Radiotipps für den 4.11.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
Wovon reden wir, wenn wir vom Komponieren reden?
Die Kompositionsklasse von Michael Beil an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Von Hubert Steins
Michael Beil ist Komponist multimedialer Werke und seit 2007 Kompositionslehrer und Leiter des elektronischen Studios in Köln. Welche Diskurse prägen seinen Unterricht?
18:00 Uhr ByteFM Forward The Bass mit Karsten Frehe
Wobble Weeble
In der ersten Hälfte der heutigen Sendung werden euch neue Tracks von 12 Tribes Of Mars (eine Reggae-, Dub- und Jazz-Band aus Amsterdam), Marina P & The Co-Operators, Weeding Dub, Dub Pistols & Freestylers und Tasheeno präsentiert.
Danach folgt ein kleiner Dubmatix-Schwerpunkt. Der kanadische Musiker und Produzent blick mit der Zusammenstellung „Echoes Of The People – 20 Years Of Dubmatix Fan Favorites“ zurück. Seine Reggae- und Dub-Karriere begann 2004 mit dem Album „Champion Sound Clash“. Bis heute hat er sich eine große Fanbase erarbeitet. Zur Veröffentlichung schreibt er selbst: „Diese 20 Track-Sammlung vereint die Songs, die bei Fans weltweit auf Tourneen, beim Anhören von Feedback und in Radio-Playlists am meisten Anklang fanden. Jeder Song repräsentiert einen Moment in der Dubmatix-Geschichte, eine Verbindung zwischen Künstler und Publikum, die auf starkem Groove und Leidenschaft für das Genre basiert“. Sieben Beispiele seines bemerkenswerten Schaffens sind heute mit dabei.
19:00 Uhr ByteFM Trail Of Songs mit Arne Schumacher
Wildflowers Bloom
Hinter dem Namen Clover County steckt Americana-Singer/Songwriterin A. G. Schiano. Die Frau aus Athens, Georgia hat mit „Finer Things“ ein attraktives Debüt abgeliefert. In die erfahrenen Produktionshände von Boy-&-Bear-Mitglied Tim Hart aus Australien hat sich Flavio Cristóvam begeben: der Portugiese zählt zu den sanftmütigeren, eher romantisch gestimmten Songkünstlern. Carolyn Wonderland und die Larkin-Poe-Schwestern Rebecca und Megan Lovell aus dem US-amerikanischen Süden touren aktuell in Europa und geben auch einzelne Konzerte in Deutschland. Eine Blues-und-mehr-Allianz sind Grant Haua, Maori aus Neuseeland, und sein französischer Soul-Bruder David Noël eingegangen – Atua Blues nennt sich das Duo. Dion Francis DiMucci war einst ein Rock-’n’-Roll-Idol. Im Juli wurde der stilistisch enorm vielseitige Mann aus New York City flotte 85. Jetzt hat er ein Album aufgenommen, das Einstiges mit Aktuellem verbindet. In Christian Kjellvanders wallende Songpoesie kann man sich fallen lassen, auf dem jüngsten, puren Werk mehr denn je.
