Release Tipp: Melaine Dalibert & David Sylvian – Vermilion Hours / Mind Travels Series
Lieben oder hassen?! Ich liebe die Musik von David Sylvian. Einige seiner Songs sind für mich zeitlose Klassiker. Mit Melaine Dalibert ist es allerdings ganz anders, seine Musik überlebt bei mir keine Minuten.
Wenn ich lese, was David Sylvian über seine Zusammenarbeit mit Melanie schreibt, ist meine Reaktion: Wieso höre ich das nicht? Bin ich zu sehr mit dem Virus Jazz infiziert, um von dieser Musik noch erreicht zu werden? Übrigens geht es mir mit Brian Eno und seiner Musik der letzten Jahre genauso. Dafür muss ich wohl im Seniorenheim leben.
Was denkt ihr dazu? Ist das tolle und inspirierende Musik, oder? Ich habe sie einmal gehört und werde es dabei belassen. Aber vielleicht gefällt es ja jemandem. Wer weiß.

Verstreute Noten scheinen die Zeit zu dehnen, ihre Wiederholungen und unzähligen Kombinationen evozieren (oder beschwören?) das unendliche Schillern des Lichts, das die Morgendämmerung begleitet – ein Ritual, das ebenso unvermeidlich wie unvorhersehbar ist. Mit seiner Musique pour le lever du jour, die über zwei Jahre hinweg komponiert und 2017 fertiggestellt wurde, beschrieb Melaine Dalibert einmal sein Ziel, ein „unendliches Stück“ ohne Anfang und Ende zu schaffen. Subtil, immateriell, komplex und minimalistisch zugleich, lassen die Variationen dieser einstündigen Komposition – die dem belgischen Pianisten Stéphane Ginsburgh gewidmet ist – Stille und Resonanz in Farbnuancen erblühen. Das Album, das auf dem amerikanischen Label Elsewhere Music unter der Leitung von Yuko Zama veröffentlicht wurde, wurde von France Musique unter die 100 besten Alben des Jahres 2018 gewählt. Das abstrakte, farbenfrohe Cover? Das Werk von niemand Geringerem als David Sylvian.
In dem Seniorenheim möchte ich mal leben wo dann sonntags zum Tee und dem Keks wenigsten Brian Eno abgespielt wird. (Music for Airports, würde da passen…)
Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind. Und Dir ist dafür zu danken, dass Du diese CD trotzdem vorgestellt hast.
Ich höre sie nun zum wiederholten male und finde sie immer wieder gut.
Schöne Grüße, Peter
Du hast sicherlich nicht ganz unrecht, und es ist gut möglich, dass ich darüber froh wäre. Aber aktuell bin ich es jedoch nicht. Ich mag seine neueren Sachen einfach nicht. Dabei schätze ich seine Musik wirklich, nur eben nicht bedingungslos. Und mir ist durchaus bewusst, dass Brian Eno immer noch viele Fans hat. Genauso wie David Sylvian. Deshalb bringe ich so einen Tipp.