Release Tipps

Release Tipps: Neue Töne aus dem Norden

Mit Musik von Isak Ingvarsson Trio „Calling“, Ivar Grydeland „Bøyning, brytning“ und Trond Kallevåg „Minnesota“.

Isak Ingvarsson Trio „Calling“ / Haphazard Music

Mich hat das Debütalbum von Isak Ingvarsson und seinem Trio sehr beeindruckt. Die Dringlichkeit in seiner Musik, sein Rufen nach Antworten auf seine Fragen und sein Glaube sind sehr bewegend. Auch sein Saxofonspiel ist außerordentlich intensiv. Kraftvoll und innig. Ich bin wirklich sehr überrascht und gespannt, was als Nächstes von ihm kommt.

Ivar Grydeland – Bøyning, brytning / SOFA

Auf Ivar Grydelands Soloalbum „Bøyning, Brytning” („Biegen, Brechen”) sind seine Gitarrenexkursionen über das Zusammenspiel von Licht und Wasser zu hören. Da er auf einer Insel wohnt, liegt das quasi auf der Hand. Das erste und längste Stück, „Wirkung der Lichtkrümmung“, ist ein Duo mit der Perkussionistin Michaela Antalová und bei weitem das Spannendste. Der Text von Jennifer Gersten zum Album ist für die weiteren Stücke sehr hilfreich.

Trond Kallevåg – Minnesota / Hubro

Oft habe ich mich gefragt, warum viele norwegische Musiker eine so starke Affinität zu Amerika haben. Mit „Minnesota” von Trond Kallevåg habe ich endlich eine Erklärung gefunden. Die organisierte Auswanderung norwegischer Siedler nach Amerika. 2025 jährte sie sich zum 200. Mal. Mit der Schaluppe „Restauration” gelangten sie von Stavanger nach New York, von wo aus sich viele schließlich in Minnesota niederließen. Das Album ist keine Gedenkfeier. Aber es trägt die Spuren von Orten und Erinnerungen. Diese liegen zwischen Sehnsucht und Zugehörigkeit. Dabei sah ich immer Bilder von einem Wildwest-Soundtrack vor mir, um es mal überspitzt zu sagen, und damit konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Natürlich sorgen die fantastischen Musiker dafür, dass alles gut klingt, und die Musik ist toll und hat viel Atmosphäre. Zeit zum Erinnern für viele Norweger – so verstehe ich jetzt die Musik von Trond Kallevåg. Aber so richtig warm werde ich trotzdem nicht damit. Zu viel von einer seltsamen „Folklore” …

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