Radiotipps für den 7.6.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
0:03 – 06:00 Uhr ARD Jazz. Die Nacht
Eine Reise um das Mittelmeer. Von Thomas Haak
Der Mittelmeerraum ist die Wiege vieler Hochkulturen und in deren Nachfolge ein kultureller Schmelztiegel, der in den letzten Dekaden hochspannende Hybride aus Jazz und lokalen Musikarten hervorgebracht hat. Wie in Spanien den Flamenco-Jazz, von „blauen Noten“ durchsetzte Skalen in Nordafrika oder auf Sardinien eine neue Art der Polyphonie. Nicht zu vergessen panmediterrane Musiker und Gruppen wie Renaud Garcia-Fons, Mare Nostrum oder Masaa, die aus dem gesamten Kulturraum schöpfen. Sie alle werden in der Jazznacht zu hören sein – ebenso wie Gerardo Nuñez, Anouar Brahem und Vincent Peirani.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Klangkästen und Tonkuppeln“ 30 Jahre Berliner „singuhr hoergalerie“. Von Thomas Groetz
Das Programm der „singuhr hoergalerie“ ist in den Übergangsfeldern zwischen audiovisueller Kunst- und Medienproduktion angesiedelt.
Seit 1996 kuratieren Carsten Seiffarth und Markus Steffensmehr mehr als 120 Ausstellungen, Konzerte, Festivals und Symposien. Sie leisten Pionierarbeit für die Wertschätzung der Klangkunst, die sich mittlerweile fest etabliert hat. Arbeiten einer Vielzahl von nationalen und internationalen KlangkünstlerInnen waren in Berlin zunächst in der Parochialkirche und in zwei historischen Wasserspeichern am Prenzlauer Berg zu erleben. Im Anschluss gab es seit 2014 die „singuhr – projekte“, mit denen das Engagement für eine ortsspezifische audiovisuelle Kunst unermüdlich weitergetrieben wird.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Die Komponistin Carola Bauckholt im Gespräch mit Raoul Mörchen
Das Kullern einer Murmel, das Kreischen eines Vogels, das Brabbeln eines Babys: Carola Bauckholt verwandelt Geräusche des Alltags und der Umwelt in Musik. Ihre Strategie: Sie lauscht der Poesie des Lebens die Klänge für ihre Kompositionen ab.
14:00 Uhr HR 2 Hörspiel
„Alles kann passieren“ von Doron Rabinovici und Florian Klenk
Regie: Leonhard Koppelmann
Collage mit Originalzitaten von Europas Rechtspopulisten
„Das, was gesagt wird, kann doch nicht wahr sein, denken wir, doch wen kümmert’s schon, denn es wird wahr, indem es gesagt wird. Was nicht stimmt, stimmt ein, um die anderen niederzustimmen. Das Unsagbare ist wieder ausgesprochen beredt.“ setzt Doron Rabinovici seinem zusammen mit Florian Klenk geschriebenen Stück voran. Und das, was die hier versammelten Politiker rechtsnationaler bis rechtsradikaler Gesinnung in ihren Originalzitaten von sich geben, ist tatsächlich unsäglich und wurde doch genauso zu Protokoll gegeben.
14:04 Uhr SWR Kultur lesenswert Feature
Vom Rausch auf zwei Rädern – Mit dem Rennrad durch die Literatur
Von Lukas Meyer-Blankenburg
Zu den geheimnisvollsten Figuren im großen Zirkus der Tour de France, des bis heute berühmtesten Radrennens der Welt, gehört der Franzose Jacques Anquetil. Er stach heraus, war gut aussehend, elegant. Nicht grob wie viele der anderen Fahrer zu dieser Zeit. Zwischen 1957 und 1964 gewann Anquetil die Tour de France fünfmal, dazu siegte er auch beim fast ebenso berühmten Giro d’Italia im Jahr 1960.
