch aus, ein Geist zu werden – und für Hustvedt ist er es geblieben. In ihrem neuen Werk „Ghost Stories“ erzählt sie von der allgegenwärtigen Präsenz ihres Mannes, von Trauer, Intimität und der Suche nach Halt in der Vergangenheit. Mit schonungsloser Offenheit und zärtlicher Weisheit entsteht ein Buch über die Geister, die uns begleiten – und über eine Liebe, die 43 Jahre währte.
Deutsche Texte: Martina Gedeck
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Colours of Europe. Das Edgar Knecht Trio & mehr Musik grenzenlos
Der Kasseler Pianist Edgar Knecht hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten eine ganz eigene Nische im Jazz erobert: er hat das deutsche Volkslied ordentlich entstaubt und mit Jazz- und World Music Farben versehen.
19:00 Uhr NDRKultur Welt der Musik
Mit der Klarinette für den Frieden – Giora Feidman, der König des Klezmer, wird 90 Jahre
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Kann KI vorhersagen, was kommt?“ Die Zukunftsforschung – und was sie über unsere Gegenwart verrät
Von Janosch Delcker.
Die Zukunftsforschung erlebt, befeuert von Durchbrüchen in der Künstlichen Intelligenz, einen Hype. Aber wie soll das gehen: die Zukunft voraussehen? Oder geht es doch um etwas anderes? Über ein Feld, das sich selbst hinterfragt.
20:30 Uhr Deutschlandfunk Mikrokosmos
Babas Geister (3/6) Der Kaffee ist fertig – Kahve hazýr. Von Ayla Güney und Jurate Braginaite
Regie: Die Autorinnen
Redaktion: Christian Lerch/Christiane Habermalz
SWR Kultur/Deutschlandfunk 2024
Wieso kam einst „das Ausland” ins Dorf? Und was machten da die Nazis? Ayla und Jurate reisen das zweite Mal nach Sasbachwalden, in die Vergangenheit des Hotels. Die Autorinnen besuchen den Hobbydokumentaristen Erich Fischer, der bestens mit der Geschichte des „Sternenwirtshauses” vertraut ist und treffen Gertrud Schneider, die dort acht Jahre ihres Arbeitslebens verbracht hat. Außerdem sprechen die beiden mit Helene Schmälzle, dem ehemals jüngsten Kuchenmädel des Hauses. In den Erzählungen lernen sie das Gründerehepaar Paula und Adolf Huber kennen. Zwei tüchtige, von ihrer Idee überzeugte Menschen, deren Ruhm in Sasbachwalden noch heute nachklingt. Den Autorinnen erscheint dieses Narrativ jedoch merkwürdig einseitig. Und wer ist das Mädchen auf dem Foto?
21:00 Uhr SWR Kultur / HR 2 JetztMusik
„Von einer Geografie des Orchesters” – Der Komponist und Dirigent Gilbert Amy. Von Stefan Pohlit
Unter dem Einfluss Karlheinz Stockhausens entwickelt der 1936 in Paris geborene Komponist Gilbert Amy seinen Stil im Kontext des Serialismus. 1967 übernimmt er von seinem Lehrer Pierre Boulez die Leitung der Pariser Konzertreihe „Domaine Musical“, 1976 gründet er das „Nouvel Orchestre philharmonique de Radio France“ und greift damit Entwicklungen der heutigen Aufführungspraxis vorweg. Als Retrospektive von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart, ausgehend von Gesprächen mit Gilbert Amy im Herbst 2025, widmet sich Stefan Pohlits Beitrag erstmals der Bedeutung des Orchesters in Amys reichem Schaffen.
21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts
Klanghorizonte – Jahre „Spoot Music“. Die amerikanische Musikerin Amy Denio
Am Mikrofon: Michael Frank
Amy Denio überwindet mit ihrer Musik faszinierend spielerisch die Grenzen zwischen Jazz, Kammermusik und Rock.
Sie ist Multi-Instrumentalistin, Sängerin mit einem Stimmumfang von vier Oktaven, preisgekrönte Komponistin, Improvisatorin und Produzentin. Seit 1986 veröffentlicht Amy Denio ihre Musik auf ihrem eigenen Label Spoot Music. Amy Denio, die 1961 in Boston geboren wurde, steht als Solistin allein auf der Bühne oder mit den unterschiedlichsten Bands – mit dem Tiptons Saxophone Quartet oder der Balkan-Metal-Band Kultur Shock. Als Kosmopolitin hat Denio mit vielen Musikerinnen und Musikern in Ost- und Westeuropa, Nord- und Südamerika, aber auch in Asien zusammengearbeitet. Eine besondere Affinität hat sie zur italienischen Sprache und Kultur. Ihre autobiografischen Reiseerzählungen hat sie deshalb auch auf Italienisch niedergeschrieben. Sie erscheinen passend zum 40-jährigen Jubiläum ihres eigenen Labels Spoot Music noch in diesem Jahr.
