Radiotipps für den 7.2.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
Kann Sexualität die Welt retten? Eine Lange Nacht über den Psychologen Wilhelm Reich
Von Jan Decker Regie: Vera Teichmann
Im Wien der 1920er-Jahre war er zuerst ein Musterschüler Sigmund Freuds und dann das Enfant terrible der noch jungen Psychoanalytiker-Gemeinde: Denn Wilhelm Reich (1897-1957) sah bald schon den Körper und nicht die Seele als Hauptverantwortlichen für die Lebenskrisen des Menschen und den Orgasmus als das Modell eines erfüllten Lebens, das uns zur seelischen Selbstheilung befähigt. 1929 gründete der Sohn galizischer Gutsbesitzer, die früh verstarben, die erste Sexualberatungsstelle Österreichs, ab 1930 wirkte er auf diesem Gebiet in Berlin aufklärerisch. Als kommunistischer Jude und Psychologe geriet er ab 1933 gleich dreifach ins Visier der Nationalsozialisten. Während seiner Exiljahre in Skandinavien und in den USA driftete er dann in die Esoterik ab – das sagen die einen, die anderen rühmen hingegen seine Pionierleistungen etwa im Bereich der Körperpsychotherapie. Immer wieder haben Kritiker der Schul-Psychologie und -Wissenschaft sich von den Konzepten des innovativen Psychologen inspirieren lassen, der in Westdeutschland durch die 1968er wiederentdeckt wurde. Seine Ideen und Ansätze lohnen einen genaueren Blick, sind wegweisend und manchmal auch grotesk verschroben, transportieren aber einen verblüffend modernen Impetus.
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
„Berlin verteidigen“ Europäische Jugend an der Mauer
Von Alfred Berndt RIAS Berlin 1961
Vorgestellt von Isabella Kolar
Auf Einladung des RIAS Berlin Jugendfunk kommen im Jahr 1961 25 junge Redakteure aus dreizehn europäischen Ländern, um das frisch geteilte Berlin zu beobachten. Das Ergebnis ist eine Tonbanddokumentation in drei Sprachen: deutsch, englisch und französisch. Ein Thema unter anderem: risikiert der Westen einen Krieg wegen Berlin oder gibt man nach?
13:00 Uhr HR 2 Hörbar
Turner Cody, Toumani Diabaté, Shake Stew – & mehr Musik grenzenlos
Heute drehen wir mal wieder großzügig den Globus und öffnen ganz nebenbei mit einigen Kostproben den Hörbar-Klangraum für die kommende Woche.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„Insektarium“ von Gert Jonke
Ton: Herta Werner-Tschaschl, Regie: Götz Fritsch (ORF/DLF 2004)Elfriede Jelinek sagte über den 2008 verstorbenen österreichischen Schriftsteller Gert Jonke, er hätte „mit Sprache gespielt, wie ein Kind mit Seifenblasen“, er sei „ein großer Sprachkünstler, einer der größten.“ Jonkes schriftstellerisches Schaffen ist geprägt von sprachlicher Artistik und einer steten Ambivalenz.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Unverbraucht
Luft sollte unverbraucht sein, unverbrauchte Kräfte sind von Vorteil. In der Musik ist die Lage weniger eindeutig: Verbrauchte Stimmen können einen ganz eigenen Reiz entfalten – vor allem dann, wenn sie frische Gedanken formulieren. Die heutige Golden-Glades-Ausgabe widmet sich einer Playlist ohne schnelle Abnutzung. Neu, roh und ungeschliffen: Sunday Mourners, Bill Callahan und Sternpost.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Heroin im Alter“ Eine Recherche in Hannover
Von Jörn Klare Regie: Cordula Dickmeiß
Mit: Andreas Pietschmann und Lisa Hrdina
Ton: Jan Fraune Deutschlandfunk Kultur/NDR 2024
Wie leben Menschen, die regelmäßig Heroin und andere Drogen nehmen? Jörn Klare hat Betroffene im Alter von 50, 60, 70 und mehr Jahren getroffen. Ihre Geschichten zeigen: Es gibt leichtere Schicksale – und keinen Standardablauf der Sucht.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Me and My Music – Tuulikki Bartosik. Von Fanny Opitz
In unserer Sendereihe „Me and My Music“ stellen sich Musiker*innen in einer Wort-Musik-Collage selbst vor. Heute im klingenden Selbstporträt: die schwedisch-estnische Akkordeonistin und Komponistin Tuulikki Bartosik. Sie verbindet traditionelle Klänge mit Jazz, Neuer Musik, Elektronik und Field Recording. Als Absolventin der königlichen Musikhochschule Stockholm und der Sibelius-Akademie Helsinki vereint sie sowohl skandinavische als auch baltische Musiktraditionen in ihren internationalen Projekten.