19:15 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Sprachwanderungen“ Heimatsuchende in einer Brandenburger Kleinstadt
Von Merle Hilbk Regie: Johanna Tirnthal
Ton: Alexander Brennecke
Field Recordings: Udo Noll Redaktion: Jenny Marrenbach Deutschlandfunk 2025
Wie kann man in einer ostdeutschen Kleinstadt heimisch werden, in der “Deutschland den Deutschen”-Shirts Normalität sind und das Misstrauen gegen alles Fremde groß ist? Als westdeutsche Großstädterin? Als Geflüchtete aus der Ukraine? Eine Langzeitbeobachtung.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Organisierte Kriminalität“ Wie Menschen durch Kryptobetrug mehr als nur ihr Geld verlieren
Von Ulrike Köppchen
Sha zhu pan heißt auf Deutsch so etwas wie „Schweineschlacht-Spiel“ und bezeichnet die wohl bösartigste und raffinierteste Form des Krypto-Anlagebetrugs im Internet. Ursprünglich aus China, hat sie sich in letzten Jahren weltweit ausgebreitet. Die Opfer sind häufig ältere, alleinstehende Männer, die in sozialen Netzwerken wie LinkedIn von angeblichen erfolgreichen Geschäftsfrauen angesprochen werden. Mit Hilfe vorgefertigter Skripte und KI-Tools bauen diese erst ein Vertrauensverhältnis auf und verwickeln die Opfer dann in langwierige, unübersichtliche, aber angeblich todsichere Kryptogeschäfte. Am Ende blickt keiner mehr durch – und das Geld ist weg. Eines der Opfer ist ein Rentner aus Niedersachsen, der so innerhalb einiger Wochen etwa eine halbe Million Euro an die Scammer verlor. Das Feature erzählt, wie es dazu kommen konnte, welche Dimensionen das Phänomen Kryptoanlagebetrug angenommen hat und was sich dagegen tun lässt.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Hörprobe“ Konzertreihe mit deutschen Musikhochschulen
Live aus dem Großen Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt / Main
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Musikfabrik im WDR #94
Das Ensemble Musikfabrik spielt in seiner Konzertreihe beim WDR im Kölner Funkhaus Stücke von Farzia Fallah, Sarah Nemtsov, Enno Poppe und Rebecca Saunders.
Unter dem Titel „Point in the Void“, „Punkt im Nichts“, lotet das Ensemble Musikfabrik die Balance zwischen Stille und Energie aus. Wo beginnt Klang und wo endet Stille? Das sind Fragen, die ausgehend von Farzia Fallahs „I did not paint the war. I lived the war. – une Aubade“ beantwortet werden. Daneben erklingen in diesem Konzert Werke von Sarah Nemtsov, Enno Poppe und Rebecca Saunders.
Farzia Fallah: „I did not paint the war. I lived the war. – une Aubade“ für Ensemble (2025)
Deutsche Erstaufführung
Sarah Nemtsov: „TIPHERET“ für E-Geige solo mit Effektpedalen, Donnerblech, Tonband und Transducer (2024)
Enno Poppe: „Zug“ für sieben Blechbläser (2008)
Rebecca Saunders: „Skull“ für 14 Instrumente (2022/23)
Hannah Weirich, E-Geige; Ensemble Musikfabrik
Leitung: Enno Poppe
Aufnahme vom 4. Oktober 2025 aus dem WDR Funkhaus, Köln
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„Zwischen Nazis und Nofretete“ Samuel Becketts Berliner Tagebücher 1936/37
Von Bernd Kempker und Carola Veit
Regie: Heike Tauch Ton und Technik: Bernd Friebel
Deutschlandfunk 2007
Berlin 1936: Auf seiner Deutschlandreise kommt der 30-jährige Samuel Beckett auch in die Hauptstadt. Seine Eindrücke hält er akribisch in Tagebüchern, Briefen und Notizheften fest und zeigt sich darin als scharfer Beobachter von Alltag und Politik.