15:00 Uhr radio Die Hörbiografie
Robert Schumann – Die Innere Stimme: Trautes Heim
Eine Hörbiografie von Von Jörg Handstein (6/10)
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Die Pianistin Martha Argerich – Königin des Klaviers
Von Matthias Kremin
15:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Interpretationen
„Zufall und Notwendigkeit“ Solokonzerte von Witold Lutosławski
Gast: Michael Stegemann, Musikwissenschaftler
Moderation: Olaf Wilhelmer
Neue Musik, die „hundertprozentig konsumiert werden kann“: In seinen Solokonzerten hatte Witold Lutosławski die Publikumswirkung fest im Blick.
Die Musik der europäischen Moderne wurde nach 1945 wesentlich von polnischen Komponisten mitgeprägt, darunter Witold Lutosławski (1913-1994). Sein Name wird häufig genannt und steht für ein vielfältiges Werk, das drei Jahrzehnte nach dem Tod des Komponisten leider viel zu selten zu hören ist. Diese Sendung nimmt Lutosławskis Werke für Soloinstrumente und Orchester in den Blick, von den folkloristisch inspirierten frühen Tanzpräludien bis zu den Violinwerken, die in den 1980er Jahren für Anne-Sophie Mutter entstanden. Der Komponist erweist sich hier als Feingeist der Avantgarde, der experimentelle Techniken bis hin zu Momenten des „gelenkten Zufalls“ mit Leichtigkeit in seine Partituren integriert. Lutosławskis Lust am Spiel geht schon aus einer Vortragsbezeichnung seines vielleicht besten Werks, des Cellokonzerts, hervor: „un poco buffo ma con eleganza“ – ein bisschen lustig, aber mit Eleganz. Welcher andere Komponist hätte das im Jahre 1970 von seinen Interpreten verlangt?
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
Das Magazin – Neues aus der Szene
Am Mikrofon: Tim Schauen
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Der gute Gott von Manhattan“ von Ingeborg Bachmann
Regie: Fritz Schröder-Jahn NDR/BR 1958
Die große bedingungslose Liebe entrückt zwei Menschen ihrem Selbst und der Welt. Deshalb ist sie ein Unheil. Weil eine solche verzehrende Leidenschaft die Ordnung stört, bringt der „gute Gott von Manhattan“ die Paare um. Liebe muss sich – sagt er – ersichtlichen Zwecken beugen und Nutzen liefern. Sie muss nüchtern sei oder es beizeiten werden. Unsere Welt duldet keine Ekstase. Ein Richter soll den Wohltäter, der das Heil zugleich mit Höllenmaschinen bringt, aburteilen. Aber er wird während der Vernehmung immer mehr davon überzeugt, dass die Thesen des Angeklagten richtig sind. Diese Vernehmung mit vielen Rückblenden bildet die Handlung des sehr lyrischen Funkwerks von Ingeborg Bachmann.
16:00 Uhr radio 3 Hörspiel
Die Riesenschnake Oder Ein Missverständnis
Von Bettie I. Alfred
Regie: Bettie I. Alfred / Balkonstudio 2026
Ein Kind malt seinem Vater ein großes, rotes Insekt. Der Vater sieht darin einen Bahnhof. Seine Erklärungsversuche können die Situation nicht mehr retten. Ein Hörspiel über die verheerende Wirkung von Missverständnissen.
17:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik
„Es gibt Konzerte, da schwebt man.“ – die Pianistin Elena Bashkirova
Musik ist ihr Leben. Den ersten Klavierunterricht gab es beim berühmten Vater Dimitrij Bashkirov, verheiratet ist sie mit dem Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim und auch die beiden Söhne David und Michael Barenboim machen professionell Musik.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
Zwei Herren von Real Madrid
Von Leo Meier Regie: Ulrich Lampen (Produktion: SWR 2023)
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
Kanak Sprak – Misstöne vom Rande der Gesellschaft. Von Feridun Zaimoglu
Regie: Götz Naleppa Ton und Technik: Andreas Narr und Hermann Leppich
DLR Berlin / SDR 1997
Was als rassistische Beleidigung gemeint ist, wandeln diese jungen Männer als „Kanak Sprak“ um in ein Kennzeichen der eigenen Identität. Als Rap und in Monologen, mit den Tönen einer türkischen Saz und eingetaucht in Straßen-Sounds.