19:00 Uhr Bremen 2 Sounds
Kula Shaker sind nach einer längeren Pause in den 2000er-Jahren in Originalbesetzung zurück und hat mit „Wormslayer“ bereits das dritte Album seit 2022 veröffentlicht. Vital, frisch, agil und voller Raffinesse knüpft die Band an ihre frühen Jahre an. Außerdem: Printz Board ist ein namhafter Produzent aus den USA und kommt mit seiner Butter Funk Family nach Bremen. Und: Um Jim Morrison ranke sich bis heute Mythen. Er inspiriert mit seinem Wesen die Welt.
19:00 Uhr HR 2 Jazz and More
Jean-Marie Machado: Como as Flores | Isabelle Bodenseh: Dignity | Julia Hülsmann Octet: While I was away | Nabou Claerhout: Indigo | Julian Lage: Scenes from Above
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
„Wir brauchen Bass“ Peter Hook von „Joy Division „und „New Order“ wird 70. Mit Ralf Summer
Ob „Love Will Tear Us Apart“ oder „Blue Monday“ – bei zwei prägenden Songs der 80er Jahre gab er den Ton an: Peter Hook. Er war lange Jahre der Bassist von „Joy Division“ und ihrer Nachfolgeband „New Order“. Kennengelernt haben sich Joy Division bei einem Sex-Pistols-Konzert in Manchester. Damit sind sie nicht alleine, denn irgendwie jeder, der einen frühen Auftritt der Punk-Urgesteine sah, gründete am Ende eine Band. Im Publikum 1976 standen neben den späteren Joy-Division-Mitgliedern daher auch Musiker kommender Bands wie „The Fall“, „The Smiths“, Buzzcocks, Magazine und „Simply Red“. In dieser Stunde erzählt „Hooky“ von der Geschichte und den Hits beider Bands. Dazu erklärt der Münchner Musiker Martin Peter, was den ungemein druckvollen Bass-Sound so charakteristisch macht. Nachdem sich „New Order“ und Peter Hook – nicht im Guten – trennten, gründete er die Band „Peter Hook & The Light“. Sie spielen seither die zwei Joy-Division- und acht New Order-Alben, an denen er beteiligt war. Am 13. Februar wird der streitbare, aber freundliche Mancunian, die Bezeichnung für jemaden, der aus Manchester stammt, 70 Jahre alt.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Post-Trance-Hardcore!
Genre-Schubladen? Manchmal witzig, manchmal albern. Und damit wäre auch schon das Spannungsfeld der neuen ER-Ausgabe umschrieben. Mit dabei: DJ Daddy Trance, DJ Cosmic Dream, Baby Keem, Yo Speed und viele mehr. Seltsam? Aber so steht es geschrieben!
20:03 Uhr SWR Kultur ARD Oper
Olga Neuwirth: „Monster’s Paradise“
Eine Grand Guignol Opéra nach einem Libretto von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung: Titus Engel
(Uraufführung vom 1. Februar 2026 in der Staatsoper Hamburg)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel des Monats Januar 2026.
