Release Tipps

Release Tipp: Siavash Amini – Caligo / Room40

Die Begegnung mit der Musik von Siavash Amini ist immer eine Herausforderung – und genau das mag ich daran. Seine Erläuterungen zu seinem jüngsten Release können etwas Licht in das Dunkel bringen, sind Hinweise auf verschiedene Eindrücke, welche im täglichen Leben im Iran eine Rolle gespielt haben können.

Es geht auch um eine Reihe von Archivaufnahmen von Klavierstücken aus dem Iran, es sind die ersten, die jemals in diesem Land aufgenommen wurden.
Am Anfang hören wir Ähnliches, bis ein wahnsinniges lautes Geräusch, vermutlich eine Schallkanone, in die heutige Wirklichkeit zurückholt. Jetzt ist alles voller Staub, als wäre es unter einem Mantel begraben. Die Erinnerungen sind weg. Es ist offensichtlich: Alles wirkt fragil, gebrochen, dem Verfall ausgesetzt, und Wasser tropft. Die Stücke sind Collagen bestehend aus Bruchstücken und Fieldrecordings, die einen albtraumhaften Charakter haben.

Ich habe eine Szene im Sinn, die für mich perfekt passt. Eine Figur geht durch Teheran, dann gibt es eine Explosion. Diese Figur ist betäubt und ohnmächtig. Sie versucht, sich zu orientieren. Streift durch die zerstörte Umgebung und … das ist vielleicht das, was wir hören.

„Caligo” ist ein starkes Werk, das einen auch nach mehrmaligem Anhören so schnell nicht loslässt. Beeindruckend.

Was bleibt übrig, wenn man eine wichtige historische Aufnahme verstümmelt und neu zusammensetzt? Wie hängt das mit einem bestimmten Ereignis in einer grotesken und zyklischen Novelle zusammen, die voller medizinischer Eingriffe ästhetischer und deformierender Natur ist?
Malakoot – diese Spirale dreht sich um eine Entscheidung, die eine Figur an einem Nachmittag trifft.
An einem ähnlichen Nachmittag, voller Angst, bedrängt von einer unerkennbaren Präsenz in dieser Stadt, beschloss ich, dass die Klanglandschaft für ein so inspirierendes Werk der Fiktion eine verstümmelte sein sollte; Dinge, die in sich zusammenfallen, sich selbst enthaupten, voller Schnitte und Nähte.
Das Material für alle Operationen waren zwei der frühesten Solo-Klavieraufnahmen in der Geschichte des Iran, gespielt von einer unglaublich gewöhnlichen, aber gleichzeitig faszinierend verdächtigen Figur.
Die Eingriffe wurden sowohl an den Ausschnitten und Schnitten der Aufnahmen selbst vorgenommen als auch mithilfe verschiedener digitaler Methoden an synthetischen Wiederbelebungen, die aus ihren Transkriptionen erstellt wurden. Von Siavash Amini

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