22:00 Uhr radio3 / NDRkultur Jazz
„Berliner Vernetzung“ Das samtweiche Saxofon von Daniel Erdmann. Mit Hans-Jürgen Schaal
Daniel Erdmanns Expressivität auf dem Tenorsaxofon hat etwas ganz Eigenes. Sein Spiel klingt oft samtweich – doch es sind Brüche darin, verhuschte Freiheiten, gehauchte Avantgardismen. „Das Samtene ist gleichzeitig die Revolution“, sagt Erdmann – nicht umsonst nennt er eine seiner zahlreichen Bands „Velvet Revolution“. Die rare Besetzung dieses Trios – Saxofon, Violine, Vibrafon – ist bezeichnend für Erdmann: Er will vom „erlernten Klangbild wegkommen“. Als Klangforscher fühlte er sich in Berlin viele Jahre lang ganz an seinem Platz. Noch immer ist er mit der Berliner Szene bestens vernetzt.
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
WDR Jazzpreis: Hanno Busch & die WDR Big Band
Die Vergabe des WDR Jazzpreises 2026 steht kurz bevor. Bei einer Gala in Viersen wird er dem Gitarristen Hanno Busch verliehen. Thomas Mau war bei einer Probe mit der WDR Big Band dabei.
22:03 Uhr SWR Kultur / HR 2 Jazz and More
Blues’n’Roots. Von Dagmar Fulle
Jimmie Vaughan zum 75. Geburtstag | Debut auf eigenem Label: One Mississippi – neues Album von Eric Bibb | Große Verbeugung vor dem größten Bluesmann – B.B. King’s Blues Summit 100
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel
„Kurzstrecke 165“ Feature, Hörspiel, Klangkunst – Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene
Moderation: Ingrid Wenzel und Ingo Kottkamp
Produktion: Autor*innen/Deutschlandfunk Kultur 2025 (Ursendung)
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
„Musik von Morgen“ Neue Alben von Robyn, Flea und Courtney Barnett. Mit Ann-Kathrin Mittelstraß
Immer donnerstags in den “Late Nite Sounds”: der Neuheiten-Check. Wir hören unter anderem ins neue Album von Robyn. Die Schwedin hat einige der herzzerreißendsten “sad banger” der letzten 20 Jahre geliefert. Jetzt bringt sie nach acht Jahren ein neues Album raus. Auf “Sexistential” kehrt Robyn zurück auf den Dancefloor und singt übers Ausgehen, Sex und Mutterschaft. Das gehypte New Yorker Duo Fcukers veröffentlicht derweil sein lang erwartetes Debütalbum “Ö” und wirft in seinem Dance-Pop alles zusammen, was Spaß macht – von Daft Punk bis Drum’n’Bass und Reggae. Das Solo-Debüt von Flea von den Red Hot Chili Peppers hingegen hat keiner so recht erwartet. Auf seinem Jazz-Album “Honora” greift Bassist Flea jetzt auch zur Trompete. Und die Australierin Courtney Barnett verarbeitet auf ihrem neuen Album in gewohntem Slacker-Rock die Veränderungen in ihrem Leben – etwa den Umzug von Melbourne nach Los Angeles. Außerdem im Check: neue Alben von José González, Grim104, Paula Carolina, Hi Mum, Snail Mail, Charlotte Cornfield, The New Pornographers und Sofia Kourtesis. Wir richten uns nach dem digitalen Release-Datum: LP/CD kommen oft etwas später.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Musikalische Annäherungen an Else Lasker-Schüler (4/5). Mit Stefan Franzen
23:03 Uhr WDR 3 Open
Die größten Beefs im Musikbiz. Mit Markus Kavka und Jennifer Weist
Oasis vs. Blur: der Britpop-Battle
Es beginnt mit einer Beleidigung in einer Kneipe. Und gipfelt in dem Satz „Ich hoffe sie kriegen Aids und sterben“. Oasis vs. Blur ist der größte Beef Großbritanniens seit Rolling Stones vs. Beatles.
23:03 Uhr BR Klassik Horizonte
„Das Archiv auf dem Dachboden“ Über die Wiederentdeckung des Komponisten Wolfgang Jacobi
Von Jochen Eichner
Anschließend: Zum 10. Todestag von Josef Anton Riedl
Eigentlich war Wolfgang Jacobi auf dem besten Weg, einer der bedeutendsten Komponisten Deutschlands zu werden. Der 1894 auf Rügen geborene Jacobi machte – beeindruckt von Debussy und Ravel – erste kompositorische Gehversuche, als er geschwächt vom Krieg in Davos seine Tuberkulose auskurieren musste. Im Berlin der 1920er wurde er bald zu einer bekannten Größe, schrieb unter anderem Musik für die Berliner Funkstunde, den ersten Radiosender Deutschlands. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war es mit der Karriere Jacobis vorbei. Dem Regime war Jacobis Musik wegen ihrer Nähe zur Arbeiterbewegung suspekt, zudem hatte er jüdische Vorfahren. Jacobi und seine Familie ziehen sich in die innere Emigration in München zurück. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kann Jacobi wieder als Musiker Fuß fassen. Bekannt ist heutzutage vor allem sein umfangreiches Schaffen für Akkordeon, doch der Großteil seines Oeuvres harrt noch der Entdeckung.
Eine Sendung über einen Komponisten, dessen qualitätvolle und wegweisende Musik eine Renaissance mehr als verdient hätte.