„Lamyas Buch der Scharlatane“ Von Amal El Ommali und Andrea Geißler
Regie: Leonhard Koppelmann und Andrea Geißler
Musik: Kauta
Ton und Technik: Ursula Potyra, Melanie Inden, Julia Kümmel, Thomas Rombach
Regieassistenz: Aran Kleebaur HR 2025
21:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme
Agnes Tyrrell: „Ein Hauch vom Paradies“
Chorwerke und Klaviermusik
Kyra Steckeweh, Klavier
GewandhausChor Leipzig
Leitung: Gregor Meyer
Deutschlandfunk Kultur / cpo 2025
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in Concert
Maldito beim Kultursommer 2025 in Oldenburg
Konzertmitschnitt vom 16. Juli 2025 vom Kultursommer 2025, Schloßplatz Oldenburg
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Körper und Klang“ Der Komponist Jonas Otte. Von Egbert Hiller
Seine Arbeiten zeichnen sich durch herbe Ausdrucksintensität, eigensinniges Kolorit und ungewöhnliche Besetzungen aus.
Er strebt nach spannungsreichem Zusammenspiel von Körper und Klang, von Zuhören und Reagieren – wobei er als Komponist seine Erfahrungen am Klavier auf seine Stücke überträgt und umgekehrt. Jonas Otte wurde 2000 in Chemnitz geboren, wo er auch seine doppelgleisige Ausbildung begann. Ab 2018 studierte er an der Hochschule für Künste Bremen, seit 2023 absolviert er ein Masterstudium in Komposition bei Gordon Kampe in Hamburg. In seiner kurzen künstlerischen Laufbahn gewann Otte bereits verschiedene Preise – beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und beim Deutschen Musikwettbewerb.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Harald Muenz: sounzrodriguAIx
maitekkno en cinq parties | hr 2023 | 50 Min.
2022 verbrachte der Kölner Komponist und Sprachkünstler Harald Muenz (*1965) einige Wochen auf der Île Rodrigues im Indischen Ozean.
23:00 Uhr ByteFM Eingefleischt mit Johnny Moonlight & Marcus „Bart“ Grasseck
Hart am Puls der Zeit: Die Auslöschung
In der aktuellen Folge präsentieren euch Johnny und Bart mal wieder die heißesten Neuheiten, dieses Mal mit dabei sind u.a. Gluecifer, Gaerea, Hellripper und Unverkalt.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
Kann Sexualität die Welt retten? Eine Lange Nacht über den Psychologen Wilhelm Reich
Von Jan Decker Regie: Vera Teichmann
Im Wien der 1920er-Jahre war er zuerst ein Musterschüler Sigmund Freuds und dann das Enfant terrible der noch jungen Psychoanalytiker-Gemeinde: Denn Wilhelm Reich (1897- 1957) sah bald schon den Körper und nicht die Seele als Hauptverantwortlichen für die Lebenskrisen des Menschen und den Orgasmus als das Modell eines erfüllten Lebens, das uns zur seelischen Selbstheilung befähigt. 1929 gründete der Sohn galizischer Gutsbesitzer, die früh verstarben, die erste Sexualberatungsstelle Österreichs, ab 1930 wirkte er auf diesem Gebiet in Berlin aufklärerisch. Als kommunistischer Jude und Psychologe geriet er ab 1933 gleich dreifach ins Visier der Nationalsozialisten. Während seiner Exiljahre in Skandinavien und in den USA driftete er dann in die Esoterik ab – das sagen die einen, die anderen rühmen hingegen seine Pionierleistungen etwa im Bereich der Körperpsychotherapie. Immer wieder haben Kritiker der Schul-Psychologie und -Wissenschaft sich von den Konzepten des innovative Psychologen inspirieren lassen, der in Westdeutschland durch die 1968-er wiederentdeckt wurde. Seine Ideen und Ansätze lohnen einen genaueren Blick, sind wegweisend und manchmal auch grotesk verschroben, transportieren aber einen verblüffend modernen Impetus.