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Saalfelden: Routinierte Charmeure der Freiheit Das 40. Jazzfestival in Saalfelden sucht originelle Räume und bietet auf der Hauptbühne reichlich freejazzige Nostalgie

Der eine oder andere Herr, der auf der Toilette Erleichterung sucht, dürfte sich wundern. Ein Mann mit Kontrabass beehrt die Bequemlichkeiten des Saalfeldener Congresses und hat eine Instrumentalkollegin an seiner Seite. Lukas Kranzelbinder gibt mit Beate Wiesinger ein kurzes, nettes Spontankonzert an diesem Ort seiner Wahl. Flashmob ist das Motto der Aktion.

Von Ljubiša Tošić

Was etwas komisch riecht, symbolisiert im Kleinen wohl die eventartigen Ambitionen des Jazzfestivals, das nun 40 wurde. Es will die Stadt mit neuen Räumen zum Pulsieren bringen, sie zum Gratissupermarkt des Kreativen formen: Vor dem Congress rumort es bei der City Stage, wo die wunderbare Stimme von Golnar Shahyar aufzuschnappen ist.

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Intimität im Zwiegespräch

Bisweilen tönt es aber auch in Park, auf der Alm, im Nexus, im Bezirksgericht, im Schlossmuseum und in einer Buchbinderei. Orte, an denen Maja Osojnik und Lukas König anzutreffen sind – als Artists in Residence. So mancher fragt schon leicht besorgt, ob die räumliche Ausdehnung nicht zu inhaltlicher Erschlaffung auf der Hauptbühne führen kann, wobei: Tolle Duos gibt es nicht nur am angeblich stillen Ort. Auch im zentralen Congress lässt sich Intimität im Zwiegespräch herstellen…

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© derStandart, Kultur, Musik, 25.8.2019

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