21:00 Uhr SWR Kultur / HR 2 JetztMusik
Das Fabrik Quartett in Edenkoben
Federico Ceppetelli, Veronika Paleeva (Violine)
Jacobo Díaz Robledillo (Viola)
Elena Cappelletti (Violoncello)
Sarah Nemtsov: weggeschliffen (2018)
Helmut Lachenmann: Gran Torso, Streichquartett Nr. 1 (1971/72/78)
Thomas Stiegler: Ich leihe mir bei Jürg Frey einen Kugelschreiber, 6. Streichquartett (2022)
(Konzert vom 27. April 2025 im Herrenhaus Edenkoben
21:00 Uhr radio 3 Neue Musik
Metzmacher hört! – Helmut Lachenmann
Mal launig, mal ernst und immer persönlich spricht der international erfolgreiche Dirigent Ingo Metzmacher über seine große Leidenschaft: die Musik. In dieser Sendung geht es um Helmut Lachenmann, einen der prägendsten Komponisten der zeitgenössischen Musik. Am 27. November 2025 feiert er seinen 90. Geburtstag. Dem Norden ist der Stuttgarter sehr verbunden: Von 1976 bis 1981 war Lachenmann Professor an der Musikhochschule in Hannover. In Hamburg feierte er 1997 einen seiner größten Erfolge: die Uraufführung seiner Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“. „Lachenmann ist ein ganz spezieller Komponist“, so Metzmacher, „die Art und Weise, wie er mit den Instrumenten umgeht und erforscht hat, was man alles für Klänge aus denen hervorlocken kann, das ist einzigartig.“ Friederike Westerhaus begleitet Ingo Metzmacher auf seiner Entdeckungstour in die Welt der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Jazz Live
Swing, Humor und freie Impro: Das Quintett Skorupa 5
Aufnahme vom 22.8.2025 beim Jazzfestival Saalfelden
Am Mikrofon: Anja Buchmann
Der Wiener Saxofonist Leonhard Skorupa eröffnete das Jazzfestival Saalfelden 2025 mit der Auftragskomposition „Sonic feast“.
Zweimal Saxofon bzw. Klarinette, Klavier, Bass und Schlagzeug: Mit einem Quintett spielte der Wiener Musiker Leonhard Skorupa seine Komposition, die sowohl auf die Jazztradition zurückgreift als auch freie Teile integriert. „Ich wollte ein Fest für die Ohren schreiben“, sagt er. Er hat schon mehrere Male auf dem Jazzfestival Saalfelden gespielt, aber nun durfte er zum ersten Mal das Eröffnungskonzert komponieren: Für die Aufführung seiner kleinteiligen Auftragskomposition „Sonic feast“ hat er hochkarätige Musikerinnen und Musiker gewinnen können: Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Leif Berger aus Köln, Saxofonistin Silke Eberhard aus Berlin und die estnische Pianistin Kirke Karja. Als versteckter sechster Künstler war ein Tonmeister dabei, der das Spiel der fünf aufgenommen, geloopt und verfremdet wieder eingespielt hat.
22:00 Uhr radio3 Jazz
„Jazz de Paris – 20 Jahre Big Band der Deutschen Oper Berlin“
Die Big Band der Deutschen Oper feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit Jazz de Paris und musikalischen Gästen wie Biréli Lagrène und Thomas Pigor. Ein Abend voller Swing, Chansons und Überraschungen – ein Fest für Jazzliebhaber und alle, die das Außergewöhnliche suchen. Während der deutschen Besatzung stand der Jazz in Paris für Freiheit und wurde in der Nachkriegszeit zu einem Soundtrack des Existentialismus. Paris wurde für viele Jazzer aus den USA zu einem Sehnsuchtsort. Den Geist jener Jahre feiert die Big Band der Deutschen Oper mit diesem Konzert.
22:03 Uhr SWR Kultur / HR 2 Open World
Kreuzungen: Das Ensemble Constantinople. Mit Babette Michel
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
Der Geheime Garten des Jazz
Eine Produktion, sieben Veröffentlichungen unter vier Titel und zwei Künstlerbezeichnungen – schon allein deshalb ist diese Platte des Trompeter Bill Berry ein Muss für den Geheimen Garten des Jazz.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
Namibia für Anfänger. Den Kolonialismus im Blick (2/2) Teil der Lösung?
