Radiotipps für den 27.7.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Ö1 Jazznacht
„Spiritual Jazz“ + Paul Schuberth/Tomás Novák
das Duo Tomás Novák/Paul Schuberth im Mai 2025 im Wiener RadioCafe
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Dramatiker Händl Klaus im Gespräch mit Raoul Mörchen
Er ist einer der wenigen Opern-Librettisten unserer Zeit und mit bloß zwei Spielfilmen auch als Regisseur ein Exot. In seinen Dramen, Drehbüchern und Hörspielen wird viel gestorben, doch nie verrät uns Händl Klaus, warum.
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
Schützlinge ohne Schutz? – Die dunklen Seiten der SOS-Kinderdörfer. Von Maike Hildebrand
(Produktion: SWR/DLF 2025)
Ein sicheres Aufwachsen in familiärer Atmosphäre, das verspricht die Organisation SOS-Kinderdorf ihren Schützlingen: Waisen, traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die nicht bei ihren Eltern leben können. Viele wurden in einem Kinderdorf erneut zum Opfer. Schläge, Unterdrückung und sexueller Missbrauch – die Vorfälle wurden lange verschwiegen und vertuscht. Nun arbeitet die Organisation ihre Geschichte auf. Isabelle, Paddy und Elisabeth erzählen, was sie in ihren SOS-Kinderdörfern erlebt haben.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Sternenhimmel der Menschheit“ von Raoul Schrott
Komposition: Ulrike Haage Regie: Katja Langenbach BR 2025 Ursendung
Warum projizieren Menschen Erzählungen in den Nachthimmel? Und welche Mythen und Sagen stecken in den Sternenbildern verschiedener Kulturen? Das älteste Kino, das erste Fernsehen – das sind die langsam sich über den Nachthimmel bewegenden Sternbilder. Aufgrund der Lichtverschmutzung in den Städten nehmen wir sie jedoch kaum mehr wahr. Und da sie mittlerweile weitgehend ihre mythische, kalendarische und astrologische Bedeutung verloren haben, sind uns auch die sie umrankenden Legenden kaum noch geläufig. Und das, obwohl Sternhimmel überall zum ältesten Weltkulturerbe gehören. Sternbilder sind in der Regel älter als die Literatur einer Kultur; einige tauchen bereits in den Felsmalereien von Lascaux auf. Ein Streifzug zu den Erzählungen im Nachthimmel mit Raoul Schrott (Autor) und Dr. Sybille Anderl (Astrophysikerin).
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Hallfahnen aus Hannover“ Die Band Steintor Herrenchor. Von Anja Buchmann
Nein, es ist kein Gesangverein, es ist eine Band, die sich unter dem Namen Steintor Herrenchor auf einen zur Fußgängerzone ausgebauten Platz, das Steintor in Hannover Mitte bezieht. Die drei Musiker haben 2021 gemeinsam ihre erste Single veröffentlicht, auf der sie ihren New Wave artigen Sound mit verhallten Gitarren, stoischen Achtel-Basslinien und Vintage Synthesizer vorstellen. Steintor Herrenchor fokussiert sich auf kurze, von Melancholie und Resignation durchzogene Songs mit deutschen Texten: Post Punk Wave oder Neue neue deutsche Welle (NNDW), wie Polaroid-Fotos aus den 1980er-Jahren – die aber heute noch eine große Wirkung entfalten.
16:00 Uhr radio 3 Das Berlin Hörspiel
„Unterleuten – Teil 3“ Nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh
17:00 Uhr ByteFM Was ist Musik mit Klaus Walter
Mit dem Alter fängt man an sich für Dub zu interessieren?
Mit dem Alter fängt man an sich für Countrymusik zu interessieren? Sangen einst die Aeronauten. Bald darauf war Olifr Guz, ihr Sänger, tot. Und heute? Fangen immer mehr Leute eines gewissen Alters an, sich für Dub zu interessieren. Und fangen immer mehr Leute an, selber Dub zu produzieren, oder eine Art Dub. Ihre un- oder antipuristische Haltung, vielleicht eine Art Vorsicht (Skrupel), verdankt sich möglicherweise Debatten um die Tücken der kulturellen Aneignungen und findet ihren Ausdruck in Beiwörtern. Die machen nicht einfach DUB. Die machen Quasi Dub, Alien Dub, King Size Dub, nennen sich Kings Of Dubrock, Dubby King Knarf oder While My Sequencer Gently Weeps. Was sie verbindet? Sie wissen, dass man Dub nicht einfach mal so machen kann.