Anschließend: „Der Wert der Worte“ Klagenfurter Rede zur Literatur von Feridun Zaimoglu
Deutschlandfunk Kultur 2018
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Der amerikanische Jazzmusiker Michael Mayo (2)
hr-Bigband feat. Michael Mayo, cond. by Magnus Lindgren, Hessischer Rundfunk, hr-Sendesaal, Frankfurt, März 2026, Teil 2
19:05 Uhr WDR 3 Jazz
Dianne Reeves – Die Stimme ihrer Generation
In der Nach-Ära der Grandes Dames des Vokal-Jazz ist sie ganz weit vorne. Wenn Dianne Reeves eine der „Jazz-Diven“ ist, dann eine ohne Allüren. Sie überzeugt lieber durch ihre klare kräftige Stimme.
19:31 Uhr SWR Kultur Big Time Jazz
Claire Cope:
Every journey (has a beginning)
That Nabongo feeling
Home
Ensemble C
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
Ensemble Modern
Leitung: Michael Wendeberg
Julian Prégardien, Tenor
Zender: Schuberts „Winterreise“ – Eine komponierte Interpretation
(Aufnahme vom 18. März 2026 aus dem Mozart-Saal)
In seiner „komponierten Interpretation“ hat Zender – als Komponist, Dirigent und Hochschullehrer über viele Jahre eine Zentralgestalt nicht nur für das Frankfurter Musikleben – die 1827 entstandene „Winterreise“ aus der gediegenen Atmosphäre des Konzertsaals befreit und mit irritierender Klangwucht als existenzielles Welttheater für Stimme und kleines Orchester neu in Szene gesetzt.
1993 war das Ensemble Modern an der Uraufführung in der Alten Oper beteiligt, doch auch Julian Prégardien gehört mittlerweile zu den intimen Kennern der Partitur. Nicht nur auf der Bühne, auch im Aufnahmestudio hat der gefeierte Tenor die Vokalpartie bereits gesungen und damit Publikum wie Fachpresse begeistert. Fachkundiger als in dieser Interpreten-Konstellation dürfte man Zenders „Winterreise“ derzeit kaum zu hören bekommen.
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Christian Tjaben
Parallele Weltengemeinschaft
Manchmal liegt das Neuland auch auf der Strecke Hamburg-Berlin, aber überwiegend sind es internationale Neuerscheinungen, die mal wieder die Wochenernte bestimmen. Saisonale Hightime der Release-Schedules und Christian Tjaben musste harte Entscheidungen treffen, welche Newcomer, Indie-Rock-Legenden und anders relevante Themen in die Sendung kommen. Frisches u. a. von Widowspeak, Death Cab For Cutie, Vince Staples, Mouse On Mars & Lee „Scratch“ Perry, Brockhoff und natürlich ein Ausflug in die düstere Welt des „Inferno“, unseres Albums der Woche von Boards Of Canada.
20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Ausdruck mit Zahlenreihen?
Zeitgenössische Musik verstehen: Dietmar Hellmich erhellt zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte. Diesmal: Neue Blickwinkel auf den Serialismus und die Folgen
20:03 Uhr das ARD radiofeature
Heilige Krieger – Christfluencer und die Neue Rechte
Von Ralf Homann BR 2026
Eine neue Generation christlicher Aktivistinnen und Aktivisten feiert Erfolge in den sozialen Medien. So genannte Christfluencer erreichen auf Instagram, YouTube und TikTok hunderttausende Follower – sie verbinden die Vermarktungslogik von Plattformen mit Glaubensfragen. Es gibt sie in allen möglichen Ausprägungen. Ultrakonservative Inhalte laufen besonders gut.
Religiöse Erweckung geht bei nicht wenigen einher mit politischer Mobilisierung. Manche bekennen sich offen zur AfD, die Botschaften anderer bleiben anschlussfähig an neurechtes Denken, auch wenn viele sich von Parteipolitik distanzieren.
