Radiotipps für den 31.10.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Hexadeca’frog’ic“ Von Felicity Mangan
Cashmere Radio 2020
Während Corona die menschliche Kommunikation erschwerte, machte die australische Klangkünstlerin Felicity Mangan Feldaufnahmen von Fröschen in Feuchtbiotopen und Gärten nahe Berlin. Daraus entstand eine hypnotische Soundarbeit.
Felicity Mangan verfügt über ein großes Soundarchiv mit Fieldrecordings von Fröschen, Insekten und australischen Wildtieren. Manche davon hat sie selbst aufgenommen, andere im Netz gefunden. Sie alle jedoch, so Felicity Mangan, erzählen ihre eigene Geschichte. In „Hexadeca’frog’ic“ geht sie diesen Geschichten auf den Grund. Sie legt musikalische Rhythmen, Muster und Klangfarben frei, die diesen Klängen innewohnen. Und verbindet sie mit den urbanen Sounds von Berlin.
Die binaurale Klangkomposition klingt am besten mit Kopfhörern.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Jack DeJohnette & Special Edition beim Jazzfestival Saalfelden 1985
Am 26. Oktober ist der US-amerikanische Schlagzeuger und Pianist Jack DeJohnette im Alter von 83 Jahren verstorben, mit ihm einer der wichtigsten und einflussreichsten Meister seines Fachs im Modern Jazz. Aus diesem Grund ändert „In Concert“ kurzfristig das Programm und bringt die aktualisierte Wiederholung einer Sendung vom Februar des Vorjahres.
Am 30. August 1985 gastierte Jack DeJohnettes Band Special Edition beim Jazzfestival Saalfelden im Salzburger Pinzgau. Der dreistimmige Bläsersatz war prominent besetzt: David Murray, damals unter anderem Mitglied im World Saxophone Quartet, spielte Tenorsaxofon, am Alt- und Sopransaxofon war der damalige „Rising star“ Greg Osby zu hören, und das Baritonsaxofon bediente Howard Johnson, der in den Orchestern von Thad Jones, Oliver Nelson und Quincy Jones gespielt hatte. Der als Sideman vielbeschäftigte Kontrabassist Rufus Reid bildete mit Jack DeJohnette das Rhythmusgespann. Auf dem Programm standen neben Kompositionen von Bandleader DeJohnette auch der Duke-Ellington-Blues „Take the Coltrane“ und „Monk’s Mood“ aus der Feder des Pianisten Thelonious Monk.
19:00 Uhr ByteFM Tiefenschärfe mit Dirk Domin
Ballett ohne Baguette
Die Nummer 001 von Ballett Audio von Mauzius aus Wuppertal ist erneut Thema in der Tiefenschärfe. Dub-Musik mit einem Fuß in der Vergangenheit und einem in der Zukunft. Dazu Klassiker von Rhythm & Sound sowie neue Musik aus dem wunderbaren neuen Album der Grandbrothers. Nicht zu vergessen: Nightbus aus Manchester und natürlich das irre Album „Poly“ von Efdemin!
19:04 Uhr Bayern 2 Zündfunk
Topp Traxx – die Charts der Zündfunk-Redaktion
Mit Ann-Kathrin Mittelstraß und Ralf Summer
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Jazzfest Berlin 2025“ Live aus dem Haus der Berliner Festspiele und dem A-Trane
mit u.a. dem David Murray Quartet, Makaya McCraven & Band und Lina Allemano Four
20:03 Uhr SWR Kultur Abendkonzert – LIVE
SWR Symphonieorchester
Sol Gabetta (Violoncello); Leitung: Pierre Bleuse
Francesca Verunelli: „Tune and Retune II“ für Orchester
Édouard Lalo: Violoncellokonzert d-Moll
Hector Berlioz: „Symphonie fantastique“ op. 14
(Liveübertragung aus der Stuttgarter Liederhalle)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
Namibia für Anfänger. Den Kolonialismus im Blick (2/2) Teil der Lösung?
Von Hans von Trotha Deutschlandfunk 2025
Wie wird man in einem Land empfangen, das einmal deutsche Kolonie gewesen ist, wenn man den Namen dessen trägt, der als Besatzer dort einen Völkermord verantwortet hat? Hans von Trotha hat das mit seiner Tochter auf einer intensiven Reise erfahren.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
History – Poet mit Reibeisenstimme: Jesper Munk & Band (D)
Aufnahme vom 19.4.2015 aus dem „Stadtgarten“, Köln
Am Mikrofon: Tim Schauen
Die ihm anfangs fälschlich zugeteilte Blues-Schublade war immer viel zu klein – Jesper Munk ist mehr!