18:00 Uhr HR 2 Feature | Sommerreihe
„Alexander von Humboldts unbekannter Kosmos“ Von Hans Sarkowicz
Kapitel 3: Die Einheit des Menschengeschlechts in seiner Vielheit – Humboldts ethnographische Beobachtungen
Alexander von Humboldt betrieb auf seinen Reisen vergleichende Kulturforschung. Er untersuchte die Lebensweisen der von ihm besuchten Völker, studierte ihre Sprachen, ihre Kultur, zeichnete ihre Rituale und religiöse Praktiken auf, versuchte ihre Medizin und ihre Zeichen zu verstehen, probierte im Selbstversuch Pfeilgifte und Drogen.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
„Das kalte Kind“ Von Marius von Mayenburg
Hörspielbearbeitung und Regie: Beate Andres (Produktion: SWR 2003)
Sie sind um die 30, haben irgendwas studiert, treffen sich in den Szenecafés der Großstadt und suchen nach ihrem Platz im Leben. Da ist Johann, der nur noch von Kotzfrauen redet, seit Melanie ihn abblitzen ließ und der jetzt eben Lena heiratet. Und da sind Lenas Eltern, die gerade zu Besuch sind. Und da sind Silke und Werner, die Eltern des kalten Kindes, das seit Monaten im Wagen liegt und nicht wächst, das aber vielleicht auch nur eine Puppe ist, Lebensrechtfertigung oder Projektionsfläche.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
„Ein Leben im Ton (2/2)“ Von Frank Witzel
Regie: Leonhard Koppelmann
Komposition: Frank Witzel Ton und Technik: Ursula Potyra, Julia Kümmel
Regieassistenz: Tamina Alonso Rodriguez HR 2024
Gerhard Preßlers Hörspiele spannen einen Bogen von der Selbstreflexion zur Groteske, von gesellschaftlichen Konventionen bis zu existenziellen Fragen. Seine akustischen Kunstwerke bleiben zeitlos eindringlich.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
The Music of Marius Neset (Teil 2)
hr-Bigband feat. Marius Neset & Anton Eger cond. by David Hveem, Hesssicher Rundfunk, hr-Sendesaal, Frankfurt, April 2025, Teil 2
19:17 Uhr SWR Kultur Big Time Jazz
Volo – Sofia Will und ihr Large Ensemble. Von Julia Neupert
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Lars Florian Walklang
Aus der Frischetheke
Diese Woche hören wir Altes neu interpretiert und Neues an Altem orientiert. Aber alles frisch verpackt und eingetütet für diese neue Ausgabe von Neuland. Es wird folkig mit Folk Bitch Trio, Yoshika Colwell und Nick Drake und mitunter tanzbar mit Nuovo Testamento, Fever Ray – und ja – Madonna! Weitere Neuveröffentlichungen kommen diese Woche u. a. von Cory Hanson, Indigo De Souza und Farhot.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Kind im Knast“ Wie die Eltern von Inhaftierten mitbestraft werden
Von Ralf Bücheler und Frank Wierke BR 2020
Ihr Kind fährt hunderte Male schwarz. Es betrügt und erpresst. Es dealt oder stellt selber Drogen her. Es missbraucht oder schlägt zu. Die Eltern haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Aber wenn das Kind ins Gefängnis kommt, werden sie trotzdem mitbestraft – oft ein Leben lang.
Es gibt keine Gebrauchsanweisung dafür, was man tun soll, wenn das eigene Kind in Haft kommt. Wie fühlt es sich an, wenn die Polizei mit Maschinenpistolen das Eigenheim stürmt, um den Sohn zu verhaften? Wenn das halbe Dorf am Gartenzaun steht und zuschaut. Wie kommt man damit klar, dass das normale Leben in einen Strudel aus Gerichtsterminen und Knastbesuchen gerät? Wie geht man mit den Schuldgefühlen um – und wie mit den Schulden? Denn oft geben Eltern von Inhaftierten viel Geld für Anwalts- und Prozesskosten aus.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Zwei Millionen Zeichen“ Begegnung mit dem Schriftsteller Peter Waterhouse
Von Natascha Gangl Regie: die Autorin
Klavierimprovisationen: Elisabeth Harnik Ton: Robin Zwirner, Marcus Krol Produktion: SWR 2024
Seit über zehn Jahren arbeitet der österreichische Schriftsteller Peter Waterhouse an seinem Romanepos „Z Ypsilon X“. Es geht um die Nazi-Verstrickungen seiner Großeltern. Ein schier endloses Projekt. Denn in dieser Sache zählt jedes Detail.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Claude Debussy: „Rondes de printemps“ aus „Images“ für Orchester
Thomas Adès: „Dawn“ – Chacony for orchestra at any distance
„Lieux retrouvés“ für Violoncello und Klavier (Fassung für Violoncello und Orchester)
Mark Simpson: „Israfel“ für Orchester
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105
Nicolas Altstaedt, Violoncello; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Thomas Adès
Aufnahme vom 28.6.2025 aus der Philharmonie Berlin
Am Mikrofon: Raoul Mörchen
Seine Oper „Powder Her Face“ hat ihn vor 30 Jahren mit einem Schlag berühmt gemacht: Längst ist Thomas Adès einer der führenden Komponisten Großbritanniens. Und, das ist weniger bekannt, er ist auch ein versierter Dirigent. Bei seinem zweiten Gastspiel beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin ummantelt Adès sein Cellokonzert „Lieux retrouvés“, eine eigene Chaconne und ein Stück seines Landsmanns Mark Simpson mit Klassikern von Debussy und Sibelius.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Emmas Zauber“ Liebeserklärung an die literarische Figur. Von Andreas Schäfer
Nur wenige Worte genügen, und wir lieben wie Emma Bovary oder leiden wie Macbeth. Die Literatur ist voller unvergesslicher Figuren.