Im Zentrum stehen familienpolitische Themen wie Geschlechterrollen und immer wieder Abtreibung. Schwangerschaftsabbrüche sind politisch wieder Thema. Sichtbar wird das nicht nur im Netz, wenn beim „Münchner Marsch fürs Leben“ Online-Aktivisten gemeinsam mit konservativen Gläubigen auf die Straße gehen.
Der Kulturkampf ist in der Religion angekommen. Das ARD Radiofeature zeigt wie Religion auf Social Media funktioniert und wie neurechte Aktivisten das Christentum als Bollwerk gegen Liberalismus, Feminismus und Vielfalt beanspruchen.
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Kölner Jazzfestival 2025
Organistin Annie Bloch und Cellistin Emily Wittbrodt warfen im WDR Funkhaus einen ganz eigenen Blick auf Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Direkt danach auf der Bühne: das wilde, 16-köpfige „Supersonic Orchestra“ von Schlagzeuger Gard Nilssen. US-Meistergitarrist Kurt Rosenwinkel zelebrierte im Clubrahmen Standards, und die mongolische Sängerin Enji lud im Kirchenraum zum Träumen ein.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Künstliche Nähe“ Doku über KI, Vertrauen und Abhängigkeit
Christian Schiffer Regie: Ron Schickler BR 2025
Chatbots hören zu, spenden Trost und geben Ratschläge. Immer mehr Menschen berichten, dass KI-Systeme ihnen durch Krisen geholfen haben. Aber Nutzer können auch eine bedenkliche emotionale Abhängigkeit entwickeln.
20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Exit Void beim Donaufestival 2026
Die spannungsgeladene Musik der neuen österreichischen Band Exit Void
Seit Herbst vergangenen Jahres gibt es eine neue österreichische Band mit überraschender Besetzung. Hier haben sich zwei Künstlerinnen und vier Künstler zusammengefunden, die allesamt mit ihrer jeweils ausgeprägten Musiksprache seit vielen Jahren die heimische Szene prägen. Exit Void lautet der Name dieser Band, konkret sind das: Manfred – Raumschiff – Engelmayr von Bulbul (Gitarre), Katrin Euller, die solo unter dem Künstlernamen Rent auftritt (electronics), Alex Kranabetter, der gemeinsam mit Ingrid Schmoliner in dem Duo Drank zusammenspielt (Trompete und electronics), Wolfgang Lehmann, ehemals bekannt unter dem Namen Wolfgang Möstl (Gitarre und electronics), Anja Plaschg alias Soap&Skin (Stimme und electronics) und David Reumüller, er ist u.a. Mitglied der Band Reflector (Schlagzeug und electronics). Und das u.a. sei hier auch noch für die fünf weiteren Bandmitglieder nachgereicht, denn alle sind in unterschiedlichen Projekten und Kontexten aktiv, die in viele verschiedene Richtungen weisen. Dementsprechend überraschend klingt nun auch die Musik von Exit Void. Nach der Premiere im Grazer Dom im Berg und einem Auftritt in der Berliner Volksbühne sorgte die neue österreichische Band mit ihrem so spannungsgeladenen Konzert beim Kremser Donaufestival für ein musikalisches Highlight. In der dritten Stunde dieses Zeit-Tons hören Sie den Mitschnitt dieses Konzertes.
22:03 Uhr SWR Kultur Jazz NOWJazz
Stimmakrobatin, Performerin, Ikone – Die Welt der Meredith Monk
Von Maxi Broecking
Trillern, Kichern, Flüstern, Atmen: Mit ihren sich über vier Oktaven erstreckenden Stimmmodulationen, hat die US-amerikanische Sängerin, Performancekünstlerin und Filmemacherin Meredith Monk die vokalen Möglichkeiten des Gesangs grundlegend erweitert und wurde damit zur Ikone des Jazz und der Neuen Musik. Sie beeinflusste außerdem Popgrößen wie David Byrne und Björk. Gerade wurde die 83-jährige Künstlerin mit dem Großen Kunstpreis Berlin für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Zurzeit arbeitet sie als Pina-Pausch-Gastprofessorin an der Folkwang Universität an einem neuen Stück.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Liebe, Glück und Anarchie“ Literarische Inselutopien. Von Rolf Cantzen
Ringsum Wasser, soweit das Auge blickt – so sehen Utopien aus der Ferne aus.
