Release Tipp: Christer Bothén 3 – L’invisible / Thanatosis Produktion
Ich mag den Klang der Bassklarinette, denke an Eric Dolphy und höre den Schweden Christer Bothén. Der mittlerweile über 80-jährige Christer Bothén hat zusammen mit Kjell Nordeson und Kansan Zetterberg eine bemerkenswerte improvisierte Musikaufnahme geschaffen, die sich stilistisch irgendwo zwischen Balladen und freiem Jazz bewegt. Besonders intensiv wird es im zweiten Set, in dem Kjell Nordeson zum Drumset wechselt. Trotz dieser Intensität bleibt die Musik jedoch stets harmonisch und der Fokus liegt stets auf dem gemeinsamen Spiel der drei Musiker. Ich bin wirklich begeistert von ihrer Musik.

Obwohl seine ästhetische Grundlage fest in den kollektiven Energien des Jazz verwurzelt ist, hat sich die Musik und der Geist von Christer Bothén immer über Hierarchien, Genres und Denkschulen hinweggesetzt. „Musik … ist ein verdammtes Mysterium“, sagt er und versucht zu erklären, warum er mit 83 Jahren immer noch vom Klang verzaubert ist. „Es ist die spirituellste Kunst, aber sie ist unsichtbar, man kann sie nicht sehen. Man hat Notenblätter, aber das ist nicht die Musik.“ Musik, in all ihrer rätselhaften Unbeschreiblichkeit, ist schwer fassbar, auch wenn sie uns in ihren Bann zieht. “Ich habe bei den Gnaouis in Marokko und bei den malischen Jägern gelebt und ihre Musik für Meister esoterischer Traditionen studiert, bei denen Musik mit Spiritualität und dem Unsichtbaren verbunden ist. Sie glauben an Geister.