Nicht allzu viele Künstler können im Alter von 22 Jahren schon zwei Alben unter eigenem Namen vorweisen: Jesper Munk kann es. Der Sohn einer Dänin und eines deutschen Profimusikers spielte auf den Straßen des Münchner Glockenbachviertels, bevor er im Frühsommer 2013 ein viel beachtetes Debütalbum veröffentlichte. Es enthält blues-haltigen Indie-Rock mit schönen Melodien und anspruchsvollen Texten, vorgetragen von einem blassen jungen Mann, der mit erstaunlich reifer Stimme singt. Im Frühjahr 2015 ist sein zweites Album erschienen, das er auf einer Deutschlandtournee vorstellte. Im Lauf seiner Karriere hat sich Jesper Munk rasch vom für ihn allzu engen Blues-Label emanzipiert – das Charisma seiner Bühnenpräsenz und die musikalische Tiefe seiner Anfangszeit blieb ihm erhalten.
22:00 Uhr WDR 3 Jazz
2 x 100: Erinnerungen an Oscar Peterson und Zoot Sims
Niklas Wandt erinnert an die beiden Eminenzen des Jazz.
Seine Eleganz, sein unbestechlicher Swing und die schnellen Läufe mit kristallklarer Artikulation machten Oscar Peterson zu einer prägenden Figur des Jazzklavier – mit seinem Trio, solo oder als Begleiter.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Milestones
Junior Wells „Hoodoo Man Blues“ (1965)
Am Mikrofon: Sebastian von Haugwitz
Pionier-Album: frühe Plattenaufnahme mit – so die Genrebezeichnung – „modernem elektrischen Blues“.
Die meisten Blues-Alben bis Mitte der 1960er-Jahre waren, abgesehen von wenigen Konzertmitschnitten, Hit- und Singlesammlungen. Bob Koester, Gründer des Jazz- und Blueslabels „Delmark Records“, verbrachte viel Zeit in den Klubs von Chicago – dort also, wo der sog. moderne elektrische Blues entstand. Für eine aktuelle Bestandaufnahme lud er den Mundharmonika-Spieler Junior Wells (geb. 1934 in Memphis) mit Musikern seiner Wahl ins Studio ein und ließ ihnen alle Freiheiten, um möglichst nah an die spontane Atmosphäre von Live-Auftritten zu kommen. Das so entstandene Album „Hoodoo Man Blues“, eingespielt u.a. mit Wells langjährigem Duo-Partner Buddy Guy an der Gitarre, ist die erste vollständige Plattenaufnahme einer modernen Chicago Blues Band und prägt mit Songs wie „Snatch it back and hold it“, „Hoodoo Man Blues“ und „Good morning little school girl“ bis heute die nachfolgenden Generationen – ein Bluesklassiker.
20:03 Uhr Bayern 2 Salon Hörspiel & Podcast
Nicht Mehr Mein Land (2/6) Die Fürstin und der Rechtsruck
Von Lea Hruschka und Alexander Gutsfeld
Regie: André Dér-Hörmeyer BR 2025
„Risiko und Idiotie“ Von Monika Rinck
Komposition: Bo Wiget Regie: Leopold von Verschuer BR 2022
23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf
„Teil eines entstehenden Klangs zu sein ist etwas unfassbar Körperliches.“ – Der Bariton Konstantin Krimmel
Klettern, Wandern, Skifahren sind die eine große Leidenschaft von Konstantin Krimmel. Die andere ist das Singen. Dass er Musik und Singen braucht, wie die Luft zum Atmen, das hat der Sänger allerdings erst bei der Bundeswehr, bei den Gebirgsjägern, gemerkt. Seitdem hat er eine steile Karriere als Bariton hingelegt.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
Lost and Found: Perlen aus der Popgeschichte. Mit Michael Bartle
In die heutigen Freitags-Ausgabe haben es unter anderem Musik-Perlen von Nirvana, zu denen im neuen Roman „No Way Home“ von T.C. Boyle getanzt wird, Chet Baker, der in der Serie „Call My Agent“ eine kleine Rolle spielt, die Punk-Band Attraktiv & Preiswert aus Starnberg, die erstaunlicherweise in Ostdeutschland viele Fans hat und jetzt ein kleines Comeback gestartet hat, sowie die Krautrock-Legenden von Can, von denen Benicio Del Toro Fan ist, er ist ja zur Zeit im Kinofilm „One Battle After Another“ zu sehen.
23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton
„I Am Your Body“ von Marco Donnarumma
Musik für sowohl gehörloses und schwerhöriges als auch hörendes Publikum beim ORF musikprotokoll (Teil 1)
Technologien normieren Verhalten, indem sie die Art und Weise bestimmen, wie Menschen die Welt wahrnehmen. „Im Laufe der Geschichte baute die Entwicklung von Klangtechnologien ausschließlich auf den Erfahrungen hörender, nicht-tauber Menschen auf“, so Marco Donnarumma, der selbst spätertaubt ist. „Jahrhundertelange Konzentration auf Cochlea-Hörtechnologien hat alle anderen Möglichkeiten, Klang wahrzunehmen, als unwichtig erscheinen lassen und so dazu beigetragen, die soziale Norm zu etablieren, die Gehörlosigkeit als das direkte Gegenteil von Klang betrachtet.