Von Hans von Trotha Deutschlandfunk 2025
Wie wird man in einem Land empfangen, das einmal deutsche Kolonie gewesen ist, wenn man den Namen dessen trägt, der als Besatzer dort einen Völkermord verantwortet hat? Hans von Trotha hat das mit seiner Tochter auf einer intensiven Reise erfahren.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Musikszene
„Erforschung der Randzonen“ KI und KI-Kritik in der Neuen Musik. Von Egbert Hiller
Was kommt in der Entwicklung von Musik nach Künstlicher Intelligenz? Antwort von Meta AI: „Eine neue Ära der Kreativität.“
KI ist weit mehr als eine optimierte Datenbank: Künstliche Intelligenz ist in der Lage, Phänomene und Prozesse tiefgründig zu durchdringen – und das hat auch für das Komponieren Relevanz. Mit Hilfe von KI können etwa noch nicht erschlossene Randzonen schöpferisch fruchtbarer Klangpotenziale erkundet und erfasst werden. Zugleich geht die funktionale Anwendung von KI Hand in Hand mit Einebnung von Wahrnehmung, Verflachung des Denkens und „digitaler Amnesie“ als Folge übermäßigen Konsums sozialer Medien. Wird es in Zukunft also genug Menschen geben, die Komplexes überhaupt rezipieren können? Oder wird zeitgenössisches Musikschaffen bald eindimensional? Wie herauskommen aus dem Zwiespalt zwischen hochgradiger Spezialisierung einerseits und „digitaler Demenz“ andererseits?
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
The Afrodub-Experience: Eine Reise durch Raum und Zeit. Mit Noe Noack
Um eine Reise durch Raum, Zeit und musikalische Genres wie Afrobeat, Reggae, Dub, Dancehall und Ambient geht es.
Auf seinem neuen Album „The Afrodub Experience“ nimmt uns der Münchner Multiinstrumentalist und Produzent Umberto Echo auf eine Reise mit, die 18 Jahre gedauert hat und ihn über vier Kontinente führte. Mit zahlreichen Musikerinnen und Musikern erkundete er 50 Jahre afro-karibische Musikgeschichte. Umberto Echo nahm zahlreiche Sessions auf, etwa mit Musikern von Fela Kuti, und mixte daraus Dub-Tracks. Außerdem sind Dancehall-Hits aus Jamaika aus dem Jahr 1988 zu hören, als Hurrikan „Gilbert“ die Insel verwüstete. Mit dem witzigen „Wild Gilbert“ brachte DJ Lovindeer Jamaika das Lachen zurück. Sister Nancy, die erste DJ-Lady der Dancehall Geschichte ist 43 Jahre nach ihrem Hit „Bam Bam“, der von Lauryn Hill bis Bejonce und für James Bond gesampelt wurde, wieder auf internationaler Tour. Mit im Gepäck ihr wiederveröffentlichtes Album „One Two“. Und Boozoo Bajoo, das Nürnberger Produzenten Duo beschließt diesen „Nachtmix“ auf Bayern 2 in den „Late Nite Sounds“ mit Cinematic Downbeat Ambient.
23:03 Uhr Ö 1 Sound Art: Zeit-Ton
Zwischen den Wellen mit Laikka und silentbeat
Musik für sowohl gehörloses und schwerhöriges als auch hörendes Publikum beim ORF musikprotokoll (Teil 2)
Für das ORF musikprotokoll arbeiteten Laikka, das Duo von Mo Wunderwald und Alex Gruehn, und der Elektronikmusiker David Obermaier aka silentbeat zum ersten Mal zusammen, um eine Performance für Menschen mit unterschiedlichsten Hörfähigkeiten zu schaffen, die den Musikbegriff grundlegend erweiterte. „Zwischen den Wellen“, so der Titel des gemeinsamen Werkes für nicht nur hohe und tiefe Frequenzen, sondern auch Video, Licht und Visual Vernacular. Kennengelernt haben sich Laikka und Obermaier im April 2024 im Rahmen eines Gastspiels der sub_bar in Wien, einer Bewegung von Künstler:innen und Forscher:innen, die sich in der Musikproduktion und Musikerziehung für einen Paradigmenwechsel vom Klang zur Schwingung einsetzen und dabei Gehörlose, Schwerhörige und Hörende vereinen.