Utopia liegt seit frühesten Zeiten auf einsamen Inseln. Lange vor Daniel Defoes „Robinson“ betritt schon Homers Odysseus vom Meer aus festes Land, das den Träumen entsprungen scheint. Wie er treffen die Reisenden – nicht selten sind es Schiffbrüchige – auf Gesellschaften oder erschaffen sie, in denen sich frei von allen Beschränkungen leben und lieben lässt. Mal sind sie matriarchal, mal anarchistisch oder frühkommunistisch organisiert. Inseln sind in der Literatur Projektionsflächen, Orte der Sehnsucht und zugleich Räume, in denen die Mängel und Widersprüche bestehender Gesellschaften und Herrschaftsformen sichtbar werden. Inselutopien hinterfragen Bestehendes. In ihnen zeigt sich, was Ernst Bloch den „Vorschein“ nennt: flüchtige Momente eines Anderen.
23:03 Uhr BR Klassik – Musik der Welt
Im Kosmos der persischen Poesie – Iranische Sänger und das Dastan Ensemble
Von Friederike Haupt
Wiederholung vom 18. Juli 2009
Kompositionen iranischer Musik enthalten in der Regel komponierte Teile und improvisierte Parts, in welchen die Solisten ihre Musik völlig frei erfinden. Völlig frei? Begleitet und beantwortet werden sie von ihren Mitspielern … So entsteht seit Jahrhunderten ein lebendiges Miteinander mit Meisterstücken, die weiter vermittelt und erhalten werden.
Komposition und Inspiration tragen einander im Augenblick, und auch das Publikum wirkt dabei mit. Aus dieser Musikkultur stammt der Komponist und Tar-Spieler Hamid Motebassem. Ursprünglich ist er Instrumentalist, studierte in Teheran, und zwar die Langhalslauten Tar und Setar. 1991 gründete er das persische Ensemble Dastan und tourt seitdem mit seinen Mitspielern und weiteren Komponisten um die halbe Welt. Dastan hat alle großen iranischen Sänger unserer Zeit begleitet und ist eines der erfolgreichsten persischen Ensembles.
Mit dem Porträt der Gruppe Dastan führt „Musik der Welt“ in die Innenwelt der iranischen Klassik. Die Sendung lässt Einblicke in das Schaffen eines Komponisten zu, der neue Wege findet, zwischen westlicher Mehrstimmigkeit und orientalischer Ornamentik innerhalb der klassischen persischen Musik – und diese meisterhaft auszugestalten weiß.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Die Macht der Schweinsblase – Fußball und die Kunst der Überschreitung. Von Fred Bellmer
Die Faszination an einem Spiel, in dem eine begrenzte Anzahl von Spielern einen Ball ausschließlich mit dem Fuß vor sich hertreibt, ist und bleibt unerklärbar. Mal wurde das Fußballstadion als Ersatz-Tempel der untergegangenen Götter verstanden, mal wurde das Fußballspiel als gesellschaftlicher Index für politische Gemengelagen analysiert. Was aber doch eher langweilt und die Faszination nicht erklärt. Versuchen wir es also noch einmal und ganz anders.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Kontrapunkt und Kongruenz: Kari Watsons Musik. Mit Karl Ludwig
Kari Watson (*1998 in Philadelphia) komponiert Netzwerke, die Übergänge zwischen Elektronik und Kammermusik, klanglichen und sozialen Räumen, Kontrolle und Freiheit verschalten. Von Karl Ludwig
Als eine der interessantesten Stimmen im Grenzbereich zwischen Komposition, Performance und Klangkunst hat Watson auch bei europäischen Festivals längst Aufmerksamkeit erregt. Ihr kollaborativer Ansatz lässt die beteiligten Menschen ebenso Teil der Werke werden wie Texte, Raum, Licht und Video. Watsons Spiel mit Kontrapunkt und Kongruenz verhandelt den alten Widerstreit von Kontrolle und